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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 14.11.2018

MISSSTÄNDE UND KEINE KONTROLLEN

Macht dem Spuk ein Ende!


MISSSTÄNDE UND KEINE KONTROLLEN

Kein goldener Boden im Friseurhandwerk  

Durch die aktuelle Personalsituation wird es deutlich: das Friseurhandwerk steckt in der Krise!
Die Schlagzeilen über Hungerlöhne entspringen der Boulevard Presse. Hier werden Einzelfälle hoch geputscht. Die Realität zeigt, dass Monatslöhne von 2500-3000 € heute ohne weiteres möglich sind -sofern die Rahmenbedingungen stimmen.

Auch ein Blick auf die Unternehmer muss sein: die Einkommen Situation für die Chefs ist deutlich schlechter als in anderen Handwerksberufen. Ursache sind meist aufgeweichte Vorschriften und Rahmenbedingungen, die den Wettbewerb verzerren und erschweren.  

Arbeitslos? Nur auf dem Papier!
Trotz riesigen Personalmangels tummeln sich in den Statistiken der Agentur für Arbeit zahllose arbeitslose Friseure. Während Innungen und Verbände Maßnahmen zur Wiedereingliederung installiert haben winken die Jobcenter ab: kein Geld!
In meiner Heimatstadt Düsseldorf verzeichnen wir 181 arbeitslose Friseure/innen. (Stand 01.07.2018)
Nach Hartz IV Regelsatz von 416 Euro pro Person, kostet das der Allgemeinheit Monat für Monat 75.296 €uro, nur in Düsseldorf!
Bekannt ist auch: die meisten dieser Arbeitslosen bewerben sich nicht bei vorgeschlagenen Arbeitgebern. Sie ziehen lieber tagtäglich von Wohnung zu Wohnung und mindern damit das Kundenpotential der Salons.

Ausnahmegenehmigungen - Ausnahmen ohne Regeln  
Barber Shops werden vielfach von Menschen, die lediglich eine Ausbildung als Herrenfriseur haben, betrieben. Sie dürfen nur diese Tätigkeiten (Rasur und Männerschnitt) mit Ausnahmegenehmigung ausführen.  Im Inneren des vermeintlichen Herrensalons finden sich dann Farben, Wickler, alles was das Herz braucht um auch Frauen zu verschönern.

Meister fallen nicht vom Himmel und Geld kosten
Ähnlich sieht es mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Meisterbrief im Salon aus. Hunderte und Tausende von Friseurbetrieben (insbesondere Friseurketten) ignorieren die Vorschrift und sparen das Geld für den/die Meister/innen. Stirbt der Chef eines Familienbetriebes muss hingegen der Salon geschlossen oder in angemessener Zeit ein Meister gestellt werden.

Mit Schummeln wird es profitabel – auf Kosten Anderer
Nahezu jeder dritte Friseursalon gibt an, weniger als 1.450 € per Monat zu erwirtschaften.
Hiervon müssen dann noch Miete, Energie, Waren, Versicherungen, sowie Beiträge zur Sozialversicherung entrichtet werden.
Was letztlich als verfügbares Einkommen übrigbleibt, ist deutlich weniger, wie der Lohn einer angestellten Friseurin.

Ein Tagesumsatz von 70 € oder weniger kann nur nachdenklich machen.
Fakt ist: diese Kleinstbetriebe werden vom Bundesfinanzministerium als nicht lohnend bei Prüfungen eingestuft. Ein Freibrief für die schwarze Kasse! 
Verbunden ist damit ein deutlicher Vorteil. Diese Kleinstunternehmen sind von der Umsatzsteuer befreit und können 19 % ihres Umsatzes direkt als Gewinn verbuchen. Diese 19 % Kostenersparnis fließen in die Preisgestaltung mit ein. Die Mitbewerber haben das Nachsehen.

Günstige Preise stehen bei Verbrauchern hoch im Kurs. Steuerzahlende Mitbewerber können hier nicht ohne weiteres mithalten. Ihnen laufen die Kunden weg. Leerlaufzeiten von über 30% sind fast normal und verursachen Kosten.  

Unterm Strich

Würden diese Missstände durch konsequente Kontrollen minimiert, dürfte das eine Schließung von geschätzten 20% an Betrieben zur Folge haben. Das dürfte eher positive Auswirkungen haben:

  • die ehemaligen Kleinstunternehmer hätten besseren Lohn und Altersvorsorge
  • freiwerdende Mitarbeiter würden helfen den Personalnotstand zu beheben
  • von Schließungen betroffen wäre vor allen das untere Preissegment mit fraglicher Qualität
  • die Preissituation würde sich im Mittelfeld einpendeln, ein Weg zum notwendigen Stundensatz, welchen Fachleute mit mindestens 50,- € / Stunde ansetzen.

Durch unterlaufen von Gesetzen und aufgeweichte Vorschriften, durch unehrliches Verhalten einzelner Marktteilnehmer, fehlen den fair und ehrlich agierenden Unternehmen Kunden und damit auch Umsatz. Genau dieser Umsatz wird aber für höhere Löhne, für mehr Qualität und ein besseres Image benötigt, damit dieses Handwerk wieder festen Boden unter den Füßen bekommt. Der muss noch nicht einmal Golden sein!

Macht dem Spuk ein Ende!

fordert jetzt Friseurunternehmer Rene Krombholz, Initiator der Wertegemeinschaft „Der faire Salon!“ in einem offenen Brief an Bundesfinanzminister Olaf Scholz.
„Politiker sind keine Unternehmer, noch weniger Handwerker! Sie können nicht wissen, welche Folgen und Wirkungen Ihre Gesetzesänderungen und Vorgaben haben. Wir müssen es Ihnen sagen!“ so der Gedanke.

Als erstes hat Krombholz die Missstände rund um die Kleinstbetriebe angesprochen, dieser offene Brief steht zum Download im Netz, soll heruntergeladen und an möglichst viele Politiker oder Medien weitergegeben werden.   

Weitere Informationen gibt es hier

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