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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 15.12.2017

Anforderungen im Friseurberuf

sind je nach Preissegment verschieden.


Unteres Preissegment *1)
Kunden erwarten hier weder Service noch großartiges Ambiente. Im Vordergrund steht der Preis. Eine, trotzdem gute, Dienstleistung der Friseurin wird vorausgesetzt. Diese wird durch regelmäßige Trainings der Discountbetriebe in der Regel meist erbracht. Von schlechter Arbeit im unteren Preissegment kann heute nicht mehr die Rede sein. (Schlechte Arbeiten gibt es in jedem Preissegment).
Sehr wohl stehen die Mitarbeiter in Discountsalons unter hohen Umsatzdruck. Selbst bei preiswerten Kettenbetrieben wird in der Regel ein Umsatz mit Lohnfaktor 4 und darüber gefordert.
Schneller Umsatz (schnelle Arbeit) und damit die hohe Kundenzahl , ist wichtiger als die Bindung zur Stammkundin.

Oberes Preissegment *2)
In der oberen Preiskategorie erwarten die Kunden ohne Einschränkung hohe Qualität, Luxus und guten Service. Die persönliche Betreuung wird hier zum Pflichtprogramm und die Friseurin ist die persönliche Schönheitsberaterin. Mit ausschlaggebend sind hier Name/ Ruf des Salons, Konzept, Image/ Ambiente und Service.

Mittleres Preissegment *3)

Dieses ist derzeit das schwierigste, weil am stärksten umkämpfte Segment im Friseurhandwerk.
Das „Erlebnis Friseurbesuch“ steht bei der Kundin im Vordergrund. Das ist den Friseuren und Friseurinnen aber noch nicht genügend bewusst.

Die fachlich perfekte Dienstleistung ist (in den Augen der Friseurin) meist das non plus Ultra, wird von der Kundin aber inzwischen vorausgesetzt, sprich als Selbstverständlichkeit angesehen.

Mit steigenden Preisen verlässt die Friseurin (aus Kundensicht) das Feld der Handwerkerin und wird immer mehr zur Schönheitsberaterin. Hier kommen der Friseurin besondere Aufgaben zu: perfekte (ehrliche) Beratung, Ideen zur Typoptimierung. Wichtig ist auch ein ständig neues Überraschen der Kundin, durch nicht erwartete Leistungen. Das kann eine Beratungsleistung, fachliche Arbeit aber auch emotional im Servicebereich sein.

Die Friseurin wird hier langsam zu dem, was in der oberen Preiskategorie Pflicht ist: zur „Doktorin für Haare!“ - Fachfrau für Haare und Frisur. Entsprechend erwartet die Kundin Sicherheit und ein optimiertes Erscheinungsbild (Vorbild). Die Kundin möchte beraten und überzeugt werden. Die richtige Kommunikation ist von großer Bedeutung. ( nicht : wir könnten mal, das sollte, wir probieren…. Besser: das passt zu Ihnen, wir machen das, ich empfehle Ihnen.)

Die Kundin erwartet eine klare Ansage in jeglicher Beziehung: zur eigenen Leistung, zu Möglichkeiten der Behandlung aber auch zu Preisen, bis hin zu „das passt / geht nicht!“

Das bedeutet ein regelmäßiges Hinterfragen der eigenen Leistung. Entscheidend ist das Denken über die eigene Arbeit und den Beruf. Dieses spielt im Umgang mit der Kundin einen ganz entscheidender Faktor, an dem jeder selber zu arbeiten hat.

Während die Kundinnen im unteren Preissegment kaum Anforderungen an das emotionale Umfeld des Salons haben, steigt dieses mit Niveau und Preise. Daher spielt (meiner persönlichen Meinung nach) die Persönlichkeitsbildung der Friseurin eine immer größere Rolle. Empathie (Einfühlungsvermögen) ist zum Verstehen der Kundenwünsche, zur persönlichen Beratung aber auch zur Kundenbindung wichtig.

Zur Erklärung der Preissegmente

*1) unteres Preissegment (pro Kopf Umsatz bis ca. 35,- / 40,- €uro)
*2) mittleres Preissegment (pro Kopf Umsatz von ca. 40,- bis 55,- €uro)
*3) oberes Preissegment (pro Kopf Umsatz über ca. 60.- €uro)

Diese Angaben stammen aus einer Kundenbefragung des Schöttmer Instituts.

Übrigens:
Die Endergebnisse dieser Befragung sagen folgendes aus:
mit dem Endergebnis der Behandlung zufrieden sind:
86% der Kunden in der oberen Preisklasse, aber auch
67% der Kunden in der unteren Preiskategorie!
So schlecht kann diese Arbeit dann wohl doch nicht sein… und die Mittelklasse muss sich anstrengen!

 

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