Unfairer Wettbewerb

⚖️ Verzerrter Wettbewerb – Warum das so ist
In Deutschland sind Kleinstunternehmer von der Umsatzsteuer befreit. Das betrifft alle Betriebe, die im Vorjahr weniger als 22.000 € Umsatz erzielt haben. Im Friseurhandwerk betrifft das inzwischen jeden Dritten Friseursalon, oft Ein‑Personen‑Salons oder mobile Friseure.

Diese Betriebe brauchen keine Mehrwertsteuer abführen. Das bedeutet: Sie können ihre Preise automatisch um 19 % günstiger anbieten als ein regulärer Salon – ohne dass der Kunde erkennt, dass hier ein steuerlicher Vorteil wirkt. Das ist kein fairer Wettbewerb, sondern ein gesetzlich erzeugter Preisvorteil, der nichts mit Qualität oder Leistung zu tun hat.

💣 Die Konsequenzen und Gefahren
1. Verzerrte Preiswahrnehmung
Kundinnen und Kunden vergleichen Preise, ohne die steuerliche Grundlage zu kennen. Ein Fachsalon wirkt „teuer“, obwohl er nur gesetzeskonform arbeitet. Das führt zu Fehleinschätzungen und Preisdruck, der die gesamte Branche destabilisiert.

2. Qualitätsverlust
Wer mit Dumpingpreisen überlebt, muss sparen – bei Produkten, Weiterbildung und Zeit. Das Ergebnis: Billigfarbe statt Markenprodukt, Mindestlohn statt Fachkraft. Die Qualität sinkt, die Verantwortung verschwindet.

3. Gefährdung des Handwerks
Wenn immer mehr Betriebe unterhalb der Umsatzgrenze bleiben, entsteht eine Schattenwirtschaft im Kleinstformat. Kein Wachstum, keine Ausbildung, keine Investition – das Handwerk verliert Substanz. Die Folge: Fachkräftemangel, sinkende Standards und Vertrauensverlust beim Verbraucher.

22.000 € Jahresumsatz, das sind monatlich weniger als 2.000 € Gesamteinnahme – und fragwürdig in jeder Hinsicht:
a) was bleibt nach Abzug von Miete, Energie, Waren, Versicherungen von 2.000 € für den Lebensunterhalt übrig? Oft werden Sozialleistungen beansprucht, die Altersarmut ist sicher – auf der anderen Seite würde man als Mitarbeiter(in) ein deutlich höheres Einkommen erzielen.
b) wie sollen von solchen Umsätzen Qualität, Weiterbildung und positive Entwicklung des Unternehmens ermöglicht werden? Schließlich verlangen die Finanzbehörden auch eine Gewinnerzielungsabsicht – die hier nur unzureichend gegeben ist.

4. Risiko für Verbraucher
Geringe Umsätze bedeuten oft: keine Rücklagen, keine Versicherung, keine Haftung. Wenn etwas schiefgeht, bleibt der Kunde auf dem Schaden sitzen. Das ist nicht nur unfair – es ist gefährlich.

Unsere Forderung
Wir sagen klar: Gleiche Regeln für alle – gleiche Chancen für alle. Wer am Markt arbeitet, muss unter denselben Bedingungen kalkulieren. Die Kleinunternehmerregelung gehört überarbeitet oder abgeschafft, wenn sie ganze Branchen verzerrt.

📢 Unsere Petition
Wir kämpfen für faire Rahmenbedingungen im Friseurhandwerk. Damit Qualität, Ausbildung und Verantwortung wieder zählen – nicht Steuertricks und Billigpreise.

👉 Unterstütze unsere Petition – für echte Fairness und Transparenz im Friseurhandwerk!

Link zur Petition

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