Marktnischen für Friseure

THEMENWELT · KUNDEN & SALONALLTAG

Wirtschaftlich interessante Marktnischen für Friseurbetriebe


In einer Zeit, in der Geiz geil ist  und Gutverdienende ohne Scham bei ALDI einkaufen, steht selbst der COIFFEUR aus der besseren Liga unter einem gewissen Preisvergleichsdruck. Manche Kunden, Kundinnen, verwechseln den noblen Salon mit einem orientalischen Basar und beginnen, basierend auf Urlaubserfahrungen, mit dem feilschen um den Dienstleistungspreis. Wohl dem, der die Ruhe bewahrt und Zeitaufwand und Materialeinsatz betriebswirtschaftlich überzeugend begründen kann.

Denn jeder Leser und so mancher Verbraucher wissen, die Dienstleistungspreise bei den Friseuren sind alles andere als „fett“. Fakt ist, Friseure stehen, u. a. wegen ihrer durchschnittlich geringen Arbeitsauslastung in einem Käufermarkt, in welchem der Kunde frei wählen kann. Und der wählt sehr individuell unter verschiedenartigen Leistungsangeboten. Nicht jeder Kunde möchte vom „Feinsten“ topbedient werden. Der eine hat das Geld nicht oder dem anderen fehlt der (oft!) fachorientierte, hohe Anspruch.
Wem es in irgendeinem Friseurbetrieb als Kunde einmal (gefühlt!) zu teuer erschien, wird meistens künftig nicht mehr wieder gesehen.

Ein wirtschaftlich guter Ausweg ist es, intensiv nach Marktnischen zu suchen. Da wird jedoch gerne argumentiert, was sollen wir denn suchen, was anbieten, was tun?

Zum Beispiel: Bräute
Aus der Beratungspraxis weiß ich natürlich, wie ungern sich viele Friseure und vor allem die für diese Leistungen beliebten Friseurinnen mit diesem Thema befassen und dafür Begründungen anbieten, die eigentlich nicht greifen. Tatsächlich sind die Chancen, die in diesem Markt liegen, überhaupt noch nicht richtig genutzt.

Zurzeit heiraten jährlich etwa 600 Ts. Frauen. Auf eine Einwohnerschaft von 10.000 Köpfen umgerechnet, sind es durchschnittlich 72 Frauen pro Jahr. Das ergibt pro Woche ca. 1,5 Hochzeiten. Ist der Einzugsbereich noch größer, natürlich entsprechend mehr!
 
Vergessen sie jedoch das traditionelle „Aufstecken“ des Schleiers, denn das ist allein keine profitable Dienstleistung, für die eine festlich gestimmte Gesellschaft Geld hingäbe oder Gutscheine kaufte. Sie müssen schon deutlich aufsatteln und mehrere, qualifizierte Angebote in Wort und Bild atmosphärisch im Zeitgeist entwickeln und dann die Kundin, evt. deren Familie, nach Ihrer anziehenden Power-Präsentation entscheiden lassen… Romantik heißt Ihr Ratgeber!
Beginnen Sie am besten sofort mit der Schaffung von exogenen Reizen, damit der Verbraucher, die Verbraucherin, Inputs für diese außerordentliche Dienstleistung wahrnimmt.

Ein ganz großer Marktvorteil: Ihre Mitbewerber lassen sie meistens jahrelang unbehelligt werkeln, weil sie die Chancen auf größeres Geld überhaupt nicht erken-nen. Die meisten Mitbewerber machen immer nur das, was seit Jahrzehnten im Friseurhandwerk gängige Leistung ist.

Zur Angebotsentwicklung zählt natürlich auch die perfekte Kooperationsvereinbarung mit anderen Lieferanten oder Dienstleistern (Vorteile durch One-Stop-Shopping) auf dem von ihnen angestrebten Level.
Wenn dann später die glücklich verheirateten Frauen beginnen, sie und ihr Team zu rühmen, haben sie einen Schritt nach vorn geschafft. Umsatzmäßig und hoffentlich auch gewinnbringend.

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