Klare Ansage

THEMENWELT · CHEF & UNTERNEHMEN

Nicht nur bei der Generation Z

In Gesprächen oder bei Zusammentreffen mit Kollegen/innen erfährt man, das viele Chefs oder Betriebsleiter bei der Mitarbeiterführung an ihre Grenzen stoßen. Neue Generationen sind herangewachsen, die vollkommen anders denken und ticken wie die Generationen zuvor.

Auch mir, einem Chef, den man eher als zu gutmütig beurteilt und der immer das Wohl Aller im Auge hat, ist es passiert.

Da sollte mein Team zu einem Seminar, hochwertige aber eben auch teurere Weiterbildung. Ziel: den Mitarbeitern fehlendes Wissen und Know How zu vermitteln, um gute Ergebnisse und damit auch positive Perspektiven in Sache Entlohnung realisieren zu können.

Diese Weiterbildung war lange vorbereitet, Hotel und Mietwagen für’s Team gebucht, 400 km Anreise waren erforderlich. Die Kosten von gut 2000 € gingen zu Lasten des Unternehmens.

Soweit so gut, bis ein Fehler in der Zeitplanung bemerkbar wurde. Der machte es erforderlich, dass die Mädels um 6:00 Uhr hätten starten müssen. Auf meine Bitte, folgte eine vom Team erbetene Bedenkzeit und schließlich die klare Antwort: „Chef nein, das ist nicht unsere Zeit. So früh am Sonntagmorgen…“

Das ist die nun, diese viel zitierte „Work Life Balance“ der jüngeren Generation. Als Mitglied der Babyboomer Generation wäre es für mich selbstverständlich gewesen, meine Pläne zu ändern.

Junge Generationen haben ein anderes Denken, einen anderen Umgang mit sich selbst aber auch ihrem Umfeld. Das sollte ich in den nächsten Tagen deutlich spüren. Zufrieden mit dem abgesagten Seminar war keiner und so schaukelte sich die Situation weiter hoch. Bis hin zu der Situation, als mich eine Mitarbeiterin öffentlich des Arbeitszeitbetruges bezichtigte, Fakt war aber: sie kannte ihren eigenen Tarifvertrag nicht.

Genau diese Situationen sind es, die einen dann an der Grenze angekommen, zum Handeln und Umdenken bewegen. Selber merke ich, dass ich mit meiner Kommunikation nicht mehr viel erreichte, eher auf Abwehr stieß.

Mitarbeiter in der heutigen Zeit rauszuschmeißen dürfte wahrhaftig die schlechteste Lösung sein. So überdachte ich meine Position und buchte ein Seminar bei Peter Lehmann.

Wertschätzend Klartext reden…..

Da saß ich dann mit einigen (teils sogar bekannten) Kollegen/innen um zu lernen.
Besser gesagt um Wege zu suchen, wie ich mein problematisches Gegenüber überzeugen könnte.
Schließlich war ich der Meinung Recht zu haben und auch alles richtig gemacht zu haben, trotzdem drohte eine Eskalation.

Nein, so geht das nicht, war eine erste Erkenntnis. Man kann Menschen nur für sich gewinnen aber nicht ändern. Auch durch regelmäßige und wertschätzende Gespräche statt nur klarer Worte im Ernstfall.

Interessant, sich einmal selber zu erkennen! Die Wirkung eines überzeugenden Auftritts/Gesprächs hängt von Aussehen, Stimme und Inhalt (Worte) ab. Sehr lehrreich, seinen eigenen Auftritt einmal zu hinterfragen!
 

Weiter lernte ich, dass bestimmte Wörter und Aussagen, ein Gespräch auch sehr schnell ins Gegenteil umkehren können. Oder: das Begebenheiten aus der Vergangenheit zwar die eigenen Gefühle steuern, aber selten zu Lösungen für die Zukunft beitragen können.

Förder-, Kritik-, Konflikt-, Abmahnung-, oder Kündigungsgespräch, vorher habe ich gar nicht um diese Unterschiede gewusst oder mir um den Aufbau eines solchen Gesprächs Gedanken gemacht.

Interessant auch der Part, in welchem die Erwartungen von Mitarbeitern an eine Salonführung definiert wurden. Hier wurde vieles erkennbar um zu besseren Ergebnissen im Mitarbeitergespräch zu gelangen.

Tage später im Salon wurde das neu Gelernte gleich angewandt.
Überraschend gut verlief das erste Gespräch, welchem ich eine Pause folgen ließ.
Dieses Gespräch brachte auch einen positiven Wandel im Miteinander, so dass 14 Tage später die Fortsetzung folgte. Hier konnten dann letzte Missverständnisse ausgeräumt und Zielvereinbarungen getroffen werden.

Was nicht heißt, dass demnächst nicht weitere Problematiken auftauchen werden. Ich bin mir sicher, dass ich diese deutlich schneller und klarer bewältigen werde.

Danke an Peter Lehmann für dieses lehrreiche und sinnvolle Seminar.

Weitere Infos bekommen Sie hier

 

 

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