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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 16.11.2017

täuschen – drücken – und gewinnen!

Billiganbieter agieren im Markt mit anderen, nicht immer fairen Mitteln


Der ehrlich agierende Unternehmer hat das Nachsehen.

Die Botschaften in Richtung Kunden sind bekannt: „alles 10,- / 12,- / 13,- €uro!“

„Wir haben aber einen pro Kopf Umsatz von 30,- €“ schreibt mir genau einer dieser Unternehmer, mit welchem ich über eine dramatisch misslungene Arbeit korrespondiere und behauptet: „Wir sind schließlich kein Billigsalon, auch wenn draußen kleine Preise dran stehen. Die Kundin hat schließlich 130.- € für die Foliensträhnen bezahlen müssen!“ 

Mondpreise waren früher verboten, das hier ist genau umgekehrt.
Hier wird Kunden eine Dienstleistung zum niedrigen Preis suggeriert, letztlich bezahlen diese deutlich mehr. Ob durch ehrliche Beratung oder Druck mag von Salon zu Salon unterschiedlich sein.
Fakt ist: auch bei Discountern oder Billigfriseuren haben die Mitarbeiter Umsatzvorgaben. Diese sind teilweise höher als bei personengeführten Familienunternehmen. So liegen diese bei einigen Anbietern beim 4,4 fachen eines Brutto-Monatlohns, andere  fixieren 250,- €uro Tagesumsatz als absolutes Minimum im Arbeitsvertrag. 
Bei 250,- €uro Tagesumsatz und 12,- €uro Preisen  müssen somit mehr als 20 Dienstleistungen / Kundinnen ausgeführt werden, in einer Arbeitszeit von 8 Stunden!

Wie so manche Preise funktionieren, konnte mir bisher keiner erklären: z.B. Wellbehandlung.

Ein gutes Wellprodukt kostet um die 10,- € netto,  diese Dienstleistung beinhaltet eine volle Stunde Arbeitszeit, zuzüglich 20 % Allgemeinkosten, plus 19% MwSt für 13,- €uro???

Die Falle liegt im Detail, bestenfalls kommen lediglich Zusatzkosten für Shampoo, Spray oder Schaumfestiger hinzu. Aktuell erlebten wir in einer Discountkette den Haarschnitt für 10,- €uro plus 2,- €uro für Shampoo und 3,50 €uro für die Portion Haarspray...
Dem Erfindungsreichtum sind kaum Grenzen gesetzt. 

Kaum zu glauben aber wahr: 
• für den Wunschtermin werden 5,- €uro extra berechnet, 
• das benutzen des Föns bei Cut & Go kostet 8,- €uro
• sogar Toilettengebühren werden erhoben,
• die Tasse Kaffee muss genau, wie jedes kleine Extra, zusätzlich bezahlt werden.

Oftmals sind Leistungen begrenzt was nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. Zuschlag für Haare über Kinnlänge, mehr als 10 Folien kosten beim Strähnen sofort deutlich mehr, die Anzahl der Wickler bei der Dauerwelle ist begrenzt.
Fakt ist: trotz der offerierten Billigpreise liegt der Durchschnittsumsatz pro Kundin bei fast 30,- €uro. Bekannt ist auch, das Mitarbeiter in diesem Preissegment unter einem sehr hohen Verkaufsdruck stehen, verkaufen statt ehrlich beraten…

Nicht nur dieses: 
Einige Billigketten stellen mittlerweile auch berufsfremde ein, die dann ohne jede Ausbildung, bestenfalls nach einem (zu bezahlenden) Schnell-Kurs an den Köpfen der Kunden arbeiten dürfen.

Und die Mehrheit der Friseurunternehmer schaut ungläubig und fassungslos, einmal auf die Medienbericht und Billigkonkurrenz, aber auch in den eigenen Salon. Verbunden mit der bangen Frage: wie können wir mit inzwischen deutlich weniger Kunden noch Arbeitsplätze sichern, Weiterbilden, Qualität und Service sichern…?!
 

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