Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873 Letzte Aktualisierung: 23.09.2022

Glatze muss nicht sein!

Moderne medizinische Methoden für die Behandlung einer Glatze


Seit einigen Jahrzehnten findet eine revolutionäre Entwicklung in der Biologie statt: Wissenschaftler sind dabei, die komplexen chemischen Sprachen des Körpers zu enträtseln. Dadurch werden auch neue Behandlungen für Haarausfall möglich.
Der große Durchbruch wäre, neue Haare auf kahlen Köpfen wachsen zu lassen. Das ist utopisch, aber kleinere Schritte sind jetzt schon möglich. 

Was wir über Haare wissen

Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das Haarfollikel als interessantes Organ. Seine ungewöhnlichste Eigenschaft: Es regeneriert sich selbst.

Haarfollikel befinden sich direkt unter der obersten Hautschicht. Wir haben sie am ganzen Körper, außer auf Lippen, Handflächen und Fußsohlen. An der Basis des Follikels befindet sich die Haarzwiebel, wo Matrixzellen zu Haaren werden. Etwas weiter oben im Follikel befinden sich Follikelstammzellen. Wenn sie die richtigen chemischen Signale erhalten, teilen sich diese selbsterneuernden Zellen. 

Phasen des Haarwuchses

Anagen. Die Wachstumsphase der Haare. Ein Signal weist die Follikelstammzellen an, sich zu teilen. Als nächstes gibt der permanente Teil des Follikels den Haarmatrixzellen ein weiteres Signal. Diese Zellen wachsen, wodurch ein neuer Haarschaft entsteht. 

Katagen. Die unteren zwei Drittel des Follikels schrumpfen zusammen und werden zerstört. Die dermale Papille bleibt mit dem sich zurückbildenden Follikel verbunden.

Telogen. Das verwelkte Follikel ruht. Es wartet auf ein Signal, das ihm sagt, dass es wieder von vorne beginnen soll.

Haarausfall ist Teil eines normalen Wachstums- und Ersatzzyklus. Haarfollikel durchlaufen den Wachstums- und Ruhezyklus in einer nicht synchronisierten Weise. Aber manchmal wird dieser Prozess gestört.

Behandlungen gegen Haarausfall: Medikamente

Inzwischen wissen viele Menschen mit Haarausfall, dass es einen Wirkstoff namens Minoxidil gibt, der androgenetische Alopezie sowohl bei Männern als auch bei Frauen bekämpft.

Es ist immer noch nicht ganz klar, wie Minoxidil wirkt, und es gibt Meinungsverschiedenheiten darüber, wie gut es wirkt. Richtig angewendet – zweimal täglich tief in die Kopfhaut einmassiert – verlangsamt es den Haarausfall. Es fördert auch das Wachstum neuer Haare.

Minoxidil wirkt, allerdings nur, wenn der Haarausfall erst vor kurzem begonnen hat.

Das andere derzeit zugelassene Medikament gegen Haarausfall ist Propecia mit dem Wirkstoff Finasterid. Es ist nur für Männer geeignet und verhindert, dass das männliche Sexualhormon Testosteron sein Nebenprodukt DHT bildet. DHT-Signale verkürzen die Wachstumsphase der Follikel im Haar.

Wer Minoxidil oder Finasterid kaufen möchte, kann das mittlerweile bequem im Internet tun.

Viele Männer verwenden sowohl Minoxidil als auch Finasterid für eine maximale Wirkung. Die Medikamente können auch mit Haarersatzoperationen kombiniert werden.

Chirurgische Eingriffe

Eine Möglichkeit, Haarausfall zu bekämpfen, besteht darin, Haarfollikel von den Seiten und vom Hinterkopf zum Scheitel zu verpflanzen. Diese Operation hat sich im Laufe der Jahre sehr stark weiterentwickelt.

Bei heutigen Haartransplantate werden Haartransplantationen mit follikulären Einheiten von einem bis vier Haaren verwendet, die für ein natürlicheres Aussehen sehr dicht beieinander transplantiert werden.

Wie gut Haartransplantationen funktionieren, hängt davon ab, wie viel gesundes Haar eine Person für die Transplantation zur Verfügung hat. Und es hängt von den Erwartungen der Person ab.

Der beste Kandidat für eine Haarwiederherstellungsoperation hat seit einigen Jahren Haarausfall, hat sich aber stabilisiert und verliert die Haare nur mehr langsam.

Die ultimative Lösung gegen Haarausfall?

Die beste Lösung für das Problem des Haarausfalls wäre es, inaktive Follikel zu regenerieren und dazu zu bringen, neue Haare zu produzieren. Einer der wenigen Forscher, die sich damit beschäftigen, ist der US-Dermatologe Dr. George Cotsarelis, der damit rechnet, dass das in zehn Jahren möglich sein wird. 

Andere Forscher beschäftigen sich in einer Firma namens Curis mit einem Gen, das fähig sein soll, ruhendes Haar in wachsendes Haar zu verwandeln.

Forschungen wie diese sind vielversprechend, helfen aber den Menschen wenig, die jetzt unter Haarausfall leiden. Diese Betroffenen finden hier einen Überblick über Behandlungen, die jetzt schon möglich sind.

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