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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 15.12.2017

So teuer…..

 Der Traum vom großen Geld


Der Traum vom großen Geld ist für die meisten Existenzgründer im Friseurhandwerk bereits nach kurzer Zeit ausgeträumt.
Als Mitarbeiter haben Sie jederzeit eine Übersicht darüber, was Sie an Geld zu Verfügung haben. Das ist anders, wenn Sie Unternehmer sind.

Bereits wenn Sie morgens die Tür Ihres Salons aufschließen und Ihre Mitarbeiter begrüßen, produzieren Sie Kosten, bevor Sie überhaupt den ersten Euro eingenommen haben. Miete, Heizung, Licht, Telefon oder Versicherungen und Gebühren, all das kostet, egal ob ein Kunde im Salon ist oder nicht. Personal kostet auch Geld, egal ob gearbeitet wird oder nicht. Am Ende des Monats sind die Löhne fällig. Von Ihrem Kundenaufkommen und Ihren Einnahmen hängt es ab, was Sie am Ende des Tages, beziehungsweise am Ende des Monats, verdient haben werden. Und das ist dann das, was Ihnen von Ihrer Einnahme nach Abzug aller Kosten, übrig bleiben wird.

Unglaublich, aber trotzdem überhaupt nicht selten, Friseure wissen oftmals nicht, was monatlich erwirtschaftet werden muss um alle Kosten zu decken. Aussagen wie: „… was soll ich lange rechnen, ich weiß doch was ich in der Tasche habe!“ oder „…der Monat lief gut, aber dann kam die Berufsgenossenschaft mit 2000.- Euro Beitrag“ sprechen Bände - aber nicht für das Unternehmertum des Friseurs.

Genau dieses Verhalten gipfelt dann in Hilferufen wie: „ wir sind nur ein kleiner Betrieb, ich und zwei Teilzeitkräfte, … jetzt will das Finanzamt 100.000 € von mir...“ Diese häufen sich und sind Wendepunkte im Unternehmerleben eines Friseurs, welcher die Selbstständigkeit meist beendet und oft auch lebenslange Folgen hat..

Setzen Sie sich also bei Zeiten hin und fangen Sie an, Ihren Betrieb kaufmännisch zu durchdenken. Als erstes sollten Sie damit beginnen, Ihre Kosten zu analysieren.

Bei den Kostenarten gibt es folgende Unterschiede:

Zum einen haben Sie Fix- (Fest) Kosten, das sind Kosten, die unabhängig von Ihrer Kundenzahl, bleiben und regelmäßig anfallen. (Miete und Raumkosten)

Als nächstes haben Sie Gemeinkosten, in der Höhe unterschiedlich, aber nicht von der Zahl der Kundenbehandlungen abhängig.
Hierzu gehören Fahrzeugkosten, Energie, Instandhaltung des Betriebes, sowie auch Versicherungsbeiträge.
Die aktiven Gemeinkosten wie Werbung und Weiterbildung sowie Abschreibungen gehören hierzu.

Einer der größten Kostenfaktoren im Friseur Handwerk sind die Personalkosten, die je nach Unternehmen zwischen 40- und 50 % ausmachen.

Der Wareneinsatz ist abhängig von der Zahl der Behandlungen, aber auch der Art und Weise Ihres Einkaufs. Er beträgt im Friseurhandwerk zwischen 10 % und 13 %.

WICHTIG: Eine verlässliche Angabe Ihrer Kosten erhalten Sie nur, wenn Sie die Kosten eines Jahres ermitteln und dann auf die Monate verteilen.

Also nehmen Sie den letzten Jahresabschluss Ihres Steuerberaters zur Hand.
Nehmen Sie sich die Zeit, um wirklich einmal alle Kosten, welche im Laufe eines Jahres anfallen zu notieren und zu addieren.

Wir geben Ihnen als Beispiel nachfolgende Tabelle an die Hand.

