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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 19.10.2017

Einkaufsmekka?

Haarpflegeprodukte im Internet


 

Durchschnittlich 25.000 Euro für verkaufte Haarpflegeprodukte lassen die Kassen der Drogeriemärkte klingeln. Monat für Monat in jedem einzelnen Drospa, KD, Schlecker oder sonst welchen Märkten. In den Kassen der Friseure hingegen herrscht vielfach Ebbe sofern es um das Thema Warenverkauf geht.

Ärgernis bisher: die oft unterlaufene Preisempfehlung der hochwertigeren „friseurexklusiven Produkte“ die oftmals von Shops preiswerter an den Mann / die Frau gebracht wurden.

Friseurexklusive Produkte der „Großen“ der Haarkosmetik finden sich aber auch auf Flohmärkten oder im Internet. Produkte von Wella, Schwarzkopf, eingeschränkt auch Goldwell und Redken finden sich im Internet massenhaft. Wobei die Internet – Endverbraucherpreise vielfach unter den Einkaufs-Listenpreisen des Friseurs liegen. Was mehrere Ursachen haben kann: Waren die mit Verlust abgestoßen werden um Liquidität zu schaffen, Waren die mit gut ausgehandeltem Rabatt eingekauft wurden wobei dieser Rabatt weitergegeben wird oder Waren die re-importiert werden oder über andere Kanäle in den Handel gelangen. Genau hier versucht die Industrie seit Jahren mit mehr oder weniger Erfolg einen Riegel vorzuschieben.

L’oreal beispielsweise möchte seine Exklusivmarke „Kerastase“ mit großer Konsequenz schützen indem Waren codiert und die Vertriebswege in dubiose Kanäle erkennbar gemacht werden. Wer Waren in andere Vertriebswege weiterleitet dem droht Kündigung des Depots und 6.000,-€ Vertragsstrafe. Kerastase hat in den letzten 3 Jahren deshalb die Zusammenarbeit mit 2.500 Salons beendet.

Zeitgemäß gerät zunehmend das Internet in den Blickpunkt des Kunden-Interesses aber auch in die Kritik. Unmengen an Waren und Produkten finden hier den Weg zum Käufer.

www.hair-shop24.de oder www.womensnet.de sind die wohl bekanntesten Anbieter wenn es um das Thema Haarpflege geht. Konträr zur Vertriebsstrategie von Kerastase wirbt http://haargenau.globalshop.de Kerastase / Keralogie: Jeden Monat neue Angebote- bis zu 35 % reduziert.“ Und so finden sich dann hier genau die Angebote die es eigentlich nicht mehr geben sollte. Beispiel: Bain Elasto Curl, 1000 ml Maxiflasche, statt für 41.- €uro jetzt für 32,80 €uro. Ersparnis für den Kunden 8.20 €uro!

www.starwell.de beispielsweise bietet den Besuchern sogar Kabinettprodukte zum Kauf. Die Tube Koleston ist dort für 9.19 €uro erhältlich. Kein Einzelfall, wer (im Internet) sucht, der findet, Angebote dieser Art gibt es viele. Von Farbe oder Tönung bis hin zur Dauerwelle und Blondierung ist alles lieferbar. Die Suchmaschine Google meldet nach Eingabe des Suchwortes „Koleston“ gleich 1.200 Angebote. Ebay wartet mit Offerten auf die nicht unbedingt für Endkunden gedacht sind: 100 Tuben Koleston für 489,- Euro, inclusiv Mehrwertsteuer. Macht 4,89 € pro Tube Haarfarbe, die Wella Preisliste 2004 für den Friseureinkauf weist dieses Produkt mit 8,25 € plus 16 % Mwst. aus!

Bei Paul Mitchell ist man seit jeher bemüht die Friseur-Exklusivität zu wahren. Die Produkte zeigen sich auf den ersten Blick ins Internet preisstabil, es finden sich kaum Angebote unter Hersteller-Preisempfehlung. Einzig bei www.auktion9.de wird eine wahre Fundgrube aufgetan. 100 ml Instant Moisture Treatment sind hier für 1.99 zu bekommen, statt für ca. 13,- €uro Normalpreis. Allerdings führen die Angebote dieser Seite allesamt zu Ebay, - und das ist ein anderes Thema.

Wenige Treffer für günstige Einkäufe liefern die Suchmaschinen bei den Marken Tigi, Sebastian, Londa, Kadus. Einige wenige Shops führen diese Produkte, allerdings sind die Preisunterschiede meist gering. Einzig bei vorgenannter Website www.auktion9.de wird man wiederum fündig, wobei die Preisersparnis bei Marken und Produkten stark variiert.

Ob es nun am Bekanntheitsgrad liegt oder andere Ursachen hat: für die Marken Conzen, Sebastian und Biosthetic liefert auch auktion9.de keine Treffer. Hier sind im Internet zwar einige deutsche Shops zu finden welche Produkte dieser Hersteller anbieten, aber mit ( wenn überhaupt) nur minimalen Preisunterschieden.

