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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 19.10.2017

Heiko Schneider

Heiko Schneider, Sieger des begehrtesten Awards in der deutschen Friseurszene!


Schon im Vorfeld hatte sich der TIGI Salon aus Hoyerswerda gegen einige hundert Mitbewerber durchgesetzt, hatte dann in der finalen Ausscheidung die Nase vorn und wurde Sieger in der Kategorie Employer.

Jetzt hatten wir Gelegenheit ein paar Fragen zu stellen.
Die Fragen stellte Rene Krombholz, als Chefredakteur friseur-news und Gründer der Wertegemeinschaft "Der faire Salon"

• Herr Schneider, zunächst herzlichen Glückwunsch zu dieser großartigen Auszeichnung!
Wer genau hinschaut wird sich wundern: Hoyerswerda ist nun mal nicht die Düsseldorfer Kö oder der Kuhdamm in Berlin. Tolle Ergebnisse, die Ihr Unternehmen  vorweisen kann, und das in einem Gebiet, wo viele Ihrer Kollegen behaupten dort sei gar nichts möglich.

"Ich würde nicht behaupten, dass die Standortfrage nicht entscheidend ist, aber die meisten Friseurunternehmen arbeiten regional. Um international bekannt und erfolgreich zu werden sind Standorte wie der Kudamm in Berlin oder die Kö in Düsseldorf sicherlich notwendig, um national ganz oben mitzuspielen ist die Standortfrage aber ja nur ein Kriterium von vielen - hier zählen vielmehr die Menschen im Unternehmen. Wenn Sie an einem super Standort kein super Team haben hilft das nicht viel, wenn Sie aber an einem Standort wie Hoyerswerda ein super Team haben, dann kann man sehr viel erreichen.

• Die Mehrheit ihrer Mitbewerber jammert über nicht durchsetzbare Preise und undankbare Kunden… Sie beweisen das Gegenteil. Wie macht man das?

"Die Ansprüche der Kunden sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Hier geht es  nicht so sehr um die fachliche Leistung - diese muss einfach immer „Top“ sein. Vielmehr geht es um die vielen weichen Faktoren, insbesondere um eine Salonorganisation - also etwas, das der Kunde nur mittelbar wahrnimmt, aber sofort merkt wenn etwas nicht stimmt. Ich möchte, dass wir unseren Auftritt als Friseur professionalisieren. Nur sehr professionelle Leistungen, und ich meine eben nicht nur fachlich sondern auch organisatorisch, rechtfertigen einen höheren Durchschnittspreis.

Und daran müssen wir ständig arbeiten und uns dann auch trauen unsere gerechtfertigten Preise am Markt durchzusetzen. In meiner Praxis als Referent und Trainer merke ich immer wieder, wir Friseure haben selbst am meisten Angst unsere Preise so anzupassen, dass der Betrieb eines Friseursalons auch Spaß macht. Hier sollten wir von anderen Branchen lernen. Und eine ganz konkrete Empfehlung habe ich: beschäftigen Sie Rezeptionisten aus dem Hotelwesen.

• Sie sind seit 2013 aktives Mitglied in der Wertegemeinschaft für das Friseurhandwerk „Der faire Salon“. Was hat Sie bewogen hier mitzumachen?

"Die Initiative „Der faire Salon“ hat sich schon frühzeitig mit der leistungsgerechten Bezahlung der Mitarbeiter befasst und dafür plädiert dies auch den Kunden zu kommunizieren. Hier trafen sich also „Gleichgesinnte“ Zudem stellt das Konzept aus „Der faire Salon“ den nachhaltigen Umgang mit Menschen und deren Ressourcen in den Vordergrund. Jedes Unternehmen sollte Wege finden die Wünsche und Bedürfnisse von Kunden, Mitarbeitern und Unternehmen in Einklang zu bringen."

• Welchen Stellenwert hat der Begriff Nachhaltigkeit im Friseurhandwerk für Sie, wie setzen Sie das um?

