Immer anders
Wer seit Jahrzehnten im Friseurhandwerk Gespräche mit Mitarbeitern führt, sammelt Erfahrungen, die über das Normale weit hinausgehen. Im Büro wertet man dann auch noch die Daten der Betriebsstätten aus und wundert sich über die zum Teil großen Abweichungen zwischen einem Betrieb und einem anderen, scheinbar gleichen, Betrieb. Die Ursachen sind vielfältig.
Wertschöpfunq unzureichend
Im Friseurhandwerk ist heute sehr oft eine zu geringe Wertschöpfung zu beobachten. Das gilt vor. allem dann, wenn einerseits die Angebotspreise niedrig sind, die Mitarbeiter aber in ihren Arbeitsabläufen alten Schemata folgen, weil sie die modernen Arbeitsschritte nicht gelernt haben, und wenn seitens der Führung des Unternehmens wenig bis kein Steuerungs-, kein Führungs- und kein Controllingverständnis vorhanden ist.
Dabei wird manchmal übersehen, dass gerade Friseurinnen in der Regel ein schwaches Selbstbild besitzen, Feedback vornehmlich bei Kunden/Kundinnen suchen, wenn sie nicht in Teamentwicklungsprozessen lernen, bei der Gestaltung ihrer Rolle im Unternehmen auch unter wirtschaftlichen Aspekten zu wirken und zu leben.
Berufserfahrungen bestimmen das Verständnis
Friseurinnen haben im Gegensatz zu der Mehrheit der arbeitenden Menschen keine arbeitsteiligen Industriesysteme kennengelernt, sondern erbrachten fast immer in einer Art von Autonomie ihre Leistungen.
Objektive Maßstäbe sind ihnen fremd.
Hierarchische Erfahrungen fehlen.
Das Lob des Kunden ist ihnen wichtig. Das Trinkgeld natürlich auch. Dabei gilt: Viel Trinkgeld = Ich habe es gut gemacht und umgekehrt. Deswegen leisten viele Friseurinnen nicht das, was für das Unternehmen gut ist, sondern verbünden sich mit dem Kunden, der Kundin zum Nachteil der Kasseneinnahme.
Fehlt es an Führung, absorbieren die Teams ihre reichlich existierende Unsicherheit, „vergessen" alles das, was sie nicht leisten können, z. B. weil sie es damals in dem kleinen Lehrbetrieb erst gar nicht gelernt haben...
Das Ergebnis ist eine Nichtleistung, von der die Inhaber nichts mitbekommen.
Und so reden die Friseurinnen im Alltag: „Das steht ihnen nicht..." oder „Das machen wir nicht..." Und das sanktioniert jeder Kunde. In anderen Branchen, so sind seine Erfahrungen, erlebt er „Beratung" völlig anders. Da wird er gedrängelt, dieses oder jenes Produkt zu kaufen. Bei diesen Friseurinnen aber spart er schließlich nur...
Ein riesiger Markt bleibt unbearbeitet
Anhand der Datenaufarbeitung lassen sich durch unsere Bearbeitung die Schwächen jeder einzelnen Friseurin identifizieren und im Idealfalle nach Gesprächen und Veränderungen des Verhaltensrepertoires mit punktgenauer Weiterbildung abstellen. Das Ergebnis ist in der Regel eine Leistungssteigerung, die in Euro ablesbar ist. Die Leistungsfreude wird dabei gefördert, von Kunden und vom Chef erfährt die Friseurin Belohnungen und die Schaffung besserer Mehrwerte wird wie nebenbei endlich erreicht.
Mit Menschen umgehen
Friseurinnen arbeiten nicht in einer digitalisierten sondern einer realen, originären, greif- und fühlbaren Welt. Sie haben damit Chancen, ihre Schlüsselqualifikation „Umgang mit Menschen" sowohl als Team player aber auch als emotionales Wesen auszuleben. Gerade dafür brauchen sie Anleitungen, Vorgaben und Hilfestellungen vor allem in diffusen Situationen.
Die Selbstführungskonzepte der meisten Friseurinnen müssen überarbeitet werden. Wann beginnen wir?
Diesen Artikel erhielten wir von
UNTERNEHMENSBERATUNG GOEBEL
30938 BURCWEDEL
www.goebelberatung.de.
Anmerkung:
Dieser Artikel ist keine Provokation, er trifft den Nagen auf den Kopf.Friseurinnen leben emphatisch und emotional in einem Beruf der durch den Umgang mit Menschen jeglicher Coleur ein riesiges Potential zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung bietet - wenn man es nutzen kann, wenn dieses "angestossen" wird.
Mein (bis heute) bestes Seminar als Friseur durfte ich vor mehr als 20 Jahren besuchen. An drei Wochenenden lehrte einer der weltbesten Trainer (Pahle Thompson) den Friseuren die ersten bewussten Schritte zur Persönlichkeitsentwicklung.
Diese Seminarreihe wurde damals von Schwarzkopf angeboten und blieb der einzige Versuch der Haarkosmetikindustrie in dieser Art...