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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 23.11.2017

Veränderungen in der Wertegemeinschaft

Im Gespräch mit dem Gründer


Veränderungen in der Wertegemeinschaft, „Der faire Salon“?

Es hat nicht nur konzeptionelle Änderungen gegeben, sondern wir haben seit dem 1.9.2016 auch für die „unterstützenden Teilnehmer“ einen so genannten Solidarbeitrag eingeführt.
Die waren bisher kostenfrei.

Die Initiative erlebte im Jahr 2008 einen fulminanten Start. Innerhalb kurzer Zeit hatten wir über 300 Mitglieder, die mit ihrer Anmeldung gleichzeitig eine (kostenlose) Werbung für ihren Salon aktiviert haben. Jeder Salon wurde in www.der-faire-salon.de präsentiert, was mich schnell an die Grenze des machbaren brachte.

Dann kamen Hinweise, dass sich einige schwarze Schafe eingeschlichen hatten. Von den Teilnehmern selber wurde eine Überprüfung der Bewerber gefordert. So wurde ein neues Portal gebaut und das Angebot durch detaillierte Salonpräsentationen, Stellengesuche und vielen weiteren Tools erweitert und Klassifizierungen eingeführt.
Wer Mitglied in „Der faire Salon“ werden wollte, musste jetzt einen Fragenkatalog durchlaufen und die zertifizierten Mitgliedschaften (Basic / Master / Premium) wurden zur Finanzierung dieses Portals beitragspflichtig.
Die, bis dahin registrierten, Mitglieder wurden gebeten, diesen Fragebogen zur Zertifizierung zu folgen. Eine Handvoll der Teilnehmer sind diesem Wunsch gefolgt.

Was ist mit den Salons passiert, die sich nicht zertifizieren lassen wollten?
Die wollten wir natürlich nicht vor den Kopf stoßen und haben die „unterstützende Mitgliedschaft geschaffen“.
Der einzige Unterschied bestand darin, dass die unterstützenden Betriebe nicht in detaillierter Form mit Logo, Fotos usw.  sondern in einfacher Form mit Hinweis (unterstützendes Mitglied zu sein) beworben wurden.

Warum dann Änderungen?

Wir leben in einer Zeit, in der ein Denken zur Nachhaltigkeit immer wichtiger wird.  
Es geht darum die Zukunft und die Werte eines ehrbaren Handwerks zu schützen und erhalten.

Im März 2016 wurde „der faire Salon“ in den Wirtschaftsbund HANSE aufgenommen.
Das war für mich nicht nur eine Ehre, sondern noch mehr Verpflichtung mein Tun in Richtung Fairness und Nachhaltigkeit zu forcieren.
Bei nahezu 500 Mitgliedern im Sommer, war es mir um diese Gemeinschaft deutlich zu still.
Das lag offensichtlich daran, dass viele Mitglieder wohl den Gedanken folgten ‚lass mal die anderen machen…‘
Den Ausschlag gab dann Branchenkenner Dieter Schneider. 
Er gab mir zu „Der faire Salon“ den Rat: „Trennen Sie sich vom Gedanken des Branchenwohls und professionalisieren Sie das Ganze!“ Diesen Weg habe ich jetzt begonnen….

Das bedeutet?
Im Laufe der Jahre habe ich über 5.000 Arbeitsstunden in die Gemeinschaft gesteckt und einen deutlich fünfstelligen Betrag investiert.
Wir beschäftigen einen Web- und EDV Techniker und haben Kosten für Server und alles mögliche... . Mehr konnte (und will) ich nicht leisten.

Um mehr zu schaffen haben wir die, bis dahin beitragsfreien, Mitlieder in die Pflicht genommen und 2,50 € Solidarbeitrag (pro Monat) gefordert.
Diese Mehreinnahme wird zweckgebunden verwendet.
Der Begriff „Unterstützer“ sagt ja auch was aus, und Fairness besteht für mich auch aus Geben und Nehmen, nicht nur aus Nehmen.

Warum dieser Hinweis so deutlich?
Weil viele die sich Unterstützer nannten - uns die Unterstützung verweigert haben. Das war gefragt solange es nichts kostete.
Zum 1.09.2016 haben wir die AGB's die jedes Mitglied bei der Anmeldung akzeptiert hatte, geändert und einen "Solidarbeitrag" in Höhe von 2,50 € im Monat eingeführt.
Natürlich nur für die bis dahin kostenfreie Mitgliedschaft als Unterstützer.

Im Vorfeld hatten wir alle unterstützenden Mitglieder 2mal  per Brief und doppelt per Mail angeschrieben und Möglichkeit zum Austritt gegeben.
Nur wenige haben sich zurück- gemeldet. Als ich dann die Rechnungen verschickte, war das Geschrei groß!
Von Betrug war die Rede von unfairem Verhalten, wüsste Beschimpfungen bis hin zu zwei Briefen vom Rechtsanwalt und zwei polizeiliche Anzeigen.

Den meisten Friseuren war überhaupt nicht bewusst, das bei ihrer Anmeldung die AGBs angenommen wurden und dieses einem rechtsgültigen Vertrag gleichkommt.
Selbstverständlich haben wir allen Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, ihre Mitgliedschaft zu beenden.
Über 200 sind dann wüst schimpfend von dannen gezogen, drei! Teilnehmer haben sich für meine Arbeit und meinen Einsatz bedankt.

Abschied von dem Gedanken, den Schwächeren helfen zu wollen?
Ja und nein. Ich habe gemerkt: ich kann nur dort helfen und etwas bewegen, wo es auch gewünscht ist und die Leute mitgehen.
Das war bei der Mehrheit der Mitglieder leider nicht der Fall.

Es wird weitergehen, nur anders.
Wir haben unsere Internetplattform modifiziert, bieten immer neue Tools und Unterstützungen an, bis hin zur Videosequenzen, die für Mitglieder frei verfügbar sind.
Wir verstärken die Werbung und werden unsere Mitgliedsbetriebe deutlich verstärkt in den sozialen Medien bewerben.
PR Meldungen unserer Unternehmen geben wir auch direkt in den Presseverteiler, ganz nach dem Motto: tu Gutes aber rede auch darüber.
Nur so kann eine solche Gemeinschaft wachsen.
Und wir werden wieder lauter werden!

Das heißt?
Mit vielen anderen Friseur Kollegen diskutieren wir ohne Ende, wie wir Veränderungen zum besseren herbeiführen können.
Das JA und HURRA Geschrei in den jeweiligen Foren ist sehr groß, - bis es ernst wird.

Aktuell hat Manfred Hohmann eine Aktion gegen diese ganze Unehrlichkeit im Markt gestartet, erst überall Zustimmung, jetzt kneifen alle.
Das kommt mir durchaus bekannt vor.

Viele Jahre habe ich für die Arbeitnehmer gekämpft, für faire Löhne und vernünftige Arbeitsbedingungen.
Zustimmung überall – aber NICHTS hat sich bewegt, so nach dem Motto: Lass mal den anderen machen….

Als ich dann an die Öffentlichkeit gegangen bin, plötzlich zwei Seiten in der WELT, Berichte überall, N-TV, Stern TV … da fing sich etwas an zu bewegen.
Mir hat es Beschimpfungen und Drohungen gebracht, aber wir haben so auch zur Einführung des Mindestlohns beigetragen.

Aber wir haben weitere Baustellen im Friseurhandwerk…und wenn etwas bewegt werden soll, dann muss es lauter werden....

Mehr möchte ich im Moment dazu nicht sagen, aber es werden alle davon hören.
Es braucht Veränderungen im Markt!

Rene Krombholz

 

 

 

 

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