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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 14.11.2018

syoss - Henkel - erste Stellungnahme

Kennen Vorstandsetagen den Friseurmarkt? Die ersten Reaktionen des Weltkonzerns sind unbefriedigend!


Heute vor einer Woche startete friseur-news den Protestaufruf kontra unfaire Werbung und Pläne des HENKEL Produkts syoss. 
Die Hintergründe dürften inzwischen ausreichend bekannt sein.

Inzwischen haben die Landesinnungsverbände einschließlich Zentralverband ebenfalls protestiert, alle großen Friseur-Internetportale haben mitgeholfen.
Hairweb hat ein eigenes Forum dafür geschaffen, Menschen im Salon sendete 20.000 Newsletter.
TOPHAIR International aktualisiert laufend die zugehörige Website, Friseurwelt beschränkt sich auf die Stellungnahme von Schwarzkopf, CLIPS hat sich, zumindest auf der Website, noch nicht dieses Themas angenommen.
Im Internet fand ich dann eine Stellungnahme von Geschäftsführer Bernhard Koopsingraven (Schwarzkopf Professional)

Natürlich hat man in den diversen Abteilungen eines Industriekonzerns andere Gedanken als in einem Friseursalon. Die Problematiken sind ebenso unterschiedlich wie die Aufgabenstellungen oder die Kontakte zu Kunden. Das wurde mir bereits Anfang dieser Woche bewusst als mich ein Schwarzkopf Mitarbeiter telefonisch kontaktierte und gar nicht verstehen konnte dass die Friseure sich plötzlich so aufregen.

Er war wohl wirklich der Meinung seit Einführung von syoss hätte das ganze Friseurhandwerk davon profitiert. „Was haben Sie denn erlebt, als wir syoss eingeführt haben?“ so seine Frage. Meine Antwort war für ihn merklich unbefriedigend als ich erklären musste, das unsere Kunden fragten warum das Bonacure Shampoo dreimal so teuer wäre… im Vergleich.. syoss ist doch auch Schwarzkopf.

WIR als Friseure können endlos, sachlich und fachlich so gut argumentieren wie wir wollen, ein Großteil der Verbraucher wird immer eher der TV Werbung glauben schenken. Insbesondere wenn vertrauensbildende Argumente wie „von Friseuren empfohlen“ herangezogen werden.

Die Folge daraus: Endverbraucher orientieren sich an den Retailmarktpreisen, empfinden die Salonprodukte als überzogen, wissen aber nichts über Einkaufspreise und beschließen: der Friseur verdient sich hier die goldene Nase!
Denken: So wird es dann wohl auch bei den Dienstleistungen sein…! Mein Friseur ist teuer… ab zum Discounter.. Manchmal stecken genau diese Gedankengänge dahinter.

Dessen mag man sich in den Düsseldorfer oder Hamburger Zentralen gar nicht bewusst sein, aber wir erleben diese Problematiken jeden Tag auf’s Neue. Das ist genau so als wenn man einen Politiker fragt: „was kostet ein Liter Milch?“ (dieser Test wurde im Fernsehen gezeigt, das Ergebnis war niederschmetternd.
Selber möchte ich für mich nicht in Anspruch nehmen das ich alles verstehe was in den Führungsetagen passiert. Basis und Marketingzentrale sind zweierlei. Zum Vorteil des Friseurhandwerks müsste ein Gedankenaustausch erfolgen, ein Konsens gefunden werden.

Dieses haben in der Vergangenheit schon Berufsverbände versucht, u.a. der LIV Hessen.
Man weiß in der Chefetage also um die Unzufriedenheit der Friseure in diesem Punkt. Zum Wohle der börsenorientierten Industrie (hier HENKEL) macht man aber genauso weiter – zum Nachteil der Friseure.
Einen Anderen (Menschen oder Geschäftspartner) auf Grund der eigenen Stärke oder Machtposition zu benachteiligen ist die Erklärung für den begriff Unfairness. Genau das passiert hier aber!

So kann mich die Argumentation von Herrn Koopsingraven auch keineswegs zufriedenstellen, eher wirft das neue Fragen auf. Ich habe die wichtigsten Punkte gekürzt herausgegriffen und hinterfragt: (Fettdruck = Zitat)

Bei der Aktion handelte es sich um eine zeitlich begrenzte Aktivität im Einzelhandel…
Wer glaubt denn wirklich das diese Aktion bei Erfolg nicht weitergeführt oder ausgeweitet wird? Oder keine Nachahmer findet? Einen Erfolg hat dieser Protest zumindest jetzt schon gebracht: HENKEL merkt das Friseure sich wehren können.

