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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 02.08.2017

Touch me

Abkehr von der Liebe


Es ist ein Grundbedürfnis der Menschen, der Wunsch nach Liebe, Berührung und Geborgenheit. Schon in den fünfziger Jahren haben Wissenschaftler bewiesen, dass Kinder, wenn sie ohne Liebe aufwachsen, deutlich  weniger lebensfähig sind.
Studien der neueren Zeit belegen sogar, dass zu wenig liebevolle Berührung im Kleinkindalter zu einer höheren Stressanfälligkeit im späteren Leben führt.

Von diesem elementaren Bedürfnis nach Wärme, Nähe, Partnerschaft profitieren nicht Wenige.
Heiratsvermittler, Partnerschaftbörsen und Portale,  losgelöst von einer festen Beziehung und eher sexuell orientiert, Tinder oder Datingportale.
Touch me – auch wenn es nur für den Moment ist!

Auch der Friseurberuf profitiert von diesem Bedürfnissen.
Hinter dem Wunsch besser auszusehen steckt (versteckt) das Bedürfnis, anderen zu gefallen, Aufmerksamkeit zu erhalten….

Touch me - ein Wunsch, der in vielen Augen zu lesen und in Köpfen und Gedanken vorhanden ist.
Für die Einen ist es  die Suche nach fester Partnerschaft, Nähe und Geborgenheit, für Andere kurzfristig ohne Bindung, eher der kurzzeitige Genuss.
Natürlich kann man diese Bedürfnisse käuflich befriedigen, der Mehrwert in Form von Partnerschaft, Vertrauen und Gemeinsamkeit wird dann aber fehlen.
Jedem das Seine, jedem seine Art von Berührung.

 Touch me – berühre, berate, verschönere mich -  ich möchte gefallen!
Das ist der Wunsch hinter dem Friseurbesuch,  ansonsten könnten wir alle mit Haaren bis zum Po herumlaufen.

Touch me - Wir berühren Dich – Wir  Friseure sind den Menschen sehr nah.
Das bedeutet für uns Verantwortung und die Pflicht, das Beste zu geben, um Euch als Kunden  nach dem Besuch bei uns optimal erscheinen zu lassen – damit Ihr Euch besser fühlt.
Mit unserer Arbeit am Äußeren nehmen wir Einfluss auf das Innere des Menschen, wie er sich fühlt. 
Das erfordert Beratung, Fachwissen aber auch Liebe und Sorgfalt.

 Was viele Kunden heute nicht wissen:
auch im Friseurhandwerk gibt es gravierende Unterschiede in den Geschäftskonzepten.

In der Wertegemeinschaft „Der faire Salon“ haben sich beispielsweise rund 440 erfolgreiche Unternehmen dazu verpflichtet, den Menschen in den Vordergrund zu stellen und Nachhaltig zu arbeiten. Ehrbares Handwerk, wie es viele Mitbewerber im Friseurmarkt praktizieren.

 Aber es gibt auch andere:
Billigfriseure, Fastfriseure,
Fast wie Fastfood > auf die Schnelle, rein Nutzen und Kommerzorientiert.
Hier steht der niedrige Preis im Vordergrund und das hat seinen Preis: auf Liebe und Sorgfalt, auf Service und typorientierte Beratung muss verzichtet werden.
Kein Touch me, sondern Abkehr von der Liebe zu diesem Beruf und zu den Menschen.

 Ob Jemand 10,- € - 50,- € oder 100,- € für seine Frisur ausgeben möchte, das muss ihm selber überlassen bleiben.
Mich, als Friseur und Gründer der Wertegemeinschaft „Der faire Salon“ ärgert es aber ungemein, wenn Dumpingpreise im Friseurhandwerk auch durch meine unfreiwillige Mithilfe möglich werden. In ehrlich und fair kalkulierten Friseurpreisen  sind Steuern, Sozialabgaben und faire Löhne nämlich enthalten, während im Niedrigpreissektor Löhne gedrückt und manipuliert werden.
Die Mitarbeiter dort müssen „aufstocken“ – das wird auch durch meine Abgaben finanziert.

 Dazu gehört auch: 25.000 Friseurunternehmen (das ist nahezu jeder Dritte Salon in der BRD) geben an weniger als 1.450,- € pro Monat zu erwirtschaften und brauchen nicht (wie alle anderen) 19% ihrer Einnahme als MwSt.  abführen.
Fakt ist: von 1.450,- € Einnahme (nicht Gewinn!) lässt sich keine vernünftige Aus- und Weiterbildung, geschweige denn Löhne, Lebensunterhalt oder Altersvorsorge finanzieren.
Arbeit mit Liebe und Sorgfalt? Wohl kaum! 

 Die fatale Folge ist: Menschen verallgemeinern.
Immer mehr Kunden bemängeln unzureichende Beratung und Leistung nach einem Friseurbesuch.
Dahinter steckt dann vielleicht die Arbeit vorgenannter Fast-Friseure, aber woran können Kunden den Unterschied erkennen?

 Recht einfach: am Preis!
Eine fachgerechte Friseurdienstleistung kann heute – wenn faire Löhne und Abgaben gezahlt werden – kaum unter 60,- € pro Handwerkerstunde angeboten werden.
Deutliche Unterschreitungen  sollten nachdenklich machen, kleiner Preis und Top Leistung – das geht nicht, gegebenenfalls muss die Antwort auch heißen:  
do not touch me!

Unter: www.der-faire-salon.de  finden Sie über 400 Mitglieder dieser Wertegeinschaft, hier hat man sich zum Ziel gesetzt den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen

Nachsatz:
So wie es unterschiedliche Bedürfnisse der Menschen gibt, gibt es unterschiedliche Angebote. Beides ist zu respektieren!
Dieser Beitrag soll auf diese Unterschiede in Wünschen und Angebot hinweisen, möchte die aber nicht werten.
Was jeder möchte, oder wo und wie er arbeitet, das ist Sache jedes Einzelnen.

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