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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 25.02.2020

Neubeginn oder Endstation?

Azubis - duales System – Y/Z Generationen


„Wer die Zukunft gestalten will, muss die Vergangenheit kennen“. Es gibt etliche Zitate ähnlicher Art die sagen: so gesehen gehören Vergangenheit und Zukunft zusammen.

Die Ausbildungssituation im Friseurhandwerk wird derzeit heftig und auf vielen Ebenen diskutiert. Die heutige Young-Generation ist nicht jedermanns Sache, die neuen und höheren Ausbildungsvergütungen ebenfalls nicht. Trotzdem müssen wir Wege finden, um dieses Handwerk zu erhalten. Ohne Nachwuchs werden wir das ansonsten Ungelernten überlassen müssen. 

Das wir höhere Löhne brauchen, um das Image zu heben, aber auch Menschen für diesen Beruf zu begeistern, steht außer Frage. Höhere Löhne werden allerdings nur durch höhere Umsätze/Preise finanziert, die derzeit aber aufgrund von Marktsituation und beschädigtem Image schwer durchsetzbar sind.

Der digitale Wandel greift um sich. Oft wird dabei übersehen das technische Entwicklungen auch gewaltige Veränderungen innerhalb der Gesellschaft mit sich bringen. Blicken wir zurück: noch in den sechziger und siebziger Jahren, der Endzeit des Industriezeitalters, waren Arbeitszeiten von 48 Stunden und mehr die Norm. Arbeit, Fleiß und Disziplin bestimmten das Denken der Menschen und den Arbeitsalltag. Wie oft hörte man in diesen Jahren den Wunsch so zu leben wie die Franzosen: „arbeite um zu leben“ und nicht umgekehrt - wie es in Deutschland die Norm war.

Heute sind wir bei einer 39 Stundenwoche angekommen. Im digitalen Zeitalter werden vielleicht 25 Stunden pro Woche die Norm werden, ganz abgesehen von anderen Arbeitsbedingungen und Möglichkeiten.

Die Zugehörigen der Generation Y und Z sind nicht nur von Eltern, Schule und Kirche erzogen worden, sondern auch vom Internet. Von Beginn an stand dieser Generation das weltweite Wissen zur Verfügung. Sie haben vieles davon genutzt, es hat ihre Meinung geprägt, sie hinterfragen alles. 

Viele sind ohne traditionelle Wertvorstellungen und ohne Leistungsdruck im Überfluss groß geworden, das kann man bedauern, bemängeln, aber kaum ändern. Der Umkehrschluss daraus findet sich in der Angstfreiheit dieser Generation. Sie haben längst nicht diese Sicherheit, mit der wir Älteren erwachsen wurden und lernen damit zu leben. 

Wir Älteren mussten uns alles erarbeiten, mussten Missgunst und Strafen fürchten, wenn wir nicht funktionierten. Die heutige junge Generation hat von Kindesbeinen an vieles davon ohne jegliche Leistung und Anstrengung erhalten: materiellen Wohlstand, Zuneigung, Liebe. 

Genauso wollen sie auch leben und arbeiten, vor allen Dingen respektiert und gewertschätzt werden. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, das gehört ins vorige Jahrhundert, ob es uns gefällt oder nicht. Führung auf Augenhöhe ist angesagt. 
Hier scheiden sich Denk-, und Verhaltensweisen des ausgehenden Industriezeitalters von den Anforderungen der Menschen im angefangenen digitalen Zeitalter. Übrigens sind es genau diese unterschiedlichen Denkweisen, die maßgeblich zu den diversen Fronten in unserer Gesellschaft beitragen.

Nur mit neuem Denken und neuen Wegen werden wir hier Lösungen finden, dazu gehört ganz sicher auch die Ausbildung. Selber bin ich Befürworter des dualen Systems, sehe aber auch dessen Schwächen bei der Umsetzung in vielen Salons.

Positive Möglichkeiten sehe ich persönlich in neuen Konzepten, die dem dualen System angelehnt, aber trotzdem weiterführend sind. 
Die Ausbildung zum Beauty Artist beispielsweise beinhaltet alles was im Friseurberuf benötigt wird. Zusätzlich weiterführende Lehrinhalte bieten aber Möglichkeiten um übergangslos als Beauty Artist in der Werbung, dem Film oder Theater tätig zu werden.

Die Ernennung zum „Bachelor Professional" für Handwerksmeister ist meines Erachtens ein guter Gedanke - aber nicht zu Ende gedacht. Was nutzt eine andere Bezeichnung, wenn Inhalt, Angebot vor allen Dingen das Image des Berufs unverändert bleiben? 

Da gefällt mir der Gedanke von Gabriela Christ (Private Beauty Master, Profiler, Der Kopf – Coaching Agentur) weit besser. Sie möchte den Friseurberuf gerne mit einem dualen Studium (Fachschule) und deutlich höherem Wissensangebot / Leistungsstandard neu beleben und aufwerten. Wer sich die Website ihrer Agentur anschaut erkennt schnell die Richtung: Schönheitsberatung in höchster Qualität die aber auch Persönlichkeítsbildung der Ausführenden voraussetzt. Die Pläne hierzu sind wohl detailliert gereift und vorhanden, was noch fehlt ist z.B. eine Handwerkskammer, die den Weg der Akkreditierung in Angriff nimmt.

Das wäre die Möglichkeit den Beruf mit neuem Image zu versehen, aber auch für junge Menschen interessanter zu machen. Wie gesagt: auf alten Wegen kommen wir nicht mehr, beziehungsweise nicht mehr lange, weiter.

Gabriella Christ meldet sich:
Danke für die Blumen ... 
ich stelle den Akkreditierungsplan in meiner Schublade gerne der Branche zu Verfügung und wäre bei der Umsetzung behilflich...
kostenfrei versteht sich. 
Nach meiner Umfrage bei jungen Menschen würden sich über 90 % für ein solches Studium einschreiben.

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