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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 16.08.2018

FAKTOR 4.0

Viel Unverständnis über Selbstverständliches


Wirtschaftsbetriebe jeglicher Art müssen rentabel sein, das wissen wir alle. Wenn eine Bankfiliale zu wenig Kunden hat, wird sie geschlossen. Wenn die Boutiquezu wenig Umsatz macht, ebenso.
Das gilt für alle Branchen und Sparten.
Darin haben wir uns gewöhnt, registrieren und nehmen es als selbstverständlich hin.

Ob ein Geschäft geschlossen wird oder nicht, hängt von den Erträgen ab. Ein bestimmter Umsatz, Aufträge oder zumindest kurzfristige Perspektiven müssen vorhanden sein.
Um das zu überprüfen gibt es Management, Controlling, Buchhaltung.

Lohnfaktor im Friseurhandwerk

Hier gibt es auch Richtwerte um bestimmte Dinge auf die Schnelle überprüfen zu können.
Einer davon ist der „Lohnfaktor“, er gilt für das Friseurhandwerk. Mit diesem lässt sich überschlagen, wann ein/e Mitarbeiter/in rentabel für das Unternehmen ist, beziehungsweise das Unternehmen draufzahlt.

Dieser Lohnfaktor ist immer nur auf den jeweiligen Betrieb anwendbar und muss für jedes Unternehmen, ausgehend von der eigenen Kostensituation, individuell errechnet werden.

Das Übernehmen eines, vom Hörensagen bekannten Lohnfaktor aus einem anderen Unternehmen, kann recht schnell zum wirtschaftlichen Exitus führen.

Die Kosten eines Betriebes können durchaus deutlich voneinander abweichen.
Dieses erkennt man auch an den derzeitigen Unterschieden, der Lohnfaktor für Friseurbetriebe schwankt in Deutschland aktuell zwischen 3,5- und 6,0.
Bedeutet im Klartext das im erstgenannten Beispiel die Friseurin ihren Bruttolohn mal 3,5 erwirtschaften muss um rentabel zu sein, bei 6.0 ist es Brutto-Monatslohn mal 6.

Nur eine Maßzahl und keine Rechtsgrundlage.
Unternehmer die wegen nichterreichen des Lohnfaktors Arbeitsverträge kündigen, laufen Gefahr einen Arbeitsprozess zu verlieren.
Werden Soll/Ziel Umsätze nicht erreicht, so gibt das Arbeitsrecht dem Unternehmer andere Mittel (wie zum Beispiel eine Änderungskündigung) an die Hand.

Was im Friseurhandwerk zu oft fehlt ist das Wissen hierrüber!
Das fängt damit an, wie dieser Lohnfaktor für den eigenen Betrieb errechnet wird.
Aus diesem Grunde wird darüber auch wenig geredet aber deutlich mehr spekuliert, was dann nach Außen (in den Medien) wieder den Eindruck der Unseriösität erweckt.

Bei Mitarbeitern unbeliebt
Mitarbeiter wollen von diesem Thema oft lieber garnichts hören und stempeln es unter „unnötigen Leistungsdruck“ ab.

Über von Mitarbeitern genannte Gründe, Ursachen und Begründungen warum solche Leistungsvorgaben nicht erfüllbar sind, könnte man ganze Bücher schreiben.
Es bedarf einer Menge Kraft, Einsatz, Ausdauer sich darum zu bemühen diese grundsätzliche Notwendigkeit in den Köpfen mancher Mitarbeiter abzulegen.

Anspruch und Realität
Selbst bei größtmöglichem Einsatz wird dieses nicht immer gelingen.

Es muss an dieser Stelle klar gesagt werden: in unserem Beruf beschäftigen wir nicht die Zahlen-Jongleure oder Überflieger, die in anderen Branchen händeringend gesucht und gut bezahlt werden. Wenn feststellen, das 70 % eines Abschlussjahrgangs die Gesellenprüfung mit Note ausreichend oder schlechter absolviert, dann müssen wir uns auch über die Leistungsfähigkeit dieser jungen Menschen im Klaren sein.

…. und dennoch machbar

Vielfach unbekannt ist die Tatsache, dass selbst große Discountketten mit einem Lohnfaktor von 4.0 und 4,4 arbeiten. Dort werden überraschenderweise, trotz der niedrigeren Preise, die Sollvorgaben erreicht. Ansonsten hätte das auch Konsequenzen für die dortigen Beschäftigten, die wissen das und der Druck hilft nach.

Nicht immer schön für Kunden, wenn Produkte nicht wegen Notwendigkeit, sondern nur des Umsatzes wegen mit Nachdruck „empfohlen“ werden. Auch die Schulung hinsichtlich schnellerer Arbeitsweise ist ein Thema, ebenso aber auch das Controlling und die Führung der Mitarbeiter.

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