Beim Austausch im Landtag Nordrhein‑Westfalen am 11.05.2026 trafen Vertreter des Landesinnungsverbandes Friseure Rheinland auf Abgeordnete mehrerer Fraktionen, um die aktuelle Lage des Friseurhandwerks deutlich zu machen und zentrale Anliegen der Branche zu adressieren. Die Delegation schilderte eindrücklich, wie stark viele Salons weiterhin unter wirtschaftlichem Druck stehen – verursacht durch steigende Kosten, unfaire Wettbewerbsbedingungen und den anhaltenden Fachkräftemangel.
„Wir brauchen endlich faire Rahmenbedingungen, damit ausbildende und korrekt arbeitende Salons nicht die Verlierer eines Systems werden, das Fehlverhalten zu selten sanktioniert“, betonte ein Sprecher des Verbandes. Besonders hervorgehoben wurde die Notwendigkeit wirksamer Kontrollen, um Schwarzarbeit, Scheinselbstständigkeit und Preisunterbietung auf Kosten der Qualität einzudämmen. Gleichzeitig wurde deutlich gemacht, dass die Branche dringend Unterstützung bei der Nachwuchsgewinnung benötigt. „Das Friseurhandwerk ist kreativ, modern und gesellschaftlich relevant – aber wir müssen jungen Menschen wieder zeigen, warum dieser Beruf Zukunft hat“, hieß es aus der Delegation.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die weiterhin umstrittene Rückzahlungsforderung der Corona‑Soforthilfen in NRW. Viele Friseurbetriebe fühlen sich durch die nachträgliche Auslegung der Förderbedingungen ungerecht behandelt. Mehrere Oberverwaltungsgerichte haben inzwischen entschieden, dass die Rückforderungen in ihrer aktuellen Form rechtswidrig sind – dennoch hält das Land NRW bislang an ihnen fest.
„Unsere Betriebe haben in der Pandemie ums Überleben gekämpft. Dass heute noch immer Rückzahlungen gefordert werden, obwohl Gerichte die Praxis klar kritisieren, ist für viele schlicht nicht nachvollziehbar“, erklärte die Delegation. Der LIV forderte eine schnelle, faire und rechtssichere Lösung sowie die Rückerstattung bereits gezahlter Beträge, sofern die Forderungen unzulässig waren.
Die anwesenden Abgeordneten zeigten sich offen für die Anliegen und signalisierten Bereitschaft, einzelne Punkte in die parlamentarische Arbeit mitzunehmen. Das Gespräch wurde von beiden Seiten als konstruktiv bewertet und soll der Auftakt für einen kontinuierlichen Dialog zwischen Politik und Friseurhandwerk sein.