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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 22.10.2017

Löhne im Friseurhandwerk

Im Blickpunkt der Medien und Verbraucher


Nicht erst seit den aktuellen Razzien Anfang Oktober (friseur-news berichtete) sind die Löhne in der Friseurbranche in den Blickpunkt gerückt.

Zum Teil erschreckende Zustände (Stundenlohn 1,50 €uro) wurden aufgedeckt und das ist gut so. Hier zeigt sich was Branchenkenner seit langem kritisieren: gute Arbeit ist eben nicht für "nen Appel und nen Ei" zu fertigen. Die Geiz ist geil Mentalität fordert Tribut: entweder bleibt die Qualität auf der Strecke oder der Mensch...

Es ist paradox: die Menschen die jetzt über Lohndumping schimpfen sind oftmals nicht bereit, faire und notwendige Preise zu zahlen.

Menschen die selber von sich sagen: "für unter 12,- €uro die Stunde stehe ich nicht auf..!" sind nicht immer bereit, den gleichen Stundensatz plus Nebenkosten, Material und Umsatzsteuer für einen Friseurbesuch auszugeben....

Menschen, welche die hohe Arbeitlosigkeit in diesem Land beklagen, kaufen Produkte die in Fernost billigst gefertigt werden und hier Arbeitsplätze vernichten...

Diese Aufzählung könnte man beliebig erweitern - NEIN ! Damit möchte ich keine Dumpinglöhne entschuldigen oder verteidigen.

Dieses soll lediglich der Hinweis sein, das alles eine Ursache hat .In unseren westlichen Nachbarstaaten ist dieses alles kein Thema!
Dort zahlen Kunden in den Salons faire Preise und die Unternehmen den Mitarbeitern faire Gehälter - so geht es auch - so sollte es sein!

Hilfreich auf diesem Weg war (z.B. in den Niederlanden) die Absenkung der Mehrwertsteuer. Ein Ziel, für welches auch friseur-news sich einsetzt.

Anmerkung dazu: in Deutschland zahlt ein großer Teil der Friseurbetriebe keine 19% Umsatzsteuer da deren Umsatz (angeblich) unter 17.500 im Jahr liegt. Diese 19% sind für diese Kleinstbetriebe direkter Gewinn den andere Unternemen erst einmal erwirtschaften müssen! Das Wort Chancengleichheit ist hier fehl am Platze...

Zurück zu den Löhnen im Friseurhandwerk:

"Die Koalition will sittenwidrige Löhne verbieten" meldet die Rheinische Post. Ein Lohn sei dann sittenwidrig, "wenn er ein Drittel unter dem Durchschnitt des branchenspezifischen Lohnes liegt", so Pofalla. Mit der neuen Regelung soll nach den Worten des CDU-Generalsekretärs Arbeitnehmern in bestimmten Branchen garantiert werden, "dass diese Schwankungsbreite nicht überschritten" werde. "Und deshalb wird es jetzt mit dieser Koalition ein gesetzliches Verbot von sittenwidrigen Löhnen in Deutschland geben"

Persönlich empfinde ich das weder als ermutigend oder ausreichend.Allerdings sollten wir uns nicht immer nur auf Direktiven der Politik verlassen sondern selber versuchen, Änderungen herbeizuführen.

Das direkte Gespräch mit Kunden zu Beispiel könnte ein erster Schritt dorthin sein. Kunden - aber auch Mitarbeiter !!! - haben sehr oft Vorstellungen vom Gewinn eines Friseurbetriebes, die nicht selten in den Bereich der Illusion gehören.

"Vom 20,- €uro Haarschnitt müssen doch mindestens 15.- €uro Gewinn übrig bleiben!" so die Worte eines Kunden noch vor wenigen Tagen. Seien Sie mutig und nutzen Sie diese - sich jetzt bietende Chance - zur Kommunikation mit Kunden aber auch Mitarbeitern.

Nicht jammern! Reden Sie sachlich und verständlich über Preise, Kosten, Löhne. Kunden müssen sie erst einmal verstehen und notwendige Preise  aktzeptieren, um Ihrem Salon den Vorzug zu geben und nicht dem Billigfriseur!

Rene Krombholz
Friseurmeister und Fachautor


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