Login momenten nicht vorhanden
Friseur-News Logo
Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 12.12.2019

Meister in drei Wochen????

Eine Meldung der Friseurinnung Düsseldorf sorgte in den letzten 48 Stunden für große Aufregung,


Eine Meldung der Friseurinnung Düsseldorf sorgte in den letzten 48 Stunden für große Aufregung, sogar für Entsetzen in der Friseurbranche.

Die Meldung berichtete über einen dreiwöchigen Vollzeitlehrgang, um im Rahmen eines Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahrens Friseure aus Nicht- EU- Staaten in das Friseurhandwerk zu integrieren.

Dieses sorgte für Unverständnis und Zorn, wobei sich die Kritik im Wesentlichen an folgenden Punkten orientierte:

a) Warum müssen wir Deutsche eine Meisterprüfung ablegen und Andere nicht?
In anderen Ländern gibt es teilweise andere Zulassungsvoraussetzungen als den Meisterbrief. Deutschland ist gesetzlich verpflichtet festzustellen, ob diese vergleichbar sind.  

Dieses erfolgt mittels Überprüfung, inwieweit die Inhalte der Aus - und Weiterbildung eines Antragstellers sich überschneiden mit den deutschen Zulassungsbedingungen (z. B. mit dem Meisterbrief). Im Handwerk geschieht das durch die Handwerkskammern, bei den Medizinern durch die Ärztekammer usw.

b) Warum werden immer mehr Betriebe mit diesen Ausnahmegenehmigungen eröffnet?

Eine Ursache ist die Globalisierung. Deutschland erlebt immer mehr Zuwanderung. Menschen, die seit Jahren in ihrem Heimatland in einem Beruf selbständig waren, sehen darin eine Chance hier ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Außerdem steigt die Anzahl derer, die sich mit einem Teilbereich eines Berufes (bei den Friseuren z. B. Hochsteckfrisuren, Haarverlängerung, Keratinglättung oder andere) selbständig machen wollen. Die Gesetze hierfür gibt es schon lange. Die Anzahl der Anträge nimmt zu.

Die bundesweite Zunahme der „Männersalons“ in den letzten Jahren war die Folge dieser Regelung und wurde 2018 durch ein Urteil des OVG – übrigens ebenfalls aus Düsseldorf - sehr zur Freude der Friseurbranche gestoppt. 
Jetzt konzentrieren sich die Anträge auf das Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren

c) Was ist eigentlich ein Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren
(im Gegensatz zur Ausnahmegenehmigung)?

Die in ganz Deutschland, in allen Gewerken und Berufsgruppen praktizierte Eingliederung für Bewerber aus Nicht – EU - Staaten (dem EU Recht folgend), erfolgt im Rahmen eines Gleichwertigkeitsfeststellungverfahrens. Während Anträge zur Ausnahmegenehmigung in Teilbereichen von Jedermann (auch ungelernt) gestellt werden können, ist hier der Nachweis von Berufspraxis und erfolgten Prüfungen verpflichtend. 

Der Antragsteller legt der für ihn zuständigen ( Handwerks-) Kammer seine Zeugnisse, Teilnahmebestätigungen an Fortbildungen und andere Dokumente vor, die mit seiner Berufsqualifikation zu tun haben.
Die Handwerkskammer prüft, welche Bestandteile dieser Qualifikation mit unserer übereinstimmen. Diese bekommt der Antragsteller anerkannt.
Alle Teile des Berufsbildes deren Kenntnis nicht durch Zeugnisse o.a. nachgewiesen werden können, werden überprüft. 

Diese Prüfung kann ein Fachverband, wie z. B. Die Friseurinnung Düsseldorf mit zwei voneinander unabhängigen Prüfern durchführen (kostenpflichtig für den Antragsteller).

Ob die vorhandenen Fachkenntnisse dem deutschen Meisterbrief ebenbürtig sind oder nicht, wird an die zuständige Kammer zurückgemeldet. Diese ist jedoch vom Gesetzgeber verpflichtet, dem Antragsteller nach einem abschlägigen Bescheid die Möglichkeit einer Nachqualifizierung anzubieten. Dieses geschieht jetzt durch die Vollzeitseminare der Friseurinnung Düsseldorf (kostenpflichtig für den Antragsteller, kann gefördert werden).

