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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 19.10.2017

Klassische Technik oder Kreativität?

Nicht nur IT Berufe sind einem ständigen Wandel unterworfen,


der regelmäßige Weiterbildung notwendig macht. Auch der Friseurberuf gehört in diese Kategorie .Der Kodex für das Friseurhandwerk in Europa spricht von der Notwendigkeit des „lebenslangen Lernen“ . Kundenwünsche wandeln sich ebenso, wie die jeweilige Mode.

Ein Mode Diktat gibt es schon lange nicht mehr. Vielfalt ist angesagt. Allerdings: die wilden Mähnen und zerzausten Fransenlooks, die den Friseur eher erübrigten,  haben langsam ein Ende gefunden.  Aktuell ist wieder mehr Glamour und Handwerkskunst gefragt,. Selbst junge Mädels greifen zum Festkleid, wenn es zum Abi Ball geht. Die passende Frisur inbegriffen ist eine Chance für den Friseur. Fachmessen bestätigen diesen Trend: Hochsteckfrisuren, Knoten, Flechtfrisuren oder Retro Perspektive im Stil der Zwanziger.  Umso erstaunlicher empfand ich die Nachricht, dass die Wasserwelle aus dem Lehrplan und aus der Prüfungsordnung genommen wird. Es ist vorhersehbar, das Wellen in absehbarer Zeit wieder „ IN“sein werden. Viel Schweiß am Übungskopf hat mich diese Technik gekostet. Nein geliebt habe ich diese Arbeit auch nicht -  aber chic sieht es nun mal aus und passt in die modische Entwicklung!  Bald bezahlen wir wieder €uros für Lehrgänge, um unsere Mitarbeiter Wasserwellen trainieren zu lassen. 

So wie vor einigen Jahren beim  Faconschnitt.: die Mode hatte sich gewandelt, die Männerfrisuren waren länger und der „Übergang“ im Nacken out. Gestrichen von Ausbildungs-, und Prüfungsordnung. Es dauerte nur wenige Jahre, dann mussten Lehrgänge installiert und bezahlt werden, um den Mitarbeitern genau das wieder beizubringen, nachdem die Haare der Männer wieder dem kürzeren Trend folgten. 

Manche sehen weiter. So fiel mir ein Seminar meiner Innung auf:  BOMBAGE !  Viele runzeln jetzt die Stirn und fragen: was ist das überhaupt? Rene Krombholz nahm für „ friseur - news“ die Gelegenheit zum Anlass, einmal die Verantwortliche für diese Seminare zu befragen: Frau Monika Schmitter, Obermeisterin der Friseurinnung Düsseldorf

friseur-news:
Frau Schmitter, mit Erstaunen habe ich das Seminarangebot „Bombage“ zur Kenntnis genommen, eine Technik die nun nicht gerade den Trends entspricht, warum solch ein Angebot?

Obermeisterin M. Schmitter:
Wir haben zwei verschiedene Kurse, für Prüflinge, wie auch für Ausbilder. Ziel ist es,  eine optimale Leistung für die speziellen Anforderungen in der Prüfung erbringen zu können. Diese umfasst nicht nur Schnitt und Styling, sondern auch Arbeitsvorbereitung z. B. Schnittgrafik und Schnittbeschreibung. 

friseur-news:
Werden weitere Kurse in dieser Art folgen? (Klassisches Arbeiten)

Obermeisterin M. Schmitter:
Wir bieten auch Kurse für Dauerwelle (prüfungsbezogen!) und z. B. Flechtseminare...

friseur-news:
Frau Schmitter, wie sehen Sie die derzeitige Ausbildungsqualität?

Obermeisterin M. Schmitter:
Die Anforderungen für die Ausbildung sind derzeit hoch und das ist gut so!  Leider erreichen nicht alle Ausbilder diese erforderliche Qualität. Auch sind manche Azubis nicht in der Lage, oder willens, sich gut vorzubereiten und auch viel zu üben und zu lernen. Aber nur so geht es …

friseur-news
Frau Schmitter, erachten Sie es als sinnvoll – zeitweise weniger gefragte Fertigkeiten – (Wasserwelle) von der Prüfungsliste zu streichen?

Obermeisterin M. Schmitter:
Die Bandbreite unseres Berufes macht für mich einen Teil seiner Faszination aus. Nur Haare schneiden, das wäre mir zu langweilig. "Altmodische" Techniken werden immer wieder modern und – wichtig: viele dieser Techniken trainieren Fingerfertigkeit und das Verständnis für Proportionen und Arbeitsabläufe. Nur wer diese Fertigkeiten kann, kann auch kreativ und innovativ arbeiten!

Die Prüfungen werden den veränderten Anforderungen des Berufes angepasst – die Wasserwelle ist raus. Das ist richtig so, darf aber keinen Einfluss auf die Vielseitigkeit des Berufsbildes haben.

friseur-news
Schönen Dank für Ihre Antworten und viel Erfolg weiterhin bei Ihrer Arbeit als Fachfrau und Obermeisterin.

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