Dort haben wir für Sie als Vergleichsmöglichkeit an einigen Positionen direkt die Durchschnittswerte anderer Marktteilnehmer eingefügt.
Diese basieren auf dem WELLA EVA BASIC Betriebsvergleich 2011 und zeigt ob Ihre Zahlen (vielleicht sogar deutlich) abweichen.

Wir geben Ihnen als Beispiel nachfolgende Tabelle an die Hand. Dort haben wir für Sie als Vergleichsmöglichkeit an einigen Positionen direkt die Durchschnittswerte anderer Marktteilnehmer eingefügt. Diese basieren auf dem WELLA EVA BASIC Betriebsvergleich 2011 und zeigt ob Ihre Zahlen (vielleicht sogar deutlich) abweichen.  
  Jahr / €uro Vergleich
Raumkosten / Miete   8,70%
Energiekosten - Gas, Wasser, Elektrizität    
Reparaturen / Instandhaltung   1,20%
Gebühren, Beiträge, Versicherungen    
Gewerbesteuer betriebliche. Steuern    
Fahrzeugkosten   1,50%
Raten und Leasingverträge    
Porto, Telefon, Internet    
Buchführung / Beratung    
Zinskosten   1,10%
Werbung / Weiterbildung   3,10%
Sonstige Kosten    
Wareneinsatz   12,20%
Personalkosten   44,80%

Tabelle als PDF downloaden

Wenn Sie alle Kosten addiert und durch 12 Monate dividiert haben, wissen Sie, was jeden Monat anfällt.
Aber bitte beachten Sie, diese Kosten sind netto!

Bedeutet: wenn Sie 10.000 € pro Monat als Kostensumme ermittelt haben und sich über eine Einnahme in gleicher Höhe freuen, haben Sie ein Problem! In dieser Einnahme sind 19 % Mehrwertsteuer enthalten, die Sie abführen müssen. Ihnen bleiben tatsächlich nur rund 8.400,-€ zur Kostendeckungübrig, was bedeutet, das Sie auf die ermittelten Kosten letztendlich die Mehrwertsteuer hinzurechnen müssen.

Ebenso aber auch das, was Sie Brutto als Unternehmerlohn erwirtschaften möchten, und das ebenfalls plus MwSt. Über die Planung des Unternehmerlohns erfahren Sie im nächsten Beitrag mehr.
Die von Ihnen ermittelte Kostenaufstellung bitte aufbewahren! 
Sie wird noch bei den weiteren Folgen benötigt.

Anmerkung<

78,2 % der Betriebsinhaber verdienen weniger als brutto 1.700,- € pro Monat.
Wenn man den offiziell angegebenen Zahlen Glauben schenken darf
.

Kunden und Mitarbeiter gehen von völlig anderen Gewinnen aus.
Außer Miete, Material (man sieht ja im Drogeriemarkt was das kostet) Strom und Lohn für die Friseurin (schlecht bezahlt) fallen kaum Kosten an. So der Volksglaube. Eigentlich müsste darüber geredet werden….

Verbände schweigen zu diesem Thema, Friseurinnen andere Meinung oder zu wenig Wissen, Chefs ein schlechtes Gefühl. (oder Gewissen?)
In der Homepage www.der-faire-salon.de publizieren wir diese Themen die von den Mitgliedern der Initiative kostenlos genutzt und verwendet werden dürfen.

Der EU Kodex für Friseure in Europa über Gewinne:

Eine gesunde Finanzlage sichert das Fortbestehen der Salons und ermöglicht bessere Löhne und Arbeitsbedingungen sowie zweckmäßige Investitionen, was zu einer qualitativen Verbesserung der Dienstleistungen und höheren beruflichen Standards führt, wodurch wiederum die Kundenzufriedenheit und -treue aufrechterhalten werden.

 

Dieses ist ein Beitrag, veröffentlicht in TOP HAIR International und gehört zum Konzept „der faire Salon“

Weitere Informationen hier

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