Bei einer Ausnahmegenehmigung überprüft die Kammer zunächst, ob rechtlich ein Ausnahmegrund vorliegt. (Ausnahmegrund ist z. B., dass der Antragsteller nur einen Teilbereich ausüben will, der Antragsteller muss nicht aus dem Handwerk kommen, dessen Zulassung er im Teilbereich beantragt) 

Ein Sachverständiger überprüft dann die Qualifikation des Bewerbers. Die Prüfkriterien werden vom Sachverständigen individuell und frei gestaltet. Je nach Bewertung (für den Antragsteller kostenpflichtig) und Rückmeldung des Sachverständigen an die HWK, reagiert diese entsprechend.

Wie machen wir das mit dem Lehrgang?

In kleinen Lerngruppen (diesmal drei Personen bei zwei Lehrkräften), intensives Lernen, acht Stunden am Tag, fünf Tage die Woche, mit regelmäßigen schriftlichen Erfolgskontrollen ist ein hervorragender Lernerfolg gewährleistet. Dies weiß jeder, der schon einmal an einem Intensiv - Sprachkurs teilgenommen hat.
Dieses Modell der Qualifizierung steht noch in den Anfängen. Die Lehrinhalte wurden im Austausch der Kammer entwickelt und sind den Erfordernissen unseres Handwerks angepasst. Ergänzungen oder Verlängerungen sind durchaus möglich.

Fazit
Aufgrund der langjährigen hervorragenden Zusammenarbeit zwischen der Handwerkskammer Düsseldorf und der Friseurinnung Düsseldorf hat die Handwerkskammer einen wichtigen Teil dieses komplizierten Verfahrens vertrauensvoll in unsere Hände gelegt. Darauf sind wir stolz.

„Uns ist es wichtig, hier selbst aktiv zu werden, statt diese Qualifizierung Fremdanbietern zu überlassen!“ so Obermeisterin Monika Schmitter. „Was Friseure können, können Friseure am Besten!“

Hier werden Gesetze in das wirkliche Leben übertragen. So hat es sich z. B. gezeigt, dass Berufskollegen aus anderen Ländern manchmal keine Kalkulation kennen, weil es in deren Heimat staatlich festgeschriebene Preise für den Haarschnitt gibt.

Nicht nur das. Wie sich aktuell zeigt, lernen die Teilnehmer dieser Fortbildung auch das deutsche Verbandswesen  und Fachverbände kennen und schätzen, und sind auch hier an Teilnahme oder Mitgliedschaft  absolut interessiert.
Klingt doch wie eine „ WinWin – Situation“, oder?

Herzlichen Dank für Euer Interesse. 
Der Vorstand der Friseurinnung Düsseldorf freut sich weiterhin über eine intensive Diskussion mit euch zu diesem interessanten Thema.

Bitten anmelden, um ein Kommentar zu verfassen

Marisa

ich bin Spanierin und seit 15 Jahren selbständig meibe Tochter ist seit 12 Jahren dabei ich bestehe darauf das sie auch in 3 Wochen den Meisterbrief bekommt. können Sie mir das bestätigen?

Das könnte Sie auch interessieren

World of Dance

World of Dance

Berlin im Hip-Hop Fieber!
Forschung, die das Haar verwandelt

Forschung, die das Haar verwandelt

Wella feiert 40 Jahre System Professional.
Erfreuliches

Erfreuliches

Direkt zum Jahresbeginn 2014 gibt es erfreuliches zu melden.
Shooting Queen

Shooting Queen

neues Marketing-Konzept für Ihren Friseursalon?
City Love

City Love

MICHALSKY StyleNite
Mitarbeiter suchen - aber richtig!

Mitarbeiter suchen - aber richtig!

Friseurunternehmen suchen in ganz Deutschland gute Mitarbeiter und Auszubildende. Sie tun das mit mehr oder weniger Erfolg. Der Jahresbeginn ist die richtige Zeit, sich über die Personalplanung Gedanken zu machen.
Mitarbeiter suchen, aber richtig!

Mitarbeiter suchen, aber richtig!

VieleFriseurunternehmen suchen  gute Mitarbeiter
Countdown: Trend Vision 2014

Countdown: Trend Vision 2014

Über die Wella Trend Collection Frühjahr/Sommer
Hauptmenü

Mit friseur-news Account anmelden

E-Mail oder Passwort falsch.

Noch keinen Account? Jetzt Account anlegen

Mit sozialen Netzwerk anmelden

Wir posten keine Beiträge auf Ihre Pinnwand!

Registrieren Sie sich auf Friseur-News

Ihre Position

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht

Min. 6 Zeichen