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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 16.11.2017

NICHTS ! zu verschenken!!!

TOP HAIR 10 / 2012


Eine der verblüffendsten Gegebenheiten in der Friseurbranche ist die Tatsache, wie viel Umsatz tagtäglich verschenkt wird und wie viele Entschuldigen dafür gefunden werden. Genau das, gibt es in anderen Branchen so nicht, genau das führt dazu, das Lohntarife niedrig und Betriebe in Schwierigkeiten sind. Schauen Sie doch einmal über den Tellerrand des Friseurhandwerks und Sie werden sich wundern was in anderen Branchen für Umsätze getätigt werden:

Jeder Beschäftigte

im Friseurhandwerk (im Salon tätig) erwirtschaftete im Jahr durchschnittlich 30.251.- €uro

in anderen Handwerksberufen erwirtschafteten im Jahr durchschnittlich 107.520.- €uro

(also fast 5mal so viel)

Zum Vergleich:

Bäcker: 58.985 (auch hier gibt es Discounter, Backfabriken und ähnliches

Fleischer: 164.375 €uro trotz Lebensmitteldiscounter

Jedes Unternehmen im Friseurhandwerk erwirtschaftete pro Jahr durchschnittlich 60.880,- €uro

Jedes Unternehmen der anderen Handwerksberufe erwirtschaftete pro Jahr 564.851.- €uro

(mehr als 10 mal so viel)

Es gibt zu viele Friseure.. mag man einwenden. Das ist bedingt richtig, aber diese Tatsache kann nicht der Grund für diese extremen Umsatzunterschiede sein

Je €inwohner

  • wurde im      Friseurhandwerk ein Umsatz erzielt in Höhe von 54,- €uro
  • in anderen      Handwerksberufen in Höhe von 5.825,- €uro

 

im Vergleich 2009

  • wurde im      Friseurhandwerk ein Umsatz erzielt in Höhe von 55,- €uro
  • in anderen      Handwerksberufen in Höhe von 4.763,- €uro

 

Umsatz: das bedeutet in vielen Branchen auch inklusiv Material. Bei KFZ Reparaturen oder einer Sanitärleistung sind Ersatzteile oder Gegenstände im Preis enthalten, aber auch die sind mit Gewinn kalkuliert, bedeutet das Unternehmen verdient auch daran Geld.

Haben Sie als Friseur einen Gewinnaufschlag auf Ihre Dauerwellflüssigkeit oder Haarfarbe? Warum nicht?

Um bei der Dauerwelle zu bleiben: der mittlere Preis in NRW beträgt 39,- €uro.

Rechnen Sie einmal rückwärts:

abzüglich 19% abzuführende   MwSt

7,41   €uro

abzüglich Material   (preiswerte Variante!)

5,00   €uro

abzüglich Gemeinkosten 20%

7,80   €uro

abzüglich Lohnkosten 1 Stunde
  Tarif für NRW plus Lohnzusatzkosten

11,13   €uro

verbleiben als BRUTTOGEWINN

7,66 €uroro

   

Die niedrigsten Preise, die aus der Erhebung des Friseurverbandes NRW stammen lagen für diese Dienstleistung bei gerade mal 12,- €uro. Hier muss wirklich hinterfragt werden wie so etwas rechnerisch und unternehmerisch möglich ist.

Die höchsten Preise lagen bei 120,- €uro für – aus Sicht der Kunden – gleiche oder ähnliche Dienstleistung. Können sie sich vorstellen wie irritiert und ratlos Verbraucher bei solchen Preisunterschieden werden? Auch hier investiert die Initiative „der faire Salon“ viel Arbeit und Information um dieses Dilemma für Kunden transparenter werden zu lassen.

Andere Handwerker kalkulieren den Preis ihrer Arbeitszeit mit 40,- bis 70,- Euro pro Stunde.

Plus Material, plus ggf. Anfahrtszeit, plus Mehrwertsteuer.

Genau das ist den Friseuren meist fremd. So gerechnet würden die Preise drastisch in die Höhe schnellen, wird die Leerkaufzeit mit einkalkuliert würde das Ganze eskalieren.

Auch mir ist bewusst das es so nicht gehen wird.

Fakt ist aber auch: das Friseurhandwerk verkauft seine Dienstleistungen seit Jahren weit unter Wert! Chancen werden nicht oder nur ungenügend genutzt.

Die Verkaufszahlen im Friseurhandwerk sind immer schon desolat.
Sie haben hoffentlich Ihren durchschnittlichen Monatsumsatz im Kopf! Sind sie damit zufrieden? Auch noch wenn Sie wissen, das jeder Drogeriemarkt in Deutschland Monat für Monat rund 40.000 €uro Umsatz tätigt, nur mit Haarpflegeprodukten! Eigentlich IHR Geschäft! Ihr Umsatz und Ihr Gewinn… der jetzt beim Drogeriemarkt ist.

Die Friseurindustrie ist schuld? Darüber lässt sich streiten! Die Industrie geht dorthin wo Geld zu verdienen ist und Umsätze getätigt werden! Und das war in den letzten Jahrzehnten nicht der Friseursalon…

Die niedrigen Preise im Drogeriemarkt? Ja, die Salonprodukte sind teuerer. Bekannt ist auch, das die Friseurindustrie mit den höheren Produktpreisen im Friseurmarkt die Waren für den Retailmarkt subventioniert hat. Aber haben sie schon mal über die Stückzahl nachgedacht. Wie viele preiswerte Produkte müssen verkauft werden um solche Summen zu erreichen?

Hier zeigt sich das Dilemma, an dem wir alle Anteil haben, auch die Verbraucherumfragen zeigen es: Kunden reklamieren mangelnde Beratung in unseren Salons!

Wir haben die Pflicht unsere Kunden hinsichtlich der Produktauswahl zu beraten, Empfehlungen zu geben! Genau das passiert aber nur selten. Vielmehr geben wir uns mit Entschuldigungen „Ich bin halt keine Verkäuferin“ zufrieden.

Auch hier haben Nichts-Tun und Nicht-Handeln gefährliche Konsequenzen


Im Friseurhandwerk werden heute im allgemeinen nur unzureichende Umsätze erwirtschaftet. Die wirtschaftlichen Erfordernisse sind – auch auf Grund einer desolaten Preisstruktur – vielfach kaum erreichbar. Um so größer muss die Anstrengung aller sein, zusätzliche Umsätze zu generieren.

Während einer Kundin in der Boutique zur soeben gekauften Hose auch ein passendes Oberteil angeboten wird, entfallen Zusatzangebote im Friseursalon fast gänzlich. Friseurinnen haben das vielfach nicht gelernt, auf Grund der Emotionalität ( die Salonatmosphäre könnte leiden) oder auch mangelnder Kontrolle, bleibt alles so wie es ist.

Die Zahlen der Handwerksumsätze stammen aus der aktuellen Broschüre des Deutschen Handwerkskammertag ( auch online unter http://www.whkt.de/"

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