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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 02.08.2017

Das Ge-Win-ner Prinzip

Gibt es so etwas überhaupt? Wenn ja, es wäre eine Patentlösung zum reich werden. Ganz so einfach ist es also nicht.


Es gibt Grundregeln im Markt, Konstellationen die stimmen müssen um erfolgreich zu sein oder zu werden. Stimmen diese nicht, droht Kunden und Umsatzverlust. Wie derzeit in der Friseurbranche.

Im Marketing gibt es das Win Prinzip, bestehend aus Kunde / Käufer, Mitarbeiter / Verkäufer und Betrieb / Unternehmer. Ein Geschäft funktioniert erst, wenn diese drei Beteiligten ihre Interessen und Bedürfnisse befriedigt bekommen, zum GeWINner werden.

Nicht immer einfach, die Interessen sind teilweise konträr.
Der Geschäftsinhaber möchte Geld einnehmen und verdienen, der Kunde will sparen.

Wir wissen, in der Friseurbranche läuft nicht alles nach dem Win Prinzip. Hier gibt es Unstimmigkeiten zwischen den am Geschäftserfolg beteiligten Parteien. Sind es nur die wenigen Punkte die momentan im Blickpunkt der Kritik stehen, oder steckt mehr dahinter? Ein Blick auf die verschiedenen Ziele und Interessen von Chef, Mitarbeiter und Kunden ist lohnenswert.

 

UNTERNEHMEN:
Das Ziel eines jeden Unternehmens ist es, Gewinne zu erwirtschaften.
Das ist das Hauptanliegen eines jeden Unternehmers. Der Rubel muss rollen, es müssen genügend Kunden/innen in die Salons kommen um Einnahmen in ausreichender Höhe zu erwirtschaften. Hiervon müssen dann sämtliche Kosten für Ware, Raum und Personal bestritten werden. Des Weiteren stehen Abgaben für den Fiskus an, Rücklagen müssen gebildet werden. Letztendlich bleibt ein Teil der Einnahme übrig der dem Chef und seiner Familie als Lebensunterhalt dienen muss.  Über die Höhe des Gewinnes gibt es viele Spekulationen. Selber kenne ich Mitarbeiter ( auch Kunden/innen ) die behaupten : ein wenig Miete, Wasser und etwas Haarspray, da müssen ja von dem 50,-€ teuren Haarschnitt 45,- € als Gewinn übrigbleiben.
Dem ist nicht so. Die Kosten sind in den letzten Jahren stetig gestiegen und nicht jeder Salon ist in der Situation, immer die Preise angleichen zu können. Zudem sind die Umsätze der Friseurbranche in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. ( zumindest bei den meisten Friseuren ) Dies führt zu der Tatsache, das viele  Saloninhaber keine Rücklagen für Investitionen mehr  haben, teilweise auch Einbußen in der privaten Lebenshaltung hinnehmen müssen.

Ganz so arm, wie es die Zahlen und Statistiken oftmals darstellen, scheint die Situation der Betriebsinhaber allerdings nicht zu sein, schaut man sich die private Lebensführung einmal genauer an. Bevor man allerdings hier Einbußen in Kauf nimmt, wird eher an den Personalkosten gespart oder die Buchführung kreativ gehandhabt.

Eine finanziell angespannte Situation hat natürlich auch weitere Auswirkungen. Für den Chef steht evtl. die Existenz des Betriebes auf dem Spiel, es drohen weitere Einbußen. Das in dieser Situation nicht immer die beste Laune zu erwarten ist, dürfte verständlich sein. Oftmals werden auch die unmotivierten Mitarbeiter für die Misere verantwortlich gemacht. Das führt zu weiteren Spannungen die sich auch schnell auf die Salonatmosphäre übertragen.

MITARBEITER
haben Ihre eigenen Ziele und Ambitionen. Natürlich wollen auch sie Geld verdienen. Möglichst viel sogar. Geld, welches der Chef nicht immer ausreichend zur Verfügung hat oder nicht bereit ist auszugeben.
Klar ist auch, als Lohn ausbezahlt werden kann nur ein Teil dessen, was vorher erwirtschaftet worden ist. Da Mitarbeiter vielfach eine ganz andere Vorstellung von der Gewinnsituation eines Betriebes haben kann es ratsam sein, hier ein wenig Transparenz zu schaffen.

Wenn Mitarbeitern eine schlechtere wirtschaftliche Ausgangslage bewusst ist, sind sie fast immer bereit, sich auch für eine Verbesserung einzusetzen.  Die Karre gemeinsam aus den Dreck zu ziehen ist erfolgreicher, als die Mitarbeiter für die Umsatzeinbußen alleine verantwortlich zu machen, dies demotiviert. Gerade Motivation ist Mitarbeitern aber wichtig. Spaß  an der Arbeit steht in der Wunschliste der Arbeitnehmer ganz oben. Wobei Spaß nicht als Jux verstanden werden darf ,sondern die Freude am sinnvollen schaffen.

Eigene Ideen zu verwirklichen, selber Verantwortung tragen, kreativ zu sein, Erfolg zu haben, - das wollen moderne Friseure/innen heutzutage. Zu oft werden sie hier gehindert. Nicht jeder Arbeitgeber hat das Vertrauen seinen Angestellten Verantwortung zu übertragen wenn die Geschäftssituation unklar erscheint, eher ist man geneigt hier die Zügel straffer zu führen.

Auf der anderen Seite fehlt vielen Friseurinnen die Motivation, sich für ihren Betrieb einzusetzen. Zu oft stehen Lob und Kritik nicht im richtigen Verhältnis zueinander. Eine Friseurmeisterin verdient Anno 2015 tariflich meist um die 2.000,-€,  weniger als ein ungelernter Straßenkehrer am ersten Tag seiner Tätigkeit bekommt, da hilft auch der Hinweis auf das Trinkgeld recht wenig. Urlaubsgeld ist unbekannt, das Weihnachtsgeld ist meist auch nur ein Wunschgedanke.

KUNDEN

Kundenwünsche werden regelmäßig erfragt.
Die Tatsache, das viele Kundinnen nicht Ihre Wunschfrisur erhalten, das 76% intensiver beraten werden möchten ist auch Folge mangelnder Weiterbildung zu der vielen Betrieben das Geld und den Mitarbeitern die Lust fehlt.

Für eine Leistung bezahlen, mit der man nicht 100%ig zufrieden ist, das wird immer als zu teuer empfunden. Ob die Kritik an den Friseurpreisen wirklich nur eine Sache der Transparenz ist darf man bezweifeln. Schaut man sich das veränderte Verbraucherverhalten an, wird manch anderes offensichtlich.

Nach wie vor stellen die Senioren einen großen Teil der Stammkundschaft.  Die heute über 50 jährigen, haben gelernt sich durchzusetzen, eigene Wünsche in den Vordergrund zu stellen, Leistungen zu hinterfragen.

Der Lebensstandard hat sich geändert. Geschah für die älteren Menschen früher vieles aus reiner Zweckmäßigkeit, verlangen  die Generationen der Erlebnisgesellschaft weit mehr: Ambiente, Erleben und Wohlfühlen stehen im Vordergrund.

Dem sind nur wenige Friseure gerecht geworden. Vergilbte Gardienen, selbstbekritzelte Preistafeln und Angebote oder tote Fliegen im Schaufenster verleiten potentielle Kunden eher zum weitgehen als zum Salonbesuch. Hier fehlt es an Image und zeitgemäßem Angebot.

 

 

 

 

 

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