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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 26.02.2021

Wertvoll wirtschaften

TOP HAIR INTERNATIONAL im Interview mit Rene Krombholz über "Der faire Salon"


In der Wertegemeinschaft „Der Faire Salon“ haben sich bundesweit aktuell rund 200 Mitglieder zusammengeschlossen. 

Die Gemeinschaft, die gleichzeitig Gütesiegel für Kunden ist, stellt Fairness, Menschlichkeit, aber auch eine hohe Qualität in der fachlichen Arbeit und Produktauswahl in den Vordergrund der geschäftlichen Tätigkeit. Im zugehörigen Verbraucherportal www.der-faire-salon.de sind Salons gelistet, die sich verpflichtet haben, bestimmte Kriterien einzuhalten. Wir haben mit dem Initiator der Gemeinschaft, Friseurunternehmer René Krombholz, gesprochen.

TOP HAIR: Sie haben 2008 mit TOP HAIR die Wertegemeinschaft „Der faire Salon“ gegründet. Was war der Anlass dafür?

In meiner Lehrzeit wurde noch die soziale Komponente des Friseurberufes gelehrt. Wir lernten, dass unsere Arbeit mehr ist als nur die handwerkliche Tätigkeit des Haarekürzens. Wir schenken den Menschen äußerliche Schönheit, Wohlbefinden und Selbstbewusstsein. Wir wirken, mit unserer Tätigkeit am Äußeren, auf das seelische Empfinden der Menschen ein. Und: Friseure sind oft Zuhörer, ja fast Therapeuten für viele (vorwiegend ältere) Menschen.

Mit Entstehung der Billigfriseure und Discounter wandelte sich dieses Berufsbild. Im Vordergrund stand nicht mehr der Mensch, sondern das Geld. Auf den Grundnutzen reduzierte Angebote, massenhaft lieblose Billighaarschnitte in Akkordarbeit… intern Lohndumping und miserable Arbeitsbedingungen. Dadurch: kleine Preise für die Verbraucher, die nicht einmal verstanden, dass sich hier ein tiefer Wertewandel vollzog. Die heutige Marktsituation war vorhersehbar und ich wollte Kontrapunkte setzen und den nachhaltig arbeitenden Friseuren eine Plattform geben. 

Wir haben uns bei den Kriterien für den „Fairen Salon“ am „Kodex für Friseure in Europa“ orientiert, der die Frage stellt: Wie hat ein guter, nachhaltiger Friseursalon zu funktionieren?

Was zeichnet einen „fairen Salon“ aus?
Arbeiten im Sinne eines ehrbaren Handwerks. Denken und Handeln zum Wohl der Mitarbeiter und Kunden.  

Welches Ziel für die Branche verfolgen Sie mit der Wertegemeinschaft?
Unsere Wertegemeinschaft ist Mitglied in der BUSINESS HANSE und wir haben die gleichen Ziele. Nachhaltigkeit und traditionelle Werte sind für uns im modernen Geschäftsleben unerlässlich. Wir forcieren die alten, bodenständigen Werte des „ehrbaren Handwerkers“, der sein Wort hält, für den die Menschen wertvoll und für den Redlichkeit die Grundlage seiner Geschäfte ist. Ein Kontrapunkt zu Wirtschaftskrisen und Werteverfall. 

Erwarten Kunden diese Werte heute noch oder wollen sie nur einen schnellen, billigen Haarschnitt – gerade in Zeiten von Corona?
Auch in Zeiten von Corona oder gerade durch Corona mit seinen Begleiterscheinungen erkennen die Menschen, dass Geiz nicht immer geil und der Billigpreis nicht immer das einzig Wahre ist. Seit dem ersten Lockdown haben sich die Suchanfragen nach „nachhaltigen“ Friseuren im Portal unserer Wertegemeinschaft mehr als verdoppelt. Hier zeigt sich, dass ein Wandel im Kundendenken eingetreten ist. 

Natürlich wird es auch immer preisorientierte Kunden geben, nicht nur beim Friseur. Oft höre ich Argumente für die Zeit nach Corona: Die Leute werden kein Geld mehr haben…. Das bleibt erstmal dahingestellt. Aber werden Smartphones oder Urlaubsreisen deshalb billiger? Warum soll es dann der Haarschnitt werden? 
 

Wie wird man ein „fairer Salon“?
Die Mitgliedschaft ist nicht käuflich, sondern alle Bewerber durchlaufen einen Fragebogen, der sie klassifiziert. Die Mitglieder verpflichten sich zur Einhaltung bestimmter Kriterien, die dem „Kodex für das Friseurhandwerk in Europa“ entsprechen. Dabei geht es sowohl um den Umgang mit Mitarbeitern als auch mit Kunden, auch das Thema Schwarzarbeit findet dort seinen Niederschlag. Wo es eng wird, wo diese Grundbestimmungen nicht eingehalten werden, wird ein Salon auch nicht zugelassen. Wir haben auf unserer Homepage auch den Appell an Mitarbeiter und Kunden, sich zu melden, wenn die Kriterien und Werte nicht mehr den Vorgaben unserer Wertegemeinschaft entsprechen. Auch das kommt vor und dann trennen wir uns vom entsprechenden Salon.

Was kostet die Mitgliedschaft im „Fairen Salon“ und was hat man davon?

Um unterstützendes Mitglied zu werden, bezahlt man seit Juli 2020 einen monatlichen Obolus von 5,00 Euro (frühere Unterstützer 2,50 €) und wird bei uns im Verbraucherportal gelistet. Als zertifiziertes Mitglied kommt man in den Genuss des Gütesiegels und der Salon wird im „Salonfinder“ detailliert präsentiert und in den sozialen Medien beworben. Der monatliche Beitrag hierfür liegt je nach gewünschten Möglichkeiten zwischen 10,00 und 17,50.  Verfügbar sind zum Download kostenlose Werbematerialien, PR Texte, Anzeigenvorlagen oder Werbe-Videos bis hin zur Mitarbeitersuche oder Verbreitung von PR Meldungen der Salons.

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