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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 02.08.2017

Ganz, ganz übel.....

Dumm durch ständigen Billigkonsum???


Was macht man mit schlechten Kundenbewertungen?
Man ärgert sich, klar. Erst recht wenn sie unberechtigt sind oder keine fachliche Kompetenz dahinter steckt! Aber wie geht man weiter damit um? Löschen? Stehen lassen?
Im Zweifelsfall macht so ein Eintrag viele positive Bewertungen zu Nichte.
Hieraus Werbung zu machen, das ist auch eine Möglichkeit:

 Dumm - durch ständigen Billigkonsum?

Die Wissensdefizite junger Menschen sind manchmal verblüffend.
Nicht wissen woher die Milch kommt, zu glauben, dass Fischstäbchen im Meer geerntet werden, heute keine Seltenheit. Ähnlich sieht es im handwerklichen Bereich aus: seit es Billig- und 10,- €uro Friseure gibt,  haben sich bei manchen Friseurkunden Irrtümer und Unwissenheit Platz verschafft.

 Kunden, in erster Linie als Persönlichkeit wahrzunehmen, danach zu beraten und zu behandeln, ist das oberste Gebot einer guten Friseurdienstleistung.

Ganz wesentlich: eine individuelle Beratung!
Ist mein Gegenüber sportlich? extravagant? konservativ? elegant? progressiv? Die Frisur muss zum Typ passen!  In diese Richtung muss sich dann die Beratung und Arbeit des Friseurs bewegen!

Welche Statur hat der Mensch?  Welche Haarbeschaffenheit, Gesichts- oder  Kopfform? 
Das sind Fragen, die sich vor der Behandlung ergeben müssen, um das gesamte Erscheinungsbild des Kunden optimal zu gestalten.

Ganzheitliche Beratung nennt man das, und diese ist die erste Stufe zu einer qualitativ hochwertigen und nachhaltigen Dienstleistung. Um es vorwegzunehmen: wir sind Gründer der Wertegemeinschaft „Der faire Salon“ – so arbeiten wir und mit uns inzwischen über 430 erfolgreiche Friseurunternehmen in ganz Deutschland, die sich diesem Konzept angeschlossen haben.

 Nun gibt es aber auch Billigfriseure. Hier steht ausschließlich der Preis im Vordergrund.  
Oft zur Freude der Kunden,                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           aber das soll an dieser Stelle nicht bewertet werden.

 Fakt ist: auch Billigfriseure haben Kosten und müssen diese erwirtschaften.  
Während der herkömmliche Friseur z.B. zwei Behandlungen pro Stunde a 30 € benötigt um kostendeckend zu arbeiten, müssen es bei 10,- Euro Preisen und ähnlichen Kosten 6 Kunden in der Stunde sein, um keinen Verlust zu machen.

 Für eine individuelle Beratung ist kaum Zeit, oft auch keine fachliche Qualifikation vorhanden.
Hinsetzen -  Haare ab – fertig, ab zur  Kasse! so funktioniert diese Geschäftsidee.
Vielen Menschen reicht das, warum auch nicht?
Welchen Anspruch Jeder für sich selber hat, ist und muss Sache des Einzelnen bleiben.

 Peinlich wird es allerdings, wenn jemand nur Hacksteaks kennt, plötzlich ein richtiges Rumpsteak auf dem Teller hat und bemängelt, dass dieses vorher nicht durch den Wolf gedreht wurde und nicht der bekannten Frikadelle ähnelt.

 So ähnlich präsentiert sich eine Kunden-Bewertung nach einem Männer-Haarschnitt auf unserer Internetseite.  
Wörtlich:
„der Grund wieso ich hier nicht mehr hingehen werde, ist das Verhalten der Friseurin, welches ich als sehr unprofessionell einstufe! Ungefragt wird der Haarstatus bewertet, es wird einem eingeredet man hätte Geheimratsecken,  was das bezwecken soll ist mir nicht ganz klar. Vielleicht möchte man auf diese Weise dem Kunden später irgendwelche Mittel hierfür verkaufen.“

 Nun, es entspricht hoher Professionalität , wenn eine Friseurin Haar und Kopfhaut vor der Behandlung diagnostiziert. Der Hinweis auf Geheimratsecken (egal wie weit die nun vorhanden sind) dürfte ein Tipp zur besseren Frisurengestaltung gewesen sein. Bei uns ist es übrigens den Mitarbeitern strikt untersagt, Dinge an den Mann/die Frau zu bringen, die unnötig oder wirkungslos sind.
Offenbar hat dieser Kunde beim Billigfriseur andere Erfahrungen gesammelt. Hier stehen die Mitarbeiter in der Regel unter hohem Verkaufsdruck.

 Es geht weiter mit der Aussage: „Außerdem ist die Friseurin nicht berechtigt eine solche Beurteilung zu machen! Hierfür ist der Hautarzt zuständig!“
Das war uns allerdings auch neu.  Aber über diese Aussage wird wohl auch mancher Dermatologe verständnislos den Kopf schütteln.

 Beschämend der Schlusssatz: „wer respektvoll behandelt werden möchte, sollte es sich vorher überlegen hier hin zu gehen.“
Qualität, Fachkompetenz, Liebe und Sorgfalt bei der Arbeit und dem Umgang mit den Menschen mit Respektlosigkeit gleich zu setzen, das hat schon was!
Aber wer noch nie eine hochwertige Friseurdienstleistung erlebt hat….. ähnlich wie bei  dem Hacksteak!

 Unverständlich der Eingangssatz dieser Kundenbewertung: „keine Leistung welche sich von billigeren Friseuren unterscheidet.“
Doch! Durch fachkompetente Beratung, durch kostenlosen Service wie warme und kalte Getränke, erfrischende Kompresse nach dem Haarschnitt einschließlich entspannender Kopfmassage.
Scheinbar ist das bei diesem Kunden nicht angekommen oder es war ihm peinlich, sich verwöhnen zu lassen.

 Zurück zur Eingangsfrage: Dumm - durch ständigen Billigkonsum?

 Ja – behaupte ich.

a)      Vieles kann man mit dieser Art des Konsumierens nicht kennenlernen.

b)     Billigpreise werden aber (auch in Zeiten des Mindestlohnes) mit Billiglöhnen kalkuliert.
Viele Menschen (vorwiegend im unteren Preissegment Tätige) müssen ihren Lebensunterhalt durch Leistungen der Arbeitsagentur aufstocken lassen.
Letztlich sind das Gelder, die unserem Bildungssystem und den Schulen mehr als gut täten

 Fazit

Jedem das Seine – Die Ansprüche der Menschen sind ebenso verschieden, wie die Inhalte der Geldbeutel.
Ärgerlich allerdings, wenn gute und hochwertige Leistungen, in solcher Art und Weise abqualifiziert werden.
Das hat dann wieder was mit Bildung zu tun…… für die zu wenig Geld da ist.

 

Rene Krombholz

 

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