Um es vorwegzunehmen, die TOPHAIR bleibt nach wie vor die Leitmesse für das Friseurhandwerk in Deutschland, ganz nach dem Motto: totgesagte leben länger!
Die Welt im Wandel, auch von der TOPHAIR Die Messe wurden Änderungen erwartet und gefordert, doch Wunder können auch hier nicht vollbracht werden. Nicht zuletzt kann soll eine Fachmesse Input dafür geben, was im Markt passieren muss.
Wertewandel 2025
Vorträge und Diskussionen zeigten eindrucksvoll, wie weit das Denken an dieser Stelle fortgeschritten ist. Demnach bahnen sich entscheidende Veränderung an, über die Grundlagen dieses Berufen, welche uns weitgehend verloren gegangen sind, wird diskutiert. So oft wie in diesen Tagen habe ich das Wort „Werte“ im Zusammenhang mit unserem Handwerk noch nie gehört. Cihan Bulut und Andreas Sebastian Ehrle begannen ihren Vortrag mit einem eindringlichen Appell an Schulen, Verbände und Chefs: „Sorgt dafür, dass unsere jungen Mitarbeiter wieder Werte vermittelt bekommen, die sind verlorengegangen und fehlen auf breiter Front – aber sie sind die Grundlage unseres Erfolgs“ Worte, die mir als Initiator der Wertegemeinschaft „Der faire Salon“ sehr nahe gehen. Genau zu diesem Thema habe ich vor Jahren für unseren Kooperationspartner SPC einen Beitrag über die Neuauflage von Werten verfasst – Werte sind eben auch die Grundlage unserer Arbeit in dieser Initiative.
Ohne Grundlagen bedeutet auf Sand zu bauen
Hierzu erlaube ich mir eine persönliche Anmerkung: dem Friseurhandwerk geht es derzeit nicht wirklich gut. Berater und Beratungsfirmen schießen wie Pilze aus dem Boden und versprechen großartige Mitarbeiter, hohe Gewinne und Salons voller Kunden.
Ganz so einfach ist es leider nicht!
Was nutzen uns teure Seminare, wenn die Mitarbeiter schon längst die innere Kündigung vollzogen haben und uns nicht mehr folgen?
Was nutzen uns die besten hochwertigen Produkte, wenn das Geld zum Einkauf fehlt?
Was nutzt uns jegliches Bemühen, wenn Kunden nur den Preis als Entscheid zum Friseurbesuch sehen?
Gerade in der heutigen Zeit knapper Kassen und eines Wandels – von dem die ganze Gesellschaft betroffen ist - bedarf es neuer Denkansätze und eines neuen Verständnisses des Friseurberufs.
Fri.So – Mutmacher - Wertegemeinschaft
Hierüber durfte ich gleich zweimal während dieser Tage, zusammen mit den Machern der Friseursolidarität Fri.So und den „Mutmachern“ von der Bühne aus zu den Friseurkollegen:innen referieren. Und ja! Wir brauchen die Zusammenarbeit! Der Mehrheit der in dieser Branche Tätigen, ist eben nicht bewusst, wie nah sich das Friseurhandwerk gerade am Abgrund entlangschlängelt. Ein Umdenken in Richtung des Kodex für Friseure in Europa, könnte der Wegweiser aus dieser Sackgasse sein.
Messen im Wandel
Die sich alljährlich wiederholende Kritik zu den Eintrittspreisen, sie fiel diesmal aus. Viele kleine regionale Fachmessen und Veranstaltungen sind nach Corona entstanden. Offensichtlich hat man durch die jetzt gegebenen Vergleichsmöglichkeiten erkannt, dass solch eine Messe mit 1000 Akteuren, 300 Ausstellern und einem riesigen Fortbildungs, und Show Programm nicht für wenige Euros machbar ist.
Was sich wandelt ist das Messegeschehen selbst, Weiterbildung, Information Diskussion stehen im Vordergrund. Natürlich braucht es auch Industriepartner sowie Informationen über deren Produkte und Aktivitäten, der Status als reine Verkaufsmesse verliert an Bedeutung.
Exclusive Leitmesse braucht hohe Qualität
Weniger schön empfand ich persönlich das Über-Angebot an Billigprodukten, ganz besonders im Bereich der Extension. Die Barber hatten neben einem Wettbewerb auf der Showbühne, gleich einen Zweiten in Halle 17, wo sich auch eine Menge passender Anbieter, passend zur Marktentwicklung, präsentierten. Das Wachstum dieser Szene hatte Henrik Haverkamp, Marketing Direktor Wella, zuvor in der Pressekonferenz mit einem Zuwachs von +44 Prozent benannt.
Fazit
Die nachträgliche Resonanz in den beobachteten Friseurforen fiel unterschiedlich aus, genauso unterschiedlich wie die Friseurbranche eben ist. Es gibt nach wie vor Friseurkollegen: innen, die solch eine Messe als Möglichkeit zum günstigen Einkauf und Treffen sehen. Andere die zukunftsorientiert arbeiten und neue Gedanken für die Salonarbeit von morgen suchen. Zu den letztgenannten gehöre ich selbst, deshalb freue ich mich auf die TOPHAIR 2026