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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 16.08.2018

Wofür steht die Initiative „Der faire Salon“?

Die Initiative „Der faire Salon“ wird vielfach angesehen als Gemeinschaft die sich gegen Billigketten,


Discounter und Lohndumping stark macht. Das ist aber nur eine Seite der Medaille und so auch nicht richtig.

Die Märkte in Zeiten der Globalisierung haben sich verändert.  Jedem dürfte klar sein,  dass Discount- und Supermärkte zum heutigen Leben dazu gehören.  Discount und preiswerte Angebote  haben durchaus ihre  Berechtigung im heuteigen Markt.

Aber nicht immer ist es den Verbrauchern klar, dass es vollkommen andere Angebote und Leistungen sind. Wir kennen in der Gastronomie das Edel-Restaurant, aber auch Fast Food und dazwischen noch eine Menge anderer Konzepte. Unbekannter ist die ähnliche Situation im Friseurhandwerk:

 Discountfriseure sind meistens FAST Friseure  (Fast = schnell wie Fast-Food) )
■Leistung auf den Grundnutzen reduziert – Haare kürzen, fertig!
■Keine feste Zielgruppe = Ziel ist einzig der Umsatz
■Ergebnisorientiert – schneller Umsatz, Kosten sparen, kein Service
■Selten spezielle Dienstleistungen wie Welle, hochstecken usw.
■Kein Treueverhalten von Kunden erwartet – wer kommt der kommt.
■Kunden müssen je nach Preissegment gewisse Mängel tolerieren

Discounter oder Fast – Friseure müssen nicht unbedingt negativ gesehen werden, aber es ist ein anderes, meist abgespecktes Angebot.

Die Initiative „Der faire Salon“ bemängelt die Auswüchse ins Negative, gipfelnd in der „Geiz ist geil“ Mentalität und „immer billiger“.

 Billigpreise sind bedenklich wenn der Preis niedrig gehalten wird:
 ■durch schlechte Qualität die Gesundheitsschäden und Krankheitskosten nach sich ziehen. (Im Bereich der Nahrungsmittelkette z. B. bakteriell verseuchtes Geflügel, Gammelfleisch, Dioxin, bedenkliche Inhaltsstoffe oder Sicherheitsmängel bei technischen Gütern, durch ungelernte Arbeitskräfte oder schlechte Produkte zur Kundenbehandlung in der Friseur/Kosmetikbranche)
■durch Niedriglöhne und Teilzeitjobs - das bedingt notwendige Zuzahlungen des Staates ,damit die Mitarbeiter wenigstens einen geringen Lebensstandard erreichen und bedeutet gleichzeitig weniger Beiträge für die Sozialkassen.
■durch Dumpinglöhne und andere Ungesetzlichkeiten die zu Lasten der Menschen gehen.
■durch den Abbau von Arbeitskräften zu Gunsten höherer Profite
■durch intensiven Einsatz von Minijobs - Millionen Minijobbern droht Altersarmut
■durch steuerliche und rechtliche Ungleichbehandlung der am Markt vertretenen Parteien

Auch Mitarbeiter sind in der Initiative ein wichtiges Thema.  Wir wollen unsere  Mitarbeiter fair und wohlwollend  behandeln,  fördern aber auch fordern!

Wir sagen Nein zur Forderung der Gewerkschaft Ver.di, die einen vollen Lohnanspruch bereits bei Anwesenheit der Mitarbeiter – ohne jegliche Leistung – fordert und fordern leistungsbezogene Tarifstrukturen, wer mehr leistet, soll auch mehr verdienen.
Wir sprechen uns aber auch gegen Mitarbeiter aus, die lieber Leistungen vom Staat beziehen,  statt eine Arbeit anzunehmen  und stattdessen ihr Hartz IV Einkommen  durch Schwarzarbeit aufpäppeln.

Wir hinterfragen ebenso die Situation, das aktuell  jeder dritte Friseurbetrieb in Deutschland einen Jahresumsatz von unter 17.500 € -  sprich weniger als 1500 € im Monat – angibt. Diese Betriebe sind nach der Kleinstunternehmerregelung  von der Abführung der 19% Umsatzsteuer befreit, das ist ein Wettbewerbsvorteil zu Ungunsten der Mitbewerber. Wir fordern Chancengleichheit am Markt für alle Beteiligten, unabhängig  ihrer Unternehmensgröße oder Rechtsform.

Wir plädieren gleichzeitig an die Agentur für Arbeit: das Friseurhandwerk ist kein Auffangbecken für leistungsschwache Schulabgänger!  Subventionierte Ausbildungsverträge schönen zwar die Arbeitslosenstatistik,  helfen aber weder der Branche noch den Menschen. (hier wurden zu viele ungeeignete junge Menschen in den Friseurberuf gedrängt und als billige Arbeitskräfte verheizt).

Das Gleiche gilt für die Qualifikation von arbeitssuchenden Friseurinnen  mittels Meisterprüfung und anschließendem Existenzgründungsdarlehen (durch die Agentur für Arbeit).  Das Friseurhandwerk hat eine Flut von Existenzgründungen dieser Art über sich ergehen lassen müssen und dieses in einem Markt, dessen Umsatz   bedenklich geschrumpft ist.  Hier wurden zigtausende Meisterprüfungen, mit durchschnittlich 6 monatiger Ausbildung und Lebensunterhalt für diesen Zeitraum von Versichertengeldern bezahlt. Die Existenzgründung wurde, ebenso wie die erste Zeit der Selbstständigkeit,  unterstützt. Die jungen Unternehmer/innen stehen heute vielfach vor der Insolvenz oder beziehen als Selbstständige Hilfe zum Lebensunterhalt.

Auch den Umgang der Großindustrie – unserer Lieferanten – hinterfragen wir! Es ist unserer Meinung nach unfair, wenn der Friseur für ein Markenshampoo vom Hersteller rund 10.- €uro im Einkauf bezahlen muss, wobei ein ähnliches Produkt gleicher Marke, für unter 4.- Euro in den Regalen der Supermärkte steht und dem Verbraucher per TV suggeriert wird: „genau so gute Qualität wie beim Friseur…“ 

Das sind nur einige Punkte. Andere befassen sich mit Weiterbildung, Produkt und Arbeitsqualität, Menschlichkeit und mehr.

Die Initiative „Der faire Salon“ beruht auf den Empfehlungen des Kodex für das Friseurhandwerk in Europa, der unter Mitwirkung der EU entstand und dem WIN Prinzip der Havard Universität.

Alles im Sinne von Nachhaltigkeit und einem besserem Miteinander…. !

 

 

 

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