Was nicht bedeuten kann das es bei der Vielfalt und schnellen Entwicklung im Internet auch noch Morgen so sein muß.

Friseursalons mit eigenem Shop im Internet sind inzwischen zahlreich geworden. Dieser Vertriebsweg wird von den Lieferanten der Friseurbranche auch nicht unbedingt ausgeschlossen. Zwar unterzeichnet der Friseur-Unternehmer bei Bindung an einen Lieferanten in der Regel den Passus „Waren ausschließlich über den Salon“ zu vertreiben, aber nach gültiger Rechtssprechung gehört ein Shop im Internet ebenfalls zum Salon, sofern dieses stationäre Geschäft den Hauptanteil des betreffenden Umsatzes erwirtschaftet.

Ob es erfolgreich ist zum normalen empfohlenen Abgabepreis Waren im Internet zu vertreiben bleibt zweifelhaft. Schließlich kommen für den Käufer noch Zusatzkosten für Porto und Verpackung hinzu. Zum Normalpreis angeboten wird ein Produkt damit deutlich teuerer als beim Kauf im Salon. Wer den potentiellen Käufern hier nicht Einsparmöglichkeiten zumindest in Höhe dieser Zusatzkosten bietet, wird wohl kaum etwas verkaufen.

Auf der anderen Seite entstehen dem Verkäufer Kosten und Gebühren für seinen Online-Shop, wer hier also nicht genauestens kalkuliert macht schnell ein Zusatzgeschäft.

Hochinteressant ist das Internet allerdings für Käufer. Ein enormes Einsparpotenzial und Vergleichsmöglichkeiten reizen, wobei bei vielen Kunden noch Ängste in Sachen Zahlungsverkehr per Internet im Vordergrund stehen und am Kauf hindern. Es ist allerdings eine Frage der Zeit bis der Einkauf über das Internet Normalität wird und den stationären Friseursalons weiterer Umsatz entzogen wird.

Für den erfolgreichen Friseur ist die Information über das Geschehen im Internet deshalb unerlässlich. Er sollte daraus seine Schlüsse ziehen und ggf. rechtzeitig handeln. Es hat einen unangenehmen Beigeschmack im Salon Produkte anzubieten mit dem Wissen das Ihre Kunden genau diese im Internet zu Preisen erwerben können die unter Ihren Einkaufspreisen liegen. Aber genau dies trifft nicht gleichermaßen für alle Marken oder Produkte zu...

 

