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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 18.10.2018

Industrie kontra Friseure?

kann man drüber nachdenken.....


 

Jahr für Jahr vermelden die großen Firmen der Haarkosmetik schwarze Zahlen und satte Gewinne. Der Markt für Haarpflegeprodukte boomt wie nie zuvor. Die Umsätze sind mehr als beachtlich. Drogeriemärkte erwirtschaften rund 40 % ihres Umsatzes mit Haarkosmetik.

Egal ob Drospa, KD, dm, Fuchs oder Schlecker :

jede Drogeriemarktfiliale erwirtschaftet ca. 250.000 €uro pro Jahr mit Haarpflege.!

Hinzu kommen die Umsätze aus Warenhäusern und Verbrauchermärkten. Und die der Friseure.
Doch diese sind nicht nur im Verhältnis als gering anzusehen, sondern auch rückläufig.

Mit riesigen Werbespots im Fernsehen und mehrseitigen Anzeigen in Illustrierten fördert die Industrie den Absatz von Kuren, Stylingprodukten, Farben und Tönungen. Gemeint sind hier die Waren die in vorgenannten Märkten angeboten werden. Beim Friseur erhältliche Produkte scheinen hier nicht relevant zu sein.

Nicht nur dies! Das Haarwasser welches auch Henry Maske benutzt, wird mit 5,98 € im Handel angeboten, der Friseur darf es zum Weiterverkauf für 7.95 € netto erwerben. Die Frisiercreme des Marktführers erwirbt der Friseur mit 4,14 € (incl Mwst) , in den Regalen der Drogeriemärkte steht die gleiche Tube für 3,95 €. Finishprodukte wie Haarlack oder Fönschaum, im Handel reichlich und preiswert erhältlich,darf der Fachmann für Haarberatung für den doppelten, manchmal dreifachen Preis einkaufen.

Dafür das der Friseur beim Verkauf Fachwissen und Beratung einsetzt, räumt ihm die Industrie auch großzügig undurchsichtige Rabatte ein.
Ab einer bestimmten Umsatzgröße natürlich.

Ebenso großzügig unterstützen die Firmen ihre Fachgeschäfte mit Werbemitteln.
Nach dem Motto „friß oder stirb“ erhalten die Salons Schaufensterplakate, Poster , Karten und vieles andere mehr, ob sie wollen oder nicht.
Damit dem Verbraucher aus allen fünf Friseursalons der Straße das gleiche ! Plakat entgegenstrahlt, und der Friseur sich besser von seinem Mitbewerber abheben kann - sagt die Industrie.

Die Schulungsmitarbeiter der einzelnen Firmen lehren uns die Produkte an den Mann / die Frau zu bringen. Mit offenen Fragen, Sachargumenten und Kenntnis der Inhaltsstoffe. Wie es einfacher geht zeigen uns die Hersteller in ihrer Werbung. Hier wird das verkauft was die Kunden wünschen: sanfte, natürliche Farben und weiche, glänzende Locken. Verkauf und Werbung professionell über Unterbewußtsein und Gefühl.

So ist es kein Wunder, das die, die es eigentlich betrifft, von diesem Riesen Umsatzkuchen so gut wie nichts mitbekommen, die Fachleute für’s Haar, die Friseure.

Hier sinken die Umsätze, ebenso die Stimmung, es gibt fast ständig neue Negativmeldungen. Das Friseurhandwerk in der Krise. Ob hier Imagekampagnen die Lösung des Problems sind wage ich zu bezweifeln. Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller wenn sich die Manager unserer Firmen einmal Gedanken über ihr Marketingkonzept machen würden, hier ist längst ein Umdenken angesagt, denn sie produzieren nicht mehr lange für eine reine Konsumgesellschaft.

Der kommenden erlebnisbereiten Dienstleistungsgesellschaft müssen Produkte anders offeriert werden.

Von einem umfassenden Schulungs-, Werbe-, und Marketingkonzept dürften alle profitieren.

