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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 22.05.2018

Im Gespräch mit Henkel-Schwarzkopf

Rene Krombholz - friseur-news: ein Gespräch mit der Schwarzkopf Geschäftsführung


 SYOSSS – Schwarzkopf und Drogeriemarkt, rund um den SYOSS Protest ist es ruhiger geworden, aber nicht still. Was in der ersten Phase emotional kochte, ist inzwischen in eine sachliche Diskussion umgeschlagen.

Gerade eben hat der Ausschuss für Wirtschaft und Soziales des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks Vertriebspolitik für Haarfarben im Drogeriemarkt kritisiert. In den Foren und in Facebook Fanpages wird allerorts diskutiert und sich ausgetauscht.

Auch in den Marketingetagen der Industrie verfolgt man sehr gespannt und aufmerksam die Gedanken der Friseure. In den Landesinnungsverbänden laufen Gespräche mit Vertretern der Industrie. Also eine Menge Bewegung in dieser Angelegenheit…

Es gibt auch kritische Stimmen. „Die machen sowieso was sie wollen“ oder „So ein Protest bringt gar nichts!“ Wie so oft liegt das Ergebnis im Auge des Betrachters und ich persönlich, als Initiator des SYOSS Protestes, sehe das anders.

Nach dem Motto „Wer nichts tut, hat bereits verloren“ habe ich die Aktion ins Leben gerufen. Ehrlich gesagt, mit einer weltbewegenden Resonanz habe ich nicht gerechnet. Bereits 1999 hinterfragte ich in einem Artikel für die MARKTLÜCKE Friseure und Industrie - die Qualität einer Partnerschaft
Im gleichen Magazin erschien ein Jahr zuvor "Die Friseure und der heilige Geist" ebenfalls ein Artikel der sich kritisch mit der Industrie auseinandersetzt.

Damals hat es nur sehr wenige interessiert. Heute rufen viele „warum wussten wir das nicht?“ Schimpfen auf Verbände, auf Industrie, … aber es bleibt beim Schimpfen und dem Entschluss „Wir können ja doch nichts ändern…! Fatal!

Was hat der SYOSS Protest bewegt?
• Mich freut die Tatsache ,das sich alle Landesinnungsverbände und der Zentralverband entschlossen haben, zu protestieren.
• Aus ersten Quellen weiß ich, das man in allen! Konzernetagen über diese Thematik ernsthaft nachdenkt und inzwischen manches aus der Perspektive der Friseure zu sehen lernt.
• Die Friseurportale haben sich ,zwecks dieser Thematik ,zusammengeschlossen und den Protest unterstützt und verbreitet. Diese Solidarität ist etwas Neues in der Friseurbranche.
• In zahlreichen Foren, Internetplattformen und Facebook Pages, tauschen sich Friseure aus, reden über diesen Protest und inzwischen auch über andere Themen. Was hier passiert ist neu und erstmalig, hat es so noch nicht gegeben. Konstruktive Diskussion ,in der man voneinander lernt.


Das ist schon eine Menge, aber was hilft es den Friseuren ,die täglich im Markt kämpfen?
 Diese und andere Fragen konnte ich in einem persönlichen Gespräch mit Bernhard Koopsingraven, HENKEL Vorstandsmitglied und Schwarzkopf Professional Geschäftsführer in Deutschland, erörtern.

Um es vorweg zu sagen: wenn man von vornherein der Meinung ist, der Gesprächspartner wolle nur eigene Interessen durchdrücken, sollte man so ein Vorhaben besser lassen. Ziel kann nur ein konstruktiver Gedankenaustausch mit festem Ziel sein: hier positive Veränderungen für den Friseurmarkt zu erzielen.

Wie weit die Gedanken in der Konzernzentrale dann letztlich schon gediegen sind, hat mich allerdings erstaunt.

In der Henkel Chefetage war man wohl erschrocken und erstaunt zugleich über den losbrechenden SYOSS Protest, der sich auch gegen das Anlernen sogenannter Colorationsbotschafterinnen richtete. Das ist nicht die HENKEL Marktstrategie, so Bernhard Koopsingraven in den ersten Stellungnahmen.

Genau da fragte ich nach:“ Wer denn, wenn nicht HENKEL, hat diese Pläne ins Leben gerufen? „
Bekannterweise haben Großkonzerne wie HENKEL diverse Abteilungen und auch Fremdfirmen ,die sich mit Werbung und Marketing befassen. In diesem Fall sind wohl, entgegen der sonstigen Vorgehensweise, Gedanken ohne eine weitere interne Kommunikation verwirklicht worden, so Koopsingraven.
Dieses Thema ist inzwischen vom Tisch und wird nicht weiter verfolgt.

Aus dem Stichwort Kommunikationsprobleme entwickelte sich eine Reihe von Gedanken. Diese sehe ich beispielsweise auch zwischen Schwarzkopf und dem Friseurmarkt. Mich erstaunt es schon, wenn zahlreiche Friseure nicht wissen ,was hinter diesem Markennamen steckt, sich aber jedes Urteil erlauben.

Die erste Pflegespülung im Salon (Kräuterazid), methodische Dienstleistung überhaupt, Natural Styling, alles Schwarzkopf. Den Hairdresser Award kennen viele, aber wer kennt die innovativen Trend’s, Tools und Techniken der Essential Looks?
Aber wenn der Markt dieses alles nicht kennt, deutet es auch auf unzureichende Kommunikation hin.

Auch bezüglich der Werbeaussagen der Retailmarktprodukte > gleiche Qualität wie beim Friseur, fand ein Gedankenaustausch statt.
Bernhard Koopsingraven wies darauf hin, das man bereits vor einiger Zeit Werbung in der Endverbraucherpresse geschaltet und Friseurmarktprodukte beworben hätte, z,B. eine mit Friseur - Gutscheinen verknüpfte Aktion für SENEA.
Das waren erste Versuche, mit denen man noch nicht ganz zufrieden ist. Es wird auch darüber nachgedacht ,die professionellen Produkte im Markt zu stärken und Verbrauchern die bessere Qualität klar zu machen.

Das ist schon eine ganze Menge, finde ich, vorausgesetzt es wird umgesetzt.

Alles Zwecklos? Nichts erreicht?
Mein Gedanke dazu: es geht nicht alles von Heute auf Morgen, aber das hier sind schon größere Schritte in die richtige Richtung.

Diesen Weg sollten wir weitergehen, Friseure und Industrie gemeinsam. Der SYOSS Protest hat einen Gedankenaustausch in Bewegung gesetzt, den sollten wir nutzen und fortführen.

Friseur-news wird diesen Weg begleiten, informieren und wachsam sein…













 

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