Glanz & Gloria: Netzwerken kann sie – aber entsteht daraus Gemeinsamkeit?
„Schluss mit Neid. Weniger Ego. Mehr Gemeinschaft.“ Simone Klinge-Otto trifft mit ihrem Netzwerk Glanz & Gloria einen Nerv des Friseurhandwerks. Sie verspricht Austausch, neue Kontakte, gemeinsame Projekte und Orientierung im Unternehmeralltag. Ein ehrgeiziger Anspruch – und offenbar ein Thema, mit dem sie Menschen aus der Branche zusammenbringt.
Netzwerken? Das kann sie!
Man muss Simone Klinge-Otto eines lassen: Netzwerken kann sie. Auf ihrer Website zeigen sich bereits etliche bekannte Gesichter: Raphaela Kirschnick (ImSalon), Rebecca Kandler (TOP HAIR), Gabi Stern, Waltraud und Brian McLean (CURLSYS), Heiko Schneider (Friseur.digital), Martina Jovanovic und weitere Branchenpersönlichkeiten. Das sind keine unbekannten Namen, sondern Menschen mit Erfahrung, Kontakten und Reichweite.
Das fällt auf. Denn Initiativen, die ebenfalls das Miteinander beschwören, tun sich oft schwer, in der Branche spürbare Resonanz auszulösen. Auch das von Tobias Klumpp mit newClips sowie bei „Der faire Salon“ vertretene Anliegen „Gemeinsam“ hat bislang weit weniger Aufmerksamkeit gefunden.
Was Mitglieder konkret erwarten dürfen
Glanz & Gloria ist als kostenpflichtiges Business-Netzwerk angelegt – für Unternehmerinnen und Unternehmer, Fachleute und Medienvertreter. Die Anbieterin nennt sechs Schwerpunkte: wertvolle Kontakte, Kooperationen statt Konkurrenz, mehr Sichtbarkeit, praxisnahe Live-Impulse, ehrlichen Erfahrungsaustausch und ein Netzwerk, in dem nicht ständig verkauft werden soll. Dahinter steckt die Idee, voneinander zu lernen, einander weiterzuempfehlen und gemeinsam neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen.
Die Mitgliedschaft kostet 29 Euro netto pro Monat und ist nach Anbieterangaben jederzeit kündbar; alternativ werden 290 Euro netto jährlich angeboten. Wer zunächst hineinschnuppern möchte, kann sich für einen einmaligen kostenlosen Online-Gästetag anmelden – jeden ersten Montag im Monat um 9 Uhr.
Aus dem Kongress 2026 wird eine Fortsetzung 2027
Mit dem Online-Kongress „Salonerfolg ist weiblich“ setzte Klinge-Otto bereits im Juni 2026 ein erstes Veranstaltungszeichen. Nun steht der nächste Termin fest: 17. und 18. Januar 2027. Geplant sind zwei Tage mit Fachvorträgen, Praxisimpulsen und Austausch. Die Referentinnen sollen unter anderem über Unternehmensführung, Beratung, Sichtbarkeit, Lockenkompetenz und Digitalisierung sprechen. Die Teilnahme kostet 49 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer; die Aufzeichnungen aller Vorträge sind enthalten. Frauen stehen auf der Bühne, willkommen sind ausdrücklich alle.
Auch die Industrie ist beteiligt: Für den Kongress 2027 wird der Salonsoftware-Anbieter Phorest als Hauptsponsor genannt. Beim Kongress 2026 waren unter anderem CURLSYS, Friseur.digital und In Touch Extensions als Unterstützer vertreten. Ein legitimes Modell – solange erkennbar bleibt, wo Austausch, Fachinformation und Unternehmensinteressen ineinandergreifen.
Viele Kontakte – aber entsteht daraus Zusammenhalt?
Die Friseurbranche braucht mehr Dialog. Aber sie braucht nicht nur weitere Bühnen, Namen und schöne Worte. Sie braucht Lösungen für den betrieblichen Alltag, für Fachkräfte, Kundenbindung, wirtschaftlichen Druck und die Zukunft des Handwerks.
Menschen zu vernetzen ist eine Stärke. Aus Kontakten eine Gemeinschaft zu machen, ist die eigentliche Aufgabe.
Glanz & Gloria setzt dafür sichtbar auf persönliche Verbindungen. Das verdient Anerkennung. Ob daraus dauerhaft mehr als gegenseitige Aufmerksamkeit, Empfehlungen und Geschäftskontakte erwächst, wird die Praxis zeigen. Wir werden beobachten, was dieses Netzwerk für die Breite unseres Handwerks bewirken kann.
Informationen: Glanz & Gloria – Netzwerk, Leistungen und Mitgliedschaft · Online-Kongress 2027 · Podcast: Partnerschaft mit Phorest · Rückblick Kongress 2026. Stand: 23. Oktober 2026.