Prävention lohnt sich
Prävention im Friseurhandwerk beginnt nicht erst, wenn Beschwerden auftreten. Sie ist Teil einer professionellen Betriebsführung und hilft dabei, Hauterkrankungen, Arbeitsunfälle, Überlastungen und längere Ausfallzeiten zu vermeiden.
Warum Prävention im Salon wichtig ist
Friseurinnen und Friseure arbeiten täglich mit Wasser, Shampoos, Haarfarben, Blondierungen, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln. Hinzu kommen langes Stehen, wiederkehrende Bewegungen, Zeitdruck und der Umgang mit elektrischen Geräten. Viele Belastungen entstehen schleichend und werden deshalb im Alltag zunächst unterschätzt.
Die wichtigsten Bausteine
- Gefährdungsbeurteilung: Arbeitsplätze, Tätigkeiten und verwendete Produkte systematisch prüfen.
- Hautschutz: geeignete Handschuhe, Hautschutzmittel und Pflegeprodukte verbindlich festlegen.
- Unterweisung: Mitarbeitende regelmäßig über Gefahren und Schutzmaßnahmen informieren.
- Ergonomie: Arbeitshöhen, Haltung, Pausen und Bewegungswechsel beachten.
- Hygiene: Reinigungs- und Desinfektionspläne klar regeln und sichtbar aushängen.
- Notfallvorsorge: Erste Hilfe, Feuerlöscher, Fluchtwege und Zuständigkeiten organisieren.
Prävention ist besonders wirksam, wenn Schutzmaßnahmen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern fest in die täglichen Abläufe integriert werden. Verantwortlichkeiten sollten eindeutig sein und regelmäßig überprüft werden.
Praktischer Einstieg
Ein guter Start ist ein gemeinsamer Betriebsrundgang: Wo entstehen Hautkontakte? Wo wird lange in ungünstiger Haltung gearbeitet? Sind Handschuhe in passender Größe verfügbar? Wissen alle Beschäftigten, welches Produkt wann eingesetzt werden soll? Aus diesen Beobachtungen lassen sich konkrete Maßnahmen ableiten.
Hinweis: Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle arbeitsmedizinische oder rechtliche Beratung.