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Letzte Aktualisierung: 16.11.2017

Ist die Finanzkrise schon am Friseurmarkt angekommen?

In diesem Artikel teilt Harald Müller (SPC) mit uns seine Chefgedanken zum Thema: Wo bleibt die Krise? Ist die Finanzkrise schon am Friseurmarkt angekommen?


Anstatt auf die Krise zu warten, ist es wichtig, dass eigene Unternehmen auf den Prüfstand zu stellen und zu verbessern. Dann muss einem um die Zukunft gewiss nicht bange sein!

Anfang Juni riefen mich zwei Mandanten an mit der Frage, „Wie denn der Mai bei den anderen Mandanten so gewesen sei?“. Bei ihnen wäre der Monat nicht wirklich „der Burner“ gewesen. Nun gut, er hatte weniger Öffnungstage, weil fünf Wochenenden und zwei Feiertage den Monat zierten. Die Erfahrung bringt demnach die Erkenntnis, dass die Anzahl der Öffnungs- bzw. Arbeitstage maßgeblichen Einfluss auf den Monatsumsatz hat. Und schon aus dem Grund war der Mai sicher kein Rekordumsatz-Monat.

Die Frage birgt vielmehr einen Generalverdacht in sich: „Spürt man schon was?“ „Ist die Krise schon am Friseurmarkt angekommen?“ Diese Frage könnte lokal vielleicht in dem einen oder anderen Fall bejaht werden. In der Breite ist dies jedoch sicher nicht der Fall.

Im Gegenteil: Die aktuelle Marktforschung belegt, vor allem aufgrund der Tatsache dass die Inflation auf „0“ zurückgegangen ist, deutlich höhere Lohnabschlüsse vorgenommen wurden und die Arbeitslosigkeit noch von den Rekordzahlen von früheren Jahren weit entfernt ist, die Verbraucher konsumieren ungebremst.

Ja - die Bürger haben immer noch ausreichend Geld zum Konsum zur Verfügung.
Natürlich kann niemand beantworten, was wohl in einem Jahr sein wird. Wie kann der Staat die finanziellen Löcher stopfen? Und tun sich noch weitere in der Industrielandschaft auf? Kommt die befürchtete Inflation in zweistelliger Höhe?

Wie wirkt sich dies tatsächlich auf die Friseurbranche aus?
Wer natürlich auf die Krise wartet, um die eigenen wirtschaftlichen Probleme sehr einleuchtend erklären zu können, der findet dann vielleicht ein beruhigendes Argument, allerdings verbessert dies die eigene Situation in keinster Weise.

Doch gerade jetzt gilt es mehr als je zuvor im eigenen Unternehmen zu agieren und nicht erst dann zu reagieren, wenn ein Negativ-Trend einsetzt. Wenn sich die Krise wirklich bemerkbar machen sollte, dann zuallererst bei den Unternehmen, die sich von anderen Salons nur dadurch unterscheiden, dass sie eine ungefähr vergleichbare mäßige Leistung zu viel höheren Preisen anbieten.

Dort fragen sich dann die Verbraucher, ob sie diese Leistung nicht bei anderen Salons günstiger erstehen können. So kommt es folglich zu einem üblichen Marktbereinigungsprozess, bei welchem die Unternehmen verlieren, die in den letzten Jahren noch so „mitschwimmen“ konnten, aber ohnehin schon existenzbedroht waren.

Gerade die Unternehmer sind es, die es scheuen, wegen finanzieller Engpässe notwendige Investitionen in Konzept, Weiterbildung und Marketing vorzunehmen. Und wer sich von anderen Unternehmen nicht abheben kann, geht im freien Wettbewerb in der Masse unter und kann nur noch durch Minderleistung aus dem Wettbewerb fallen. Ein Zuwachs ist unter diesen Bedingungen so gut wie nicht möglich.

Wodurch heben wir uns demnach von den anderen Salons ab? Diese Frage muss in der aktuellen Situation lauter denn je gestellt werden. Sollte hier kaum ein Punkt gefunden werden, ist die Frage, „Wodurch wollen wir uns denn abheben?“ umso wichtiger. Viele Chefs werden die zweite Frage einfacher beantworten können, sofern sie tatsächlich ein ausgearbeitetes Konzept vorliegen haben. Dies steht dann so auf dem Papier!

Ob dies in der Praxis auch tatsächlich so umgesetzt und gelebt wird, entscheidet die Beantwortung der ersten Frage. Für mich ist es immer wieder erschütternd, wie viele Dinge nicht oder nicht mehr gelebt werden, obwohl sie umfangreich geschult wurden und die Mitarbeiter diese „eigentlich“ auch beherrschen.

Ab und an, wenn ich die Gelegenheit habe, in einem von mir betreuten Salon ein bis zwei Stunden den Alltag zu beobachten, fallen mir so viele Punkte auf, die leider in keinster Weise perfekt gelebt werden. Nur – wenn mir diese Punkte schon nach ein bis zwei Stunden auffallen, warum fallen diese sonst keinem auf und werden geändert. Ist nicht der Unternehmer oder der Salonleiter letztendlich für die konsequente Umsetzung verantwortlich?

Einige Mitarbeiter haben in puncto Outfit scheinbar einen Sonderstatus. Andere treten Mitarbeiter Kundenfreundlichkeit mit Füßen, in dem sie bei Reklamationen nicht den Kunden verstehen wollen, sondern nur nach den Ursachen forschen, damit Kunden auf jeden Fall im Unrecht sind. Es werden einfachste Dinge im Umgang mit Namen (Begrüßung, namentliche Ansprache, Verabschiedung) nicht umgesetzt. Allerdings werden diese Punkte von den Vorgesetzten auch nicht – oder nicht mehr – eingefordert.

Und hier ist die Wurzel allen Übels vergraben: Wer seine Ansprüche an sein Unternehmen und damit an seine Mitarbeiter zurückschraubt, darf sich auch nicht beschweren, wenn die Mitarbeiter immer nach- und fahrlässiger werden und die Kunden das Unternehmen auch nicht sonderlich positiv bewerten. Dies bedeutet Kundenverluste und eine ständig sinkende Weiterempfehlungsquote. Und damit gerät man immer mehr in die Gefahr, vielleicht doch sehr krisenanfällig zu sein.

Es gilt also mehr denn je, seine Hausaufgaben zu machen: Konzept hinterfragen! Besteht Investitionsbedarf? Wo heben wir uns ab? Wie wird dies in der Praxis gelebt? Und vor allem: Jeden Tag neben den eigenen Aktivitäten an Kunden vor allem immer ein waches Auge als Coach und Trainer auf sein Team zu haben. Leben wir unsere Ansprüche und Standards? Falls nein, dann sollte ein Feedback für die Mitarbeiter nicht auf die lange Bank geschoben werden. Es gilt schnell zu handeln, es gilt zu agieren anstatt nur zu reagieren. Und dem Team ganz klar aufzuzeigen: Was lasse ich zu und was lasse ich nicht zu!

Ich wünsche Ihnen einen umsatz-heißen Sommer Ihr Harald Müller

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