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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 12.07.2018

Geburtstag am Rand des Paradies

Als im November 2008 die Initiative „Der faire Salon“ ins Leben gerufen wurde, sollte dieses ein Gegenpol zum gerade aufstrebenden Friseur-Discount werden.


Als im November 2008 die Initiative „Der faire Salon“ von mir und Europas größtem Friseur-Fachmagazin TOP HAIR International als Kooperationspartner ins Leben gerufen wurde, sollte dieses ein Gegenpol zum gerade aufstrebenden Friseur-Discount werden. Die Arbeit im Netz sowie, zahlreiche Publikationen in TOP HAIR, sollten Gedanken anregen und den ehrlich und fair agierenden Friseurunternehmen Hilfestellung geben. Vielen fehlte schlichtweg das Wissen um das Geschehen im Friseurmarkt, als das sie hätten Einhalt gebieten können.

Ebenso auf der Verbraucherseite: das Kundendenken über vermeintliche riesige Gewinnspannen im Friseurhandwerk, zudem handelte es sich bei den Angeboten der Billigdiscounter um meist abgespeckte Angebote und nicht vergleichbare Leistungen. Dieses wurde in Richtung Verbraucher auf der zugehörigen Internetplattform kommuniziert.

Mein Traum war es, die Energien der Branche zu bündeln. Aus diesem Grunde wurden auch alle Berufs- und Fachverbände zur Teilnahme eingeladen. Dieses entpuppte sich als Illusion. Zentralverband und ICD ahmten unser Vorhaben in Form von eigenen Ethik-Chartas nach. Eine Zusammenarbeit war unerwünscht. Das Treiben der Wertegemeinschaft beobachtet man mit Argwohn, bis hin zu unschönen Unterstellungen. Konkurrenzdenken statt Miteinander.

Auf der anderen Seite haben wir wertvolle neue Weggefährten gewinnen können.
Wenn wir in diesen Tagen unseren neunten Geburtstag feiern, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mich zu bedanken bei:

  • TOP HAIR International mit Chefredakteurin Rebekka Kandler nebst Team
  • Schaefer & Partner Consulting, als größte deutschsprachige Unternehmensberatung, mit Querdenker Klaus Schaefer an der Spitze
  • Frau Dr. Karin Uphoff, EU-Unternehmensbotschafterin und dem heartleaders-Kreis
  • Marion Köhn und dem Wirtschaftsbund HANSE, der für traditionelle Werte im modernen Geschäftsleben steht und dessen Mitglied wir sind.
  • über 2oo erfolgreichen Friseurunternehmen, die mit uns den Gedanken tragen:
    zurück zum ehrbaren Handwerk!

Gleichzeitig möchte ich uns allen ins Bewusstsein rufen: die Situation in unserem Land hat sich nicht verbessert! In der Entstehungszeit unserer Wertegemeinschaft ging es
- um unseriöse Angebote in Richtung Verbraucher
- um Missstände an den Arbeitsplätzen unsere Mitarbeiter
- um Lohndumping und staatlich subventionierte Preise/Löhne

In der Zwischenzeit hat sich die Zahl der steuerbefreiten Kleinstunternehmer vervielfacht.
Fast 30 % der Friseurbetriebe behaupten, von weniger als 1.450 € Umsatz im Monat zu existieren.

Genau wie andere Branchen, verzeichnet auch das Friseurhandwerk einen gravierenden Personalmangel. Unternehmer, die sich von der Agentur für Arbeit Hilfe erhoffen, wird angeraten Personal irgendwo abzuwerben.

Die Unanständigkeit ist in mitten in unserer Gesellschaft angekommen.

TV Werbespot lassen inzwischen ehrliche Kaufleute oder Berufe als dumm erscheinen. Verbrauchermärkte, die man volkstümlich als Ramschladen bezeichnen könnte, sehen sich selber als die besten Märkte des Landes.

Vorher aufgeschlagene Rabatte in astronomischer Höhe verleiten zum Kauf und den Endverbraucher in die Irre.

Fairness, Ehrlichkeit und Qualität verlieren auf breiter Front - selbst im Bildungssystem es ist bedenklich. Den digitalen Wandel in der Komfortzone verschlafen, schlechte Noten bei PISA.

Wenn 70 % der Abgänger eines Gewerkes die Gesellenprüfung mit Note ausreichend und schlechter bestehen, hat das mit Qualität nicht viel zu tun.

Die Vielzahl der Verstöße gegen alle möglichen Gesetze und Vorschriften wird hingenommen. Selbst der offensichtliche Steuerbetrug mancher Kleinstunternehmer wird nicht verfolgt. Mit dem Urteil: Prüfung wirtschaftlich nicht lohnenswert, erteilt das Bundesfinanzministerium eine Art Freibrief.

Großkonzerne und Banken nutzen legale, aber moralisch verwerfliche Steuerschlupflöcher. Geschätzte 1.000 Milliarden Euro gehen jährlich in Westeuropa dem Allgemeinwohl verloren.
Seit vielen Wahlperioden sieht man „von Oben“ Handlungsbedarf, es bleibt bei Bekundungen.

Dafür werden für den Mittelstand neue Gesetze geschaffen ohne zu wissen, wie diese umsetzbar werden könnten. Was man bei den ganz Großen nicht schafft, praktiziert man weiter unten.Bei Bargeschäften mit "offenen Kassen" sollen jetzt zwingend Name und Anschrift des Kunden festgehalten werden. Wie soll das im Taxygewerbe praktiziert werden? Muss der Bäcker jetzt für jede 30 Cent Brötchenverkauf die Kundendaten erfassen? Dem Gesetz nach: JA!

Vieles, was früher einmal strafbar, unehrenhaft, moralisch verwerflich oder unanständig war, ist gesellschaftsfähige Normalität geworden. Bis hin zum gesellschaftlichen Umgang der Menschen untereinander.

Ein Ende der Abwärtsspirale ist nicht absehbar - aber zu vermuten ist: das kann nur ein Ende mit Schrecken werden. Wir leben wie in einer paradiesisch anmutenden Komfortzone, das offene Tor zur Hölle in Sichtweite.So kommt es mir zumindest vor: da Oben werden Gesetze geschaffen deren Durchführbarkeit getrost hinterfragt werden kann, ebenso aber der Umgang mit den derzeitigen Regeln im Markt und der Verhinderung von Auswüchsen. Unten hingegen sitzen Viele und bedienen sich beim Mittelstand, Firmen, Behörden, Branchenbeteiligte...alle wollen etwas abhaben vom vermeintlich großen Kuchen in der Mitte. Der allerdings ist inzwischen zum Plätzchen mutiert...

Aus diesem Gedanken heraus möchte ich nicht nur DANKE für die gemeinsame Wegstrecke sagen, sondern allen Mitstreitern zurufen „Weiter so!!! Wir müssen noch lauter werden.“ Es geht auch darum, zu verdeutlichen was hier passiert....

Rene Krombholz

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