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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 17.05.2018

Bilanz nach 6 Tagen ...

Wahnsinn - Der Syoss Protest: toll das Ihr mitmacht!


 Eine Woche alt ist jetzt der,von friseur-news.de, ins Leben gerufene Protest. Viel ist geschehen, hoch gekocht geschrieben oder gepostet worden. Das hat es in dieser Art noch nicht gegeben und ich sage an dieser Stelle DANKE für Unterstützung, Zuspruch, Mithilfe und Einsatz.

Die Facebook Fanpages von syoss und schwarzkopf wurden in den letzten Tagen immer wieder von Friseuren/innen geflasht, die ihrem Unmut Luft machten. Nicht immer ganz fein, aber auch die Kommentare der Betreuer aus Hamburg und Düsseldorf waren nicht immer so wie es sein sollte.

Beate D. schrieb mir über Facebook: „Hallo Herr Krombholz, bin gerade mal auf der Seite von Syoss.Die beschimpfen ja ganz schön die Einträge der Friseur User!“ und meinte damit die syoss Fans. Aktuell sind tausende von Kommentaren gelöscht worden. Stattdessen findet man jetzt ein großes Danke des Unternehmens und zahllose Einträge pro syoss…. auch von Friseurinnen! Nun ja, …

Eines scheint aber missverstanden zu sein:
unser / mein Protest richtet sich nicht gegen das Produkt syoss, Es ist Blödsinn das schlecht zu machen, drauf herumzuhacken oder die Käufer zu beschimpfen. Syoss ist eine andere Qualität zu einem anderen Preis.

Das den Verbrauchern eingeredet wird es sei Friseur-Qualität und wir Friseure würden das befürworten > das ist unfair und auch unwahr.
Dagegen protestieren wir.

Auch gegen die Pläne von Henkel, die Studentinnen, Hausfrauen und dergleichen suchen um sie als Colorations -Experten auszubilden. Dann sollen diese „Experten!“ (Ihr seit dann nur noch dumme Friseurinnen) durch die Wohnzimmer ziehen und Verbraucher beraten und syoss Farben verkaufen.

Das bedeutet: diese Experten stellen unser Handwerk als lächerlich hin, nehmen den Friseuren noch mehr Umsatz weg, - das wird Arbeitsplätze kosten!
Der Protest richtet sich also nicht gegen syoss oder andere Drogeriemarktprodukte, sondern gegen das extrem unfaire und, für das Friseurhandwerk schädliche Verhalten von HENKEL.

Ein ganz großes Danke geht auch an die sonst so vielgescholtenen Verbände die sich hier stark machen und bei HENKEL protestieren. Allen voran der LIV Bayern, der dazu beitrug das sich der Zentralverband geschlossen anschloss.
HENKEL wird also nicht nur Post zahlreicher Friseure ,sondern auch von deren Verbänden bekommen!

Erkennbar wird auch, das nicht alle Friseure begeistert von diesem Protest sind. Manche sehen auch die Probleme, den Preiskampf aber auch die Untätigkeit vieler Kollegen, die letztlich zu dieser Entwicklung geführt haben. Und sie haben Recht.

Den Retailmarkt können und werden wir nicht verhindern.
Darum geht es in dieser Debatte auch nicht: hier geht es um die Unfairness den Friseur ungefragt, für eine - dem Friseurhandwerk schädliche - Werbung zu gebrauchen.
Es geht auch um die weitere Aufweichung des Berufsstandes durch angelernte Laien, die dem Friseur Umsatz wegnehmen. Colorationsbotschafter! Letztlich auch um die Preisklarheit in Richtung Verbraucher: die wissen nicht was Friseurprodukte kosten (im Einkauf) kennen nur Retailmarktpreise und ziehen daraus Rückschlüsse auf die Kalkulation der Dienstleistungspreise.
Friseure haben (leider) vielfach nicht gelernt zu argumentieren, werden gerade erst wach.. und das ist gut so! Das allein ist schon ein Erfolg!

Persönlich finde ich es auch wichtig, dass Friseure plötzlich anfangen, sich zu solidarisieren und nicht alles widerspruchslos hinnehmen. Da werden die Konzernetagen (hoffentlich) auch vorsichtiger.

Rolf Wilms, Geschäftsführer TOPHAIR International fragte mich heute: „Wen meinen Sie mit Friseurhandwerk? Die Einfrau-Salons? Die Kliers, Essanells, Ryfs? Klassischen Familienbetriebe oder die Waltz, die Möllers, Bredtmanns? Salons die für 5 Euro einen Herrenhaarschnitt verkaufen oder die, die für eine Komplettbehandlung 100 Euro nehmen? Das Friseurhandwerk ist in Gruppen und Grüppchen zerfallen. Verbände und Innungen verzeichnen einen dramatischen Bedeutungsverlust -mit löblichen Ausnahmen wie Bayern.“

Damit beschreibt er treffend den Zustand der Friseurbranche.
Um so wichtiger empfinde ich es, das jetzt hoffentlich ein Zusammenhalt eintritt, zumindest bestimmter Gruppierungen.

Den Friseurberuf anders darstellen, Argumentieren, Kunden aufklären und Top beraten, gutes tun und darüber reden.
Im Friseurhandwerk tummelt sich unbestritten Einiges, was dort nicht hingehört, angefangen bei den angelernten Arbeitskräften vieler Billigfriseure.
Andere müssen lernen Ihre Arbeit, Ihren Beruf und manchmal auch sich selbst vernünftig darzustellen, ein gutes Image zu schaffen.

Zum Friseurberuf habe ich gestern geschrieben.

Um heute im Markt erfolgreich zu sein braucht der Friseur / die Friseurin:

- Geschick und Fingerfertigkeit eines Feinmechanikers
- Einfühlungsvermögen und soziale Kompetenz einer Sozialarbeiterin
- Freundlichkeit und Dienstleistungsbereitschaft einer Servicekraft
- Geschmack und Fachwissen einer Schönheitsberaterin
- Grundwissen und Kenntnisse eines Chemiearbeiters
- Wissen und Können eines Kaufmanns

Was ich unter Friseurhandwerk verstehe habe ich wie folgt beantwortet:

„Für mich ist Friseurbranche jedes Unternehmen – egal welcher Größe - was ehrlich und gut zum Wohle der Menschen arbeitet und sich dafür einsetzt. Mit Menschen sind hierbei Mitarbeiter wie Kunden gemeint. Ehrbares Handwerk ! Darum auch die von mir gegründete Initiative "Der Faire Salon"

Es gab auch mal ehrbare Kaufleute - nein gibt es noch... aber weniger bei den Großkonzernen. Konrad Henkel oder Nixdorf die ich persönlich kannte waren solche Unternehmer,ebenso Krupp, und viele Andere.
Zum Wohle der Menschen > siehe auch Ehrenkodex der EU für das Friseurhandwerk in Europa.

Wenn wir danach arbeiten werden wir auch Chancen haben uns gegen diese Unfairness und Geiz ist geil Mentalität durchsetzen. Aber mit diesem Protest gegen die Unfairness setzen wir einen Meilenstein…. !







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