Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873 Letzte Aktualisierung: 28.11.2022

Nachgefragt beim ZV

keine coronabedingten Preiserhöhungen zu erwarten - sagt der ZV


Nachdem der ZV laut verkündet das coronabedingt keine weiteren Preissteigerungen im Friseurhandwerk zu erwarten sind (in allen Medien) habe ich an den ZV geschrieben und um Erklärung gebeten. 

Meiner Meinung nach ist – gerade jetzt durch die verschärfte Regulierung der Personenzahl – eine Überprüfung der Preiskalkulation notwendig. Nicht zu vergessen der private Einkommensverlust während des Lockdowns – der auch irgendwie ausgeglichen werden muss.

Guten Tag zum Zentralverband

Es gibt Dinge, die sind nicht unbedingt von vornherein verständlich, deshalb erlaube ich mir diese Nachfrage an den ZV.

Da fahre ich gestern durch die Landeshauptstadt NRW und erfahre über das Radio, dass der Zentralverband des Friseurhandwerks klare Ansage macht: „Coronabedingte Preiserhöhungen wird es nicht geben!“  Eine Aussage, die ich für die Mehrzahl der Betriebe nicht treffen möchte und auch für meinen eigenen Betrieb anders sehe.

Sowie etliche andere Friseure auch, habe ich in meinem Unternehmen nach dem ersten Lockdown die Preise nicht erhöht. Der Grund ist plausibel: durch die jährliche und kurz zuvor erfolgte Preisangleichung hatten wir genügend Spielraum und haben uns lediglich für einen Corona Euro beschränkt. Gleichzeitig haben wir kommuniziert, dass wir unsere Preisgestaltung in absehbarer Zeit, hinsichtlich der coronabedingten Veränderungen überprüfen müssen.

Jetzt stehe ich – wie viele andere Mitbewerber auch vor der Situation, dass wir 

•             den verlorenen Unternehmerlohn für 4 Monate ausgleichen müssen,

•             die Hilfen des Bundes nicht alle Kosten gedeckt haben, auch das müssen wir ausgleichen,

•             im Betrieb unserer Salons durch die Hygienemaßnahmen umsatzmindernd begrenzt werden.

Natürlich wird es die nächsten Wochen eine höhere Kundenfrequenz geben, richtig!

Aber auch durch verlängerte Öffnungszeiten wird sich die Gewinnsituation im Friseurhandwerk nicht deutlich verbessern, schließlich beinhaltet jede weitere Öffnungstunde ebenfalls Lohn- und Materialkosten wie auch steuerliche Abgaben. Es bleibt bei einem Gewinn von mageren 10-15 %, - damit lassen sich keineswegs die Verluste der vergangenen Monate wettmachen.

Veränderte Arbeitsabläufe, höherer Aufwand, reduziertes Behandlungsaufkommen, veränderte Situation des privaten Einkommen,….. das soll alles keine Auswirkungen auf die Preisgestaltung haben?

Es haben längst nicht alle Unternehmen im letzten Lockdown die Preise angepasst und wie wir wissen, gibt es im Friseurhandwerk einiges an Spielraum nach oben. 

So möchte ich bei dieser Gelegenheit an das Bundesamt für Statistik verweisen, wonach das Friseurhandwerk, deutlich und weit abgeschlagen an allerletzter Stelle, die geringste Wertschöpfung von allen Handwerkern überhaupt erzielt. 

Die Zahl der massiv eingebrochen Ausbildungsverhältnisse spricht für sich. Auch das hat mit der Preisgestaltung zu tun!

Das Friseurhandwerk braucht eigentlich eine überdurchschnittliche Preisangleichung, egal wie man diese kommuniziert, mit Corona oder durch Kostensteigerungen begründet. Persönlich sehe ich es sogar als sinnvoll beides als Begründung zu kommunizieren. 

Was derzeit in den Medien rüberkommt und in den Köpfen unserer Kunden hängenbleibt ist das, was Kunden gerne hören wollen: „es wird keine Preisanhebung geben!“

   Als Pressesprecher der Düsseldorfer Friseurinnung schließe ich mich der Aussage des ZV nicht an, vielmehr versuche ich in den Medien einen Konsens zwischen Kundenwünschen aber auch wirtschaftlichen Notwendigkeiten im Friseurhandwerk zu schaffen.

Von daher würde ich die Beweggründe des ZV, bezüglich dieser Kommunikation auf die zu erwartende Preisentwicklung im Friseurhandwerk, gerne verstehen wollen.

,Ich würde mich freuen, wenn ich auf diese Frage eine Antwort bekäme, die ich auch gerne publizieren würde.  Schließlich sollten wir in der derzeitigen Situation voneinander lernen und dazu gehört auch ein solcher Meinungs– Gedanken Austausch. 

Die Antwort des ZV kam prompt und direkt, herzlichen Dank dafür.
Es schreibt Hauptgeschäftsführer Jörg Müller:

„Natürlich wollen und können wir über die Medien keine Preisempfehlungen für Friseurdienstleistungen geben. Vielmehr weisen wir in allen Interviews darauf hin, dass die Preise jedes Unternehmen individuell kalkuliert.

Unsere Aussage zu den Corona bedingten Kosten bezog sich auf die Hygienekosten. Diese sind ja durch die neuen Standards nicht verschärft worden. Auch hat sich die Preisentwicklung für Masken und Co. gegenüber dem ersten Lockdown abgekühlt.

Ich weise auch darauf hin, dass in dieser Meldung die durchschnittliche Preiserhöhung von 5, 4 Prozent für Friseurdienstleistungen thematisiert wird. In der Kommunikation gegenüber Friseurkunden war für das sensible Thema Vorsicht geboten, um Negativschlagzeilen für alle Salons zu vermeiden.

Wir haben deshalb unsere Branchenforderung nach Senkung des Mehrwertsteuersatzes  auf 7 Prozent erfolgreich platziert.

Jörg Müller
Hauptgeschäftsführer

ZENTRALVERBAND DES DEUTSCHEN FRISEURHANDWERKS



 

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