Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873 Letzte Aktualisierung: 09.04.2024

Gut? Böse? Nein, Anders!

Unangenehme Entscheidungen sind nicht böse, auch wenn wir uns so fühlen - sie sind notwendig.


Da reibe ich mir verwundert die Augen:  gestern noch Ruhe und heute bekämpfen sich zwei Firmen (wie aktuell im Bereich der der Kassensoftware) öffentlich und mit aller Härte. Vorwürfe, Schuldzuweisungen und rechtliche Schritte stehen im Raum. Plötzlicher Krieg. Anderes bleibt mehr oder weniger verborgen. So wie im vergangenen Jahr, als plötzlich als friseurexklusiv verkaufte Produkte in Real Märkten auftauchten. Deutlich unter dem Friseur-Einkaufspreis. Wer hatte die Verträge gebrochen um Endverbrauchermärkte zu beliefern? Es war ein Mitbewerber des Anbieters, der Waren aus Asien nach Europa importierte, um den Ruf seines Konkurrenten zu schädigen. 

Die Märkte heute sind knallhart, selten fair bis oft unehrlich. Wir schütteln fassungslos den Kopf und werten das als Gut und Böse - weil es nicht unseren erlernten Wertvorstellungen entspricht.  Für den BWL geschulten Konzernchef ist so etwas Normalität. Wir Friseure hingegen sind mehr emotional unterwegs, Empathie und Gefühl als Wertorientierung. Aber was ist Gut, was Böse? Nein, das sind oft „nur“ andere Wertorientierungen, die aber entscheidend sein können, denn manchmal passt es nicht.  

Da sind Mitarbeiter, für die man Verständnis zeigt, auch wenn die Ergebnisse nicht stimmig sind, die man aufbaut und investiert. Auch mit kontroversen und nervigen Diskussion, man bleibt geduldig und zeigt Verständnis. Das Verständnis ist leider  manchmal einseitig. Dann hat Verstehen ein jähes Ende, weil das Gegenüber eine ganz andere Meinung und Wert-Orientierung hat.  
Bedeutet: Investitionen, Nerven, Zeit und Geld zum Fenster rausgeschmissen. Viele von uns werden das schon erlebt haben.  Hier gilt es frühzeitig Klarheit zu schaffen und sich selber zu schützen. 

Ängste hindern uns oft daran, aber wir müssen akzeptieren das manche Dinge einfach nicht passen. 
Statt zu hoffen, müssen wir uns entscheiden. Respekt vor anderen Meinungen? Na klar! Aber wenn jemand in meinem Unternehmen eine eigene Philosophie leben will…. Das geht gar nicht! 


Darum plädiere ich für eine Salonphilosophie, so wie sie sich aus unseren Anregungen in „Der faire Salon“ erstellen lässt, an Standards an, die sich jeder halten muss. Und wenn nicht… dann gerne und in Freundschaft woanders. Solche Entscheidungen sind nicht böse, auch wenn wir uns so fühlen, sie sind notwendig.  

Rene Krombholz im Juni 2018
 

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