"Für mich bedeutet Nachhaltigkeit vor allem im Unternehmen eine kontinuierliche Mitarbeiterausbildung. Und das nicht nur fachlich, sondern auch in Ihrer Persönlichkeit. So bekommen zum Beispiel all unsere Führungskräfte eine Führungskräftausbildung beim SchmidtColleg. Ich möchte mich langfristig mit meinem Team im Sinne der Kunden entwickeln. Mit einer hohen Personalfluktuation um kurzfristige Ziele zu erreichen könnte ich nichts anfangen. Mir sind die Menschen im Unternehmen wichtig und das merken am Ende auch unsere Kunden, sie bekommen eine fachlich bessere Dienstleistung und somit sind alle zufrieden."

• Hat das auch Einfluss auf Ihre Produktpallette?

"Nachhaltigkeit bedeutet für mich nicht zwingend bio oder ökologische Produkte. Wir möchten unseren Kunden sowohl von den Inhaltsstoffen als auch von der Produkttechnologie hochwertige Qualität liefern. Dazu bedarf es starker Industriepartner. Nachhaltigkeit hat für mich aber auch einen anderen Sinn in der Zusammenarbeit mit meinem Industriepartner! Wo und wie unterstützt er mich und mein Team, wie agiert er sonst im Markt? Wie passt das in mein Salonkonzept? Das sind heute ganz entscheidende Fragen."

• Wertegemeinschaft, Nachhaltigkeit, kommunizieren Sie (und Ihr Team) das auch nach außen?

"Ich denke, wir versuchen in unserer Region positive Signale auch über unsere Branche hinweg zu setzen. Dies bestätigen mir auch die zahlreichen Buchungen, die ich als Referent zum Thema Mitarbeiterführung aus den unterschiedlichsten Branchen bekommen. Die emotionale Art, die wir Friseure nun einmal haben, ist Vorreiter für viele Branchen. Und da wir sowohl in der Pressearbeit als auch im Bereich Social Media sehr aktiv sind, bemerken dies auch unsere Kunden. Wir bekommen zu den Aktivitäten jedenfalls regelmäßig positives Feedback."

•Top Salon des Jahres, Assoziationen hierzu sind Premium, teuer, edel, leicht konservativ und nicht zwingend das Kultige, Peppige und Extravagante, für das Bed Head by TIGI vor allem steht. Dabei sind Sie ein großer TIGI Fan. Wie passt das zusammen?

"Ich glaube, wir sind schon Premium, aber nicht im Sinne von edel oder konservativ. Durch unsere 4 Preiskategorien innerhalb des Salonkonzeptes schaffen wir es, eine große Publikumsmenge anzusprechen. Auch hier ist nicht die Frage entweder – oder, sondern sowohl als auch. Premium und professionell, nachhaltig und kultig, klassisch und immer im Trend. All das liefern uns die unterschiedlichen Produktpaletten von TIGI, von Bed Head bis S Factor by TIGI.

Wir sind nicht für jeden da, das Wort Positionierung hat für mich einen hohen Stellenwert und genau deshalb sprechen wir mit dem vielfältigen TIGI Markenportfolio die für uns richtigen Zielgruppen an - genau so wie wir selbst als Team sind."

• Was sagen Sie jungen Menschen, die diesen Beruf erlernen wollen, was ihren Kollegen, die ständig behaupten, dieser Markt sei tot.

"Friseur ist einfach ein Traumberuf, den man leben kann, wenn man es will und richtig macht. Es ist kein 40 Stunden Job, es ist Leidenschaft und dann ist er jeden Tag wunderschön. Ich möchte daran mitarbeiten, den Beruf und die Leistung unserer Mitarbeiter in dieser Gesellschaft zu einem besseren Image zu führen. Regional ist uns dies teilweise schon gelungen, das spüren wir in der Wahrnehmung in der Stadt.

Wer mit ganzem Herzen Friseur werden möchte, sollte dies tun, sich von niemandem abhalten lassen und sich einen Mentor suchen, der einen genau an sein Ziel bringt. Ich freue mich, ein Teil dieser wunderbaren Branche zu sein und meinen Teil zu einem besseren Image des Friseurberufes beitragen zu können"

Herzlichen Dank für diese Antworten

 

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