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Im Drogeriemarkt ist ein Schaumfestiger der Firma XY für 5,95 DM erhältlich. 250 ml Dose, ansprechende Aufmachung, durch Werbung in Zeitung und TV ausreichend bekannt. Entsprechend gut ist die Nachfrage. Im Salon nebenan steht ein Schaumfestiger des gleichen Herstellers. Ohne Werbung in diversen Medien muß der Friseur schon den doppelten Betrag als Einkaufspreis bezahlen. Mit geringem Gewinn und Mitarbeiterprovision ist dieses Produkt dann im Verkauf 3mal so teuer wie im Retailmarkt. Hier fehlen die Argumente, um dem Verbraucher diesen Preisunterschied zu begründen. Bessere Qualität ? Sehen wir doch jeden Tag im Fernsehen, wie toll dieses Produkt ist! Beratung hat ihren Preis? Was wollen Sie bei einem Stylingprodukt großartig beraten? Mich stimmt dieses Dilemma nachdenklich. Es muß nicht so sein, glaube ich. Wenn ich mir die Summen vorstelle, welche die Industrie unproduktiv in den Sand setzt.... Nicht nur dieses ! Wella zum Beispiel: hier hat man dieses Jahr zum ersten Mal im Retailmarkt schwarze Zahlen geschrieben, vorher also Verluste erwirtschaftet. In den Bilanzen der Wella AG sind aber keinerlei Verluste ausgewiesen. Ordentliche Gewinne sind hier zu verzeichnen, aber woher kommen diese? Haben die Friseure durch überhöhte Einkaufspreise die Verluste im Retailbereich ausgleichen können? ( müssen!? ) Innovationen. Wie oft wird eine neue Haarfarbe oder Tönung vorgestellt. Neue Aufmachung, mehr Haltbarkeit, mehr Glanz. Neuer (höherer) Preis. Die Praxis zeigt: die versprochene höhere Qualität entspricht nicht immer dem höheren Preis. „Wenn die „Großen“ etwas Neues vorstellen muß es gut sein, preiswertere Produkte von kleinen Firmen sind nichts.“ Auch ein Denken vieler Friseure, welches an den heiligen Geist erinnert. Pflanzenfarben, vor Jahren eine große Innovation. Zuerst Wella, dann andere, fast ebenso erfolgreich. Scheinbar hatten viele Berufskollegen auf solche Produkte gewartet. Dabei gab es sie schon seit Jahren, fast unbekannt und erfolglos beworben. Wer kannte schon die kleine Firma Bauer, welche hervorragende Pflanzenfarben produzierte und von Wella aufgekauft wurde ? Unter dem Namen Living Colors ein voller Erfolg. Blocker, ein Präparat um Haarspitzen von Dauerwellflüssigkeit ganz oder teilweise zu isolieren fand ich vor Jahren zuerst bei der Fa. Rowell. Der Preis für 1Liter lag bei 33,-DM. Lange Zeit später brachte Wella sein Perform Stopp’ Roll. In ansprechender 150 ml Tube, laut Aufdruck mit einem Repaireffekt versehen erfüllt es den gleichen Zweck. Hier kosten 150 ml DM 20,-. Der Mehrpreis für 1 Liter liegt bei ca. 100,- DM. Merken Sie was? Produktinformationen und Preisvergleiche können wichtig sein! Kostenlose Zugaben bei größeren Bestellungen gab es immer schon. Verkaufsständer, Displays, Beratungshilfen und Warenproben summieren sich zu stattlichen Beträgen. Eine vor mir liegende Keralogie -Rechnung beläuft sich auf 3.400.- DM Warenwert. Als kostenlose Zugaben sind enthalten 250 Proben als Sachets, 200 Proben Haarbäder. (Nach Auskunft des Außendienstmitarbeiters kostet die Herstellung 0,35 / 1,00 DM. Weiter sind enthalten 1 Warenständer ( lt. Angabe 450,-DM), 1 Deko Paket, Schaufensterwerbung, Plakate, 200 Broschüren. Alles zusammengerechnet ergibt sich hier schätzungsweise ein Wert von rund 1000,- DM an „Gratis“ Zugaben. Fast 1/3 des Rechnungsbetrages! Ihnen als Abnehmer muß klar sein, daß dies nicht vom hl. Geist bezahlt wird, sondern aus Ihrer Tasche kommt! Üben Sie Verantwortung mit den Umgang von sogenannten Werbehilfen! Überlegen Sie, was Sie wirklich brauchen und sinnvoll einsetzen können. Weisen und geben Sie zurück was Sie nicht benötigen! Das ist ein notwendiges Feedback an die Industrie und führt letztendlich zur Kostenersparnis. Überhaupt, Plakate und andere Werbemittel. In manch einem Schaufenster finden sich 3-5 Plakate die irgendwelche Verkaufsprodukte offerieren, sonst nichts. Machen Sie Reklame für die Industrie oder für Ihre Leistung? Sie sollen sich mit Ihrer Leistung abheben, einzigartig und individuell sein. Wenn ich durch die Stadt gehe und in jedem zweiten Schaufenster einen entzückenden Frauenrücken als Werbung für American Colors entdecke, finde ich dies nicht individuell und erst recht nicht sinnvoll. Ebenso unverständlich ist mir, was genau dieses Plakat in Fenstern zu suchen hat aus denen tote Fliegen liegen und eine Altersstruktur jenseits der 60 erkennbar ist. Frisurenbücher, Trendvorlagen kosten in der Herstellung sehr viel Geld und können eine gute Beratungshilfe sein. Ohne technische Anleitung sind sie gerade für jüngere Mitarbeiter nicht geeignet. Didaktisch ebenso unsinnig sind die Workshops und Vorführungen bei den Friseurmeisterschaften. Zugegeben, ich möchte die „Großen“ mit Show und Tamtam nicht missen. Aber ich frage mich, wie sieht so mancher Haarschnitt aus, der aus der Erinnerung einer 20 Minuten Show, Tage später im Salon nachvollzogen wird? Sinnvoller erscheinen mir da eher Frisurenbücher, zu denen ein Technikbuch geliefert wird ( Schwarzkopf mit Essential Looks ) oder Schulungsvideos zu neuen Techniken ( Wella American Colors und Varioform ) Auch hier entscheiden Sie , was für Sie sinnvoll und brauchbar ist. Alles andere sollten Sie zurückweisen oder Ihrem Verkaufsberater sagen was Sie sich wünschen. Er kann Ihre Vorstellungen weitergeben. Außendienstmitarbeiter der Industrie arbeiten auch nicht umsonst. Folglich kosten Sie Geld. Dies ist in Ihren Einkaufspreisen mit einkalkuliert, wie alles andere auch. Seien Sie auch hier kostenbewußt. Bei jedem Besuch eines Außendienstlers entstehen Kosten. Planen Sie sinnvolle Besuchsintervalle die Sie mit Ihrem Vertreter absprechen. (Manches kann man auch telefonisch erledigen). Vielleicht bekommen Sie jetzt eine Vorstellung davon, welche stattlichen Summen sich einsparen lassen. Beträge, die Sie und ich, heute in unnötiger Weise mit bezahlen. Immense Einsparungen sind möglich. Zu Gunsten günstigerer Einkaufspreise oder aber auch sinnvollerer Aktivitäten . Notwendig ist lediglich ein wenig kritischeres und aufmerksameres Denken im Umgang mit der Industrie, sowie ein notwendiges Feedback an diese und ihre Außendienstler. Letztendlich richten sich Wella, L`oreal , Schwarzkopf und alle anderen nach Ihren Wünschen, Sie müssen diese nur konsequent und immer wieder äußern !     
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