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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 15.12.2017

Das märchen vom reichen Chef

Mit Fairness zum Erfolg - unter diesem Motto haben wir Ihnen in der November-Ausgabe die Initiative „Der faire Salon" von Rene Krombholz vorgestellt. Sie soll den Verhaltenskodex „Wie man miteinander auskommt", mit Leitlinien für europäische Friseure, bekannt machen.


Mit Fairness zum Erfolg - unter diesem Motto haben wir Ihnen in der November-Ausgabe die Initiative „Der faire Salon" von Rene Krombholz vorgestellt. Sie soll den Verhaltenskodex „Wie man miteinander auskommt", mit Leitlinien für europäische Friseure, bekannt machen.

In den folgenden TOP HAIR-Ausgaben beschäftigt sich Krombholz mit den drei Gruppen, die der Kodex unterstützen soll: Unternehmer, Mitarbeiter und Kunden. Los geht es mit den Chefs.

Ziel jedes Unternehmens ist es, Gewinne zu erwirtschaften, mit denen die Kosten für Ware, Miete und Personal abgedeckt werden. Des Weiteren stehen Abgaben für Finanzamt, Berufsgenossenschaft und Verbände an und Rücklagen müssen gebildet werden. Von dem, was übrig bleibt, muss der Unternehmer leben können.

Über die Höhe des Gewinnes im Friseursalon gibt es viele Spekulationen. Nicht wenige Kunden, aber auch Mitarbeiter, glauben: Miete, Wasser und etwas Haarspray - da müssen von den 40 Euro für den Haarschnitt 30 Euro Gewinn bleiben.
Die Realität sieht anders aus: Kundenzahl und Besuchshäufigkeit sind in den vergangenen Jahren gesunken, Umsatzeinbußen sind die Folge. Der Gewinn wird immer geringer.

Schaffen Sie Preistransparenz
Aus Sicht vieler Verbraucher sind alle Unternehmer vermögend. Was Sie als Chef verdienen, geht natürlich niemanden etwas an. Aber solange Meinungen über den Riesen-Gewinn von Saloninhabern, teils sogar bei den Mitarbeitern, vorherrschen, werden Sie wenig Zustimmung für Preiserhöhungen oder abgelehnte Lohnforderungen ernten. Nicht wenige machen sich mit dem Irrglauben an enorme Gewinne sogar selbstständig.

Die Realität sieht jedoch anders aus.
Das zeigt etwa die Wella-Erfolgs-Vergleichs-Analyse (EVA) für das Jahr 2008. Der Wella-Durchschnittssalon erwirtschaftete einen Netto-Umsatz von 178.500 Euro und machte durchschnittlich 19 Prozent Gewinn. Das entspricht 33.915 Euro.

Davon müssen nach vorsichtiger Schätzung rund 50 Prozent für Einkommenssteuer, Krankenversicherung und Altersvorsorge aufgewendet werden, sodass 16.958 Euro verbleiben. Rechnet man das auf den Monat um, bleibt ein Netto-Einkommen von 1.413 Euro.

Dieses Rechenbeispiel ist selbstverständlich nicht repräsentativ. Im Einzelnen kann die Höhe der Netto-Einkommen abhängig von Steuerklasse, Familienstand und Vorsorgeaufwendungen Differenzen aufweisen.

Leben Sie den Kodex
Der Wunsch nach „coolen Frisuren" sollte nicht mit kühler Dienstleistung verwechselt werden. Wir sollten wieder lernen, über unsere Arbeit und deren Wert nachzudenken und darüber zu reden.

Wer mit ganzem Herzen Friseur ist, investiert Lebenszeit, fachliches Können, Kreativität, Wissen und Emotionen. Wir sorgen dafür, dass sich die Kundin über Wochen mit ihrer Frisur besser fühlen kann - aber was ist es ihr wert?

Solange Kunden glauben, dass bei dem Preis für einen Haarschnitt 75 Prozent Gewinn abfallen, wird sich kein Konsens finden lassen. Andern Sie diese Meinung der Kunden. Wie? Leben Sie die Leitlinie des Kodex. Setzen Sie auf Ihre Beratungskompetenz, Soft Skills, und hören Sie nie auf, sich weiterzubilden! Dann bestehen Sie auch den Kampf gegen die Konkurrenz aus dem Drogeriemarkt und preisgünstigere Mitbewerber.

Veränderungen sind nötig
Den Vorsatz haben Sie vielleicht jetzt gefasst, aber wie setzt man die graue Theorie in die Praxis um? Hier ein paar Tipps:

1. Sie müssen reden — zuerst mit Ihren Mitarbeitern.
2. Sprechen Sie lieber von Verbesserungen, das fällt leichter.
3. Planen Sie einen Gesprächsabend mit Ihren Angestellten.
4. Stellen Sie den „fairen Salon" vor und bitten Sie um Verbesserungsverschläge.
5. Erklären Sie Ihrem Mitarbeiter, welchen Umsatz er erwirtschaften muss und -warum.
6. Geben Sie Hilfestellungen, damit dieser Umsatz auch erreicht werden kann.
7. Scheuen Sie sich nicht davor, einen Unternehmensberater unterstützend hinzuzuziehen. Insbesondere dann, wenn Sie betriebswirtschaftlich nicht allzu bewandert sind und noch nie ausgerechnet haben, welcher Mitarbeiter sich wirklich trägt.

Jetzt registrieren lassen
Sie sind ein fairer Salon und arbeiten nach den Leitlinien des Kodex? Dann Lassen Sie sich auf www.der-faire-salon.de, der Homepage für den Endverbraucher, registrieren. Wie das geht? Infos zur Initiative „Der faire Salon" und Tipps zur Umsetzung gibt es unter www.friseur-news.de - dort finden Sie auch WerbemateriaLzum Downloaden und den Kodex im Wortlaut

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