Dafür müßte man den gegenwärtigen Zustand des Friseurmarktes kurz aus einer Perspektive analysieren:

  • Kunden: sie bleiben im zunehmenden Maße aus den Salons, vielfach unzufrieden. Verbraucher von heute wünschen eine qualitativ hochwertige Dienstleistung. Der Friseurbesuch als Erlebnis, als Freude und Entspannung im Alltag. Hierbei ist ein großer Teil der Friseure (vielleicht sogar der größere)   bisher überfordert.
  • Mitarbeiter: der Friseurberuf für viele Neuanfänger nur noch ein Notstopfen um überhaupt einen Ausbildungsplatz zu haben. Die Bezahlung eher am unteren Ende der Lohnskala, wenig Aufstiegschancen, der Beruf ist anstrengend und ein großteil der Mitarbeiter ist nicht nur unmotiviert sondern auch für einen beratenden Beruf nicht genügend qualifiziert.
  • Betriebsinhaber: nur wenige haben den Sprung an die obere Leistungsgrenze geschafft. Die meisten schweben im Mittelmaß oder noch darunter. Nur wenige sind auch gute Kaufleute, noch weniger sind gute Führungskräfte für ihre Mitarbeiter. Weiterbildung ist oft ein Fremdwort, trotzdem wird nur die eigene Arbeitsweise als die einzig richtige akzeptiert und alles andere als Unfug abgewertet. Auch wenn die Umsatzzahlen eine andere Sprache sprechen.

Es gibt Salons mit riesigen Zuwachszahlen, diese haben den Markt erkannt. Alle anderen sollten es noch erlernen. Hier könnte die Industrie hilfreich zur Seite stehen.

Schulungskonzepte von Grund auf könnten ein Weg aus der Misere sein.

Angefangen bei den Unternehmern. Vielen Chef’s könnte ein vermitteln von betriebswirtschaft- lichen Kenntnissen mehr als gut tun. Manches Unternehmen würde aufblühen wenn der Chef wenigstens etwas Führungsqualitäten zeigen würde. Die Defizite in diesen Bereichen sind mehr als groß.

Sicherlich werden hinreichend Seminare in jeglicher Form angeboten. Für viele Unternehmer die den Weg nach oben noch nicht gefunden haben aber oft unerschwinglich teuer.

Es könnte beispielsweise doch so aussehen, das eine bestimmte Zahl von Friseuren, die sich vorher für ein von der Industrie angebotenes Konzept entschieden hat, sich zu einer Schulungsreihe zusammenfinden. Räumlich nah, ohne weite Anreise und teuere Hotels. Ob jetzt ein Firmenberater wirtschaftliche Fakten vermittelt oder Persönlichkeiten wie Reinhard Sprenger über Motivation , Mathias Horx über Trends referieren, mag vom Konzept abhängen.

Wichtig ist es, dieses Wissen einer breiteren Schicht zu vermitteln und nicht nur denen die ohnehin an der Spitze stehen.

Die so neu erworbenen Grundkenntnisse der Unternehmer sollten längerfristig begleitet, vertieft und auch mit den Mitarbeitern aufgearbeitet werden. Gerade in der heutigen Zeit bieten sich auch neue Schulungskonzepte an. Die Möglichkeiten von Video, PC oder CD ROM sind noch längst nicht ausgeschöpft.

Hierdurch werden die Mitarbeiter neu und intensiver geschult, lernen auch wirtschaftliche Fakten kennen, werden neu motiviert.

Das Endergebnis wird nicht nur eine neue und bessere Qualität der Dienstleistung sein, sondern auch wieder zufriedene Kunden/innen und Mehrumsatz.

Und wer bezahlt das Alles? Die Friseure die es hier betrifft haben schließlich (noch) kein Geld !?

Natürlich die Industrie!
Spart ein paar Plakate, die ohnehin oft genug im Müll landen. Vielleicht auch zwei oder drei TV Spots. Schulungen bietet Ihr immer schon an, stellt sie um.
Überdenkt das Konzept. Und das, was bei einem neuem Konzept herauskommt, ein exzellenter nach den heutigen Verbraucherbedürfnissen zugeschnittener Friseursalon mit akzeptablen Umsatzzahlen das ist auch Euer Gewinn. Vielleicht steht dann an der Eingangstür der aus der TV Werbung bekannte Hinweis : dies ist ein XYZ - Wellness Salon zum wohlfühlen !

Rene Krombholz 2005 für DFH

 

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