Sollten Teilnehmer den Wunsch äußern, eine sehr starke Veränderung anzustreben, wird ihnen selbstverständlich der Friseur empfohlen.
Da hier ausschließlich Kundinnen angesprochen werden sollen, die noch nie gefärbt haben, wird es für diese immer eine relativ starke Veränderung sein. Jeder Fachmann weiß das. Sollten die Kunden zu einem Friseur geschickt werden, so wird es natürlich ein Schwarzkopf Salon sein..

Wer beim Friseur colorieren lässt, kauft in der Regel keine Coloration im Einzelhandel.
Stimmt. Aber es gab Zeiten da wurde nur beim Friseur gefärbt und getönt… Die Industrie hat bewiesen, wie einfach es ist, Kunden für die preiswertere Lösung zu gewinnen. Selbst mit Qualitätseinbußen nehmen Kunden zu Gunsten des Preises so etwas an.
Heute ist der Markt nicht mehr beim Friseur - sondern geteilt.

Hier geht es um Kundinnen die zum ersten Mal colorieren wollen, warum lässt man sie nicht dorthin gehen wo sie sich sicher fühlen: zum Fachmann?!

Schwarzkopf könnte doch problemlos per Gutschein einladen: gehen sie zum Schwarzkopf Friseur – Schwarzkopf minimiert den Preis! (und das wird mit den Friseuren verrechnet)

… wer selbst coloriert, geht eben gerade dafür nicht zum Friseur.
Aber zum Schnitt kommen die Menschen zum Friseur und dann hören wir jeden Tag etwas, wie: „ich würde ja auch bei Ihnen färben lassen… ist ja auch schöner… und bequemer… aber so ist das ja viel billiger…! So kostet mich das nur..!“

… Kunden beim Friseur wissen … professioneller Beratung .. zu schätzen. Sie suchen aktiv die Kompetenz der Friseure und vertrauen diesen …
Richtig! Das weiß man auch bei Schwarzkopf, deshalb nimmt man ja auch Friseure (ungefragt) als Werbebotschafter. Obwohl syoss keine professionelle Qualität ist, obwohl sich so gut wie alle Friseure dagegen aussprechen.

Es gibt ein Recht am eigenen Bild, es gibt Markenrecht und Musterschutz, besonders bei HENKEL weiß man das ganz genau! Ich plädiere auf ein Berufsrecht, wer erlaubt es so über den Kopf hinweg mit einem ganzen Berufsstand umzugehen?

…fühlt sich Henkel dem Professional Markt nachhaltig verpflichtet. Dies zeigen unsere jüngsten Investitionen in unsere Akademien auf der ganzen Welt, unser speziell auf Friseurunternehmer zugeschnittenes Coaching-Programm namens ASK Business und die Unterstützung und Förderung der gesamten Branche durch Events wie die Hairdressing Awards
Schwarzkopf tut unbestritten einiges für den Friseurmarkt. Ob Events wie der Hairdressing Award dem Friseurhandwerk oder dem Unternehmen Schwarzkopf mehr nutzen, lasse ich einmal dahingestellt.

Unser Fokus liegt dabei auf Innovationen wie Igora Senea, BC Oil Miracle, OSiS,
… und syoss

Ein schönes Gefühl zu wissen, dass sich Engagement und Leidenschaft lohnen.
Unbestritten und das kann ich im Moment ganz besonders bestätigen, was mir hier als Dank und Zuspruch entgegenkommt ist unglaublich.

Ein Unterschied: ‚
Der Eine engagiert sich für ein ehrbares Handwerk und stellt Fairness und Win-Prinzip in den Vordergrund – der Andere orientiert sich an den Börsenkursen und Verkaufszahlen. Wohin das führt erleben wir im Moment weltweit…

FAKT:
Den Retailmarkt können und wollen wir nicht verhindern – aber Fairness erwarten wir von Schwarzkopf, als einem Traditionsunternehmen des Friseurhandwerks.

Wir fordern eine Änderung der (friseurschädlichen) Werbung
Wir wollen nicht ungefragt zu Werbezwecken benutzt werden.
Wir fordern eine Unterlassung der Homepartys mit syoss
Wir fordern in Richtung Verbraucher klare Aussagen über die Premiumprodukte im Salon.



Persönlich hoffe ich, das möglichst viele Friseure, dieses Protestschreiben an HENKEL ausdrucken und dorthin schicken oder faxen.

Viele Friseure sind auf den Facebook Fanseiten von syoss und Schwarzkopf gesperrt... da möchte ich im Moment nichts zu sagen.

Ansonsten ist die Friseurbranche aufgewacht und kreativ.
Das Trauerplakat hängt deutschlandweit, weitere Plakate und Mittel werden bei Bedarf folgen.
Kreativ: der erste Anruf bei der Schwarkopf Telefonhotline: "Wo bitte gibt es in meiner Nähe einen Syoss Friseur..?"
Und im Internet wird richtig heftig weiter diskutiert ...






 

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