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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 23.11.2017

Unvermögen...

Erlebnis in einem Herrensalon


 

Das ist ernst gemeint liebe Kolleginnen, allerdings nicht so wie es schnell verstanden wird. Frauen zurück an den Herd? Nein – im Gegenteil. Frauen nach vorn – an die Front! Aber bitte professionell. Was mich zu dieser Forderung bewegt ist der Augenblick den ich in einem Herrensalon in der Nachbarschaft erlebte.

Düsseldorf Innenstadt, Friedrichstraße zur Mittagszeit. Ein ansprechender Salon nur für Männer hatte schon längere Zeit meine Neugier geweckt und ich gehe gerne Mal woanders…,
„Jederzeit ohne Termin“ las ich auf dem A1 Werbestopper auf dem Bürgersteig. Von allem Anderen wollte ich mich jetzt selber überzeugen und betrat um 20 Minuten vor 12 Uhr den Salon.

Ein erster freundlicher Eindruck, sauber, eine Friseurin an der Arbeit. An der kleinen Rezeption eine nette junge Dame die ihren Blick ,und scheinbar auch die Gedanken, auf den PC Monitor fixiert hatte und sich erst langsam davon lösen konnte. Blond, hübsch, gepflegt, auf den ersten Blick Top – ein guter Eindruck!
„Sie wünschen?“ wurde ich freundlich gefragt, der Blick dabei galt aber nicht mir, sondern huschte auf den Monitor zurück. Das stört und ist unhöflich, trotzdem äußerte ich ebenso freundlich den Wunsch nach einem Haarschnitt.
„Dann müssen Sie später wiederkommen!“ war die ebenso sachliche wie prompte Antwort und schon tippte mein weibliches Gegenüber etwas in die Computertastatur. Ich stutzte, was sollte das?“ fragte ich mich und blieb überrascht stehen. Schließlich hatte ich der Werbung entsprechend erwartet spontan und freundlich einen guten Männerschnitt zu bekommen. Aber das hier kam ja einer Abfuhr gleich.

Die nette junge Dame spürte mein Zögern. „Ich habe um 12 Uhr einen Termin, Sie können um halb Eins wiederkommen!“ so die Erklärung. Inzwischen hatte ich meine Sprache wiedergefunden und verwies auf die Werbung und den Kundenstopper auf dem Bürgersteig.
„Jederzeit ohne Termin!“ „Jetzt ist Urlaubszeit da geht das nicht…“ so die Erklärung.

Inzwischen war es genau 15 Minuten vor Zwölf. Eigentlich hätte die liebe Kollegin jetzt noch genügend Zeit mir einen flotten Haarschnitt zu kreieren, wenn sie clever gewesen wäre. Ein guter Männerschnitt mit Haarwäsche ist in 20 Minuten  zu schaffen wenn man professionell arbeitet. Beim Luxusfriseur kann man sich auf Grund des höheren Preises mehr Zeit lassen, aber hier für 16.- €uro?

Mein Blick fällt auf die tätige Friseurin im Hintergrund. Lässig, eine Hand in die Hüfte gestemmt, in der anderen eine Maschine mit Aufsatz schert sie kreuz und quer den Kopf des Kunden. Cool soll das wohl wirken.. Nein das ist einfach nur unprofessionell und auch die Bezeichnung Friseurin ist falsch. Das sind Friseusen die ihren Kunden zeigen, wie einfach es gehen kann und diese animieren, sich selber eine Haarschneidemaschine zu kaufen.

Mehr als 10,- €uro ist so ein Haarschnitt auch nicht wert. Aber er wird oft von den Mitarbeitern erstellt, die über den geringen Verdienst im Friseurberuf klagen. Wer so lieblos und respektlos mit Menschen umgeht darf sich nicht wundern ,wenn ihm das Gleiche bei seinen Kunden wiederfährt.

Es geht auch anders: ich habe langjährige Kunden mit superkurzen Schnitten. Bei mir wird so eine Frisur mit Kamm und Schere geschnitten, eine Haarwäsche und Kopfmassage dazu und Dankeschön für 24,- €uro. Diese werden gerne gezahlt, von Kunden die sogar von Bonn nach Düsseldorf fahren weil: „… dort werde ich wie ein Schaf geschoren..!“ so die wahren Worte eines Kunden.

Qualität kommt von Sorgfalt, Sorge für das Wohl des Kunden, liebevolle handwerkliche Arbeit. Dafür geben Kunden gerne Geld aus. Das ist der Respekt den ich fordere. Denn eines ist klar: die, welche faire Löhne fordern müssen erstmal den notwendigen Umsatz in die Kasse bringen von dem faire Löhne bezahlt werden können.
Mit respektloser Arbeit geht das leider kaum,,,

Übrigens:
Trotz akzeptabler Preise, trotz bester Marktlage, trotz einer richtig guten Werbung und ansprechenden Ambiente hat der Männersalon auf der Düsseldorfer Friedrichstrasse nur wenige Monate überlebt… Warum wohl? Es sind nicht immer professionelle Friseurinnen drin wo Außen „Friseur“ dran steht!

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