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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 19.03.2019

SO sollte es weitergehen

Das Friseurhandwerk ist nicht chancenlos


Durchaus realisierbar….
Die Chance zur Veränderung im Friseurhandwerk

Auch wenn der Weg zur Veränderung über die Politik nur schwer oder (zu) langsam möglich ist, das Friseurhandwerk ist nicht chancenlos, meint Krombholz und verweist auf ein weiteres Problem des Friseurhandwerks: die ständig steigende Zahl der Betriebe, hauptsächlich durch Ausnahmegenehmigungen. Wer eine bestimmte Anzahl von Berufsjahren vorweisen kann, länger krank oder arbeitslos war oder ein bestimmtes Alter erreicht hat, kann sich ohne Meisterprüfung (per Ausnahmegenehmigung der HWK) selbstständig machen.

Ausnahmeregelungen kontra erfolgreiche Betriebsführung

Allerdings fehlen dann zumeist die kaufmännischen Kenntnisse, die jeder Handwerker braucht, im Friseurhandwerk werden diese erst zur Meisterprüfung vermittelt. Schlechte Kalkulationen und mangelnde Kenntnisse führen dann zur betriebswirtschaftlichen Schieflage und eben auch zum Kleinstunternehmertum.

Ausnahmeregelungen sind politisch vereinbart

Auch hier ist anzumerken: es gibt gesetzliche Auflagen. Das Friseurhandwerk ist in der Liste der Berufe mit Meisterpflicht verblieben, musste seinerzeit aber zustimmen Ausnahmegenehmigungen zuzulassen. Das aber mittlerweile bis zu 50% der Betriebe mit Sondergenehmigung arbeiten, war so nicht geplant.

Warum jobt jemand für 800,- €, wenn er auch das Doppelte verdienen könnte?

Nicht mehr als 1.450 € Umsatz im Monat, abzüglich Miete, Energie, Versicherungen, Waren und Material, da bleibt zu wenig. Laut einer Studie vom Handelsblatt verbleiben diesen Unternehmern/innen im Friseurhandwerk brutto zwischen 800 € und 900 € an Gewinn, wobei noch Kosten für Krankenversicherung und Altersvorsorge zu begleichen sind. Nicht selten müssen diese Selbstständigen bereits während ihrer Tätigkeit Sozialleistungen in Anspruch nehmen, im Alter sowieso.

Eine Frage muss erlaubt sein: warum tut man das, wenn man in der heutigen Zeit als Mitarbeiter deutlich mehr verdienen könnte, zudem abgesichert wäre? Somit geht dieses Problem ALLE BÜRGER an, denn letztlich bezahlt die Allgemeinheit für diese Missstände mit.

Kontrollen gefordert

Derzeit werden sehr viele Innungen und engagierte Friseure aktiv. Man redet mit Politikern oder mit den Handwerkskammern. Das scheint derzeit der sinnvollste Weg, denn es müssen deutlich mehr und intensivere Kontrollen erfolgen. Nur so ist den Auswüchsen Einhalt zu gebieten.

So sieht es auch Rene Krombholz und verweist auf Missstände. Da gibt es den auffällig gewordenen Salon, der weder in die Handwerksrolle eingetragen ist noch eine Gewerbeanmeldung besitzt, auch noch Wochen nach Bekanntwerden darf hier weitergearbeitet werden.

Oder die Liste der auffälligen Betriebe mit Nachweis von Gesetzesverstößen, von einer Innung der Behörde vorgelegt. Kommentar? „Das sind ja alles ausländische Unternehmer – weisen Sie uns erstmal nach, dass Sie auch bei Deutschen Salons recherchiert haben!“ Nichts passiert!

Manche wissen nicht was sie tun – woher auch?
Genau das muss sich ändern, so Krombholz, der die Kollegen/innen, Innungen und Verbände zum Reden auffordert. „…egal ob Politiker oder Handwerkskammerpräsident, in der Regel wissen die doch überhaupt nichts von den Schwierigkeiten des Friseurhandwerks – Wir müssen es Ihnen erklären, nur so werden Änderungen erfolgen!“

Zum anderen sind Änderungen dringendst geboten. Die Personalsituation läuft aus dem Ruder, kaum noch Nachwuchs, zu wenig Mitarbeiter. Hier spielt die Lohnsituation eine große Rolle. Fast alle Unternehmer sprechen sich in dieser Branche für höhere Löhne aus, können diese aber auf Grund vorgenannter Missstände nicht finanzieren.

Höchste Zeit aktiv zu werden um was zu ändern!
Wir sind aktiv > der-faire-salon.de - Die Wertegemeinschaft für das Friseurhandwerk

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