Schwarzarbeit im Friseurhandwerk: Zahlen, die alarmieren – und ein Trend, der sich 2026 weiter verschärft
Quelle: Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks / Bündnis gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung
Die aktuellen Auswertungen des Bündnisses gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung zeigen deutlich, wie ernst die Lage im Friseurhandwerk bleibt. Zwischen 2023 und 2025 hat der Zoll kontinuierlich mehr Verstöße festgestellt – und das, obwohl die Branche erst 2026 offiziell in die „Rote Liste“ der besonders gefährdeten Gewerke aufgenommen wurde.
Bereits vor dieser Einstufung stiegen die Zahlen spürbar an:
Die Zahl der Prüfungen kletterte nach einem Rückgang 2024 wieder deutlich nach oben – von 1.576 Kontrollen im Jahr 2023 über 1.114 im Jahr 2024 auf 1.641 Kontrollen im Jahr 2025. Parallel dazu nahmen die abgeschlossenen Strafverfahren zu: 1.034 (2023), 1.167 (2024) und 1.472 (2025). Ein Großteil betrifft Beitragsvorenthaltung und Leistungsmissbrauch – also genau die Bereiche, die das ehrliche Friseurhandwerk seit Jahren belasten.
Auch finanziell zeigt sich die Dimension:
Die verhängten Geldstrafen stiegen von 113.740 Euro (2023) auf 204.555 Euro (2025). Die Schadenssummen erreichten 2025 über 2,1 Millionen Euro – ein neuer Höchststand. Zusätzlich wurden 2025 1.173 Ordnungswidrigkeitenverfahren abgeschlossen, viele davon wegen Mindestlohnverstößen. Die Bußgelder lagen bei über 1 Million Euro.
Diese Zahlen stammen aus einer Zeit, in der das Friseurhandwerk noch nicht als besonders gefährdet eingestuft war. Doch genau diese Einstufung zeigt Wirkung:
Schon die ersten Monate 2026 machen deutlich, dass Razzien, Kontrollen und Zoll-Erfolge rapide zunehmen. Die Behörden reagieren damit auf ein strukturelles Problem, das ehrliche Betriebe seit Jahren benachteiligt und den Wettbewerb verzerrt.
Das Bündnis gegen Schwarzarbeit – ein Zusammenschluss von Bundesministerien, Behörden, Sozialversicherungsträgern und Wirtschaftsverbänden – verfolgt das Ziel, illegale Beschäftigung systematisch zu bekämpfen. Für das Friseurhandwerk bedeutet das: Mehr Schutz für Betriebe, die korrekt arbeiten. Mehr Druck auf jene, die sich Vorteile durch Gesetzesverstöße verschaffen.
Die Botschaft ist klar:
Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt – sie schadet einer ganzen Branche.
Und 2026 wird das Jahr, in dem der Staat deutlich konsequenter hinschaut.