BERATUNGSGESPRÄCH

 

Was versteht man unter perfekter Beratung?

 

 

Diese beginnt im Augenblick des ersten Kundenkontakts. Bereits das richtige ansprechen der Kundin ist wichtig, mit ihrem Namen nämlich. Beratungserlebnis und Fachkompetenz beinhalten eines: Vertrauen, das Ihrer Kundin nämlich. Dies müssen Sie allerdings erst erwerben. Wenn Ihnen bekannt ist das unser Verhalten zu 90% aus dem Unterbewusstsein gesteuert wird, dann wird verständlich warum der Ton die Musik macht, warum eine freundliche Ansprache, eine nette Geste eine bessere Wirkung haben.

Versuchen Sie möglichst viel von Ihrer Kundin auf-, und wahrzunehmen, zu erspüren. Je besser Sie erkennen was für ein Mensch Ihr gegenüber ist, um so typgerechter und erfolgreicher werden Beratung und das daraus resultierende Ergebnis, die typgerechte Frisur mit der sich Ihre Kundin identifiziert und zufrieden ist.

Für eine gute Beratung sollten Sie sich genügend Zeit nehmen,
allerdings auch berücksichtigen das die Aufnahmefähigkeit Ihrer Kundin nach ca 7 Minuten rapide abnimmt.

Wichtig ist die Position welche Sie im Gespräch einnehmen, denken Sie an das, was aus Ihre Kundin unbewusst fühlt und erlebt ! Stellen Sie sich hinter die Kundin, haben Augenkontakt durch den Spiegel, so wird Ihr Gesprächspartner dies als unpersönlich empfinden. Also: direkter Blickkontakt ist wichtig.

Wenn Sie sich allerdings direkt vor Ihrem sitzendem Gegenüber stehend aufbauen, so hat dies etwas anmaßendes, es wirkt „Oberlehrerhaft“ und schafft keine Vertrauensbasis weil Ihr „Untertan“ sich unbewusst sperrt.
Die beste Ausgangsposition für ein erfolgreiches Gespräch ist, wenn Kundin und Friseur/in sich mit direktem Blickkontakt in gleicher Augenhöhe gegenübersitzen.
Förderlich ist eine etwas ruhigere Zone im Salon, nur wenige Friseure haben in ihr Salonkonzept einen richtigen Beratungsplatz integriert.

Versuchen Sie mit dem Sprachmuster, mit dem Wortschatz Ihrer Kundin zu reden. Diese fühlt sich hierdurch besser verstanden und baut Vertrauen auf. Ein krasses Beispiel: Wenn Sie die 80jährige Oma fragen ob Sie ihr eine „geile“ Frisur machen sollen ist dies ebenso unpassend als wenn Sie einer 20jährigen Kundin eine klassische Wasserwelle anbieten.

Nun geht es darum zu erfragen was Ihre Kundin für Wünsche hat. Was für eine Frisur stellt sie sich vor? Verstehen Sie was sie meint ? Im Zweifelsfall mit Bildern abklären. Wir Friseure kennen auf unserer Farbskala die Farbe dunkelblond, wissen aber auch: unsere Kundin stellt sich darunter etwas deutlich anderes vor. Aber das gleiche gilt für große Locken, Wellen, Stufe oder stufig und vieles andere. Es ist wie mit dem halb vollem oder halb leerem Glas, eben Ansichtssache. Als Toppfriseurin wollen Sie aber Ihre Kunden/innen begeistern, also müssen Sie nicht das erarbeiten was Sie sich vorstellen, sondern Sie müssen die Vorstellungen Ihrer Klientel verstehen und verwirklichen. Um hier unterschiedlichen Auffassungen und Meinungsverschiedenheiten vorzubeugen hilft nur eines: die visuelle Abklärung.

Mit Hilfe von Frisurenbücher oder Fotos lässt sich genau definieren was meint meine Kundin mit angeschnittenem Nacken oder mit leichter Stufung.

Fragen, fragen , fragen heißt es in dieser Phase des Beratungsgespräches. Aber: auch hier gibt es Unterschiede. Mit der Frage „fönen Sie Ihre Haare?“ entlocken Sie Ihrer Gesprächspartnerin lediglich ein „Ja“ oder „Nein“. Wenn Sie fragen: „WIE fönen Sie…“ bekommen Sie Antworten die verwertbarer sind. Stellen Sie also weiterführende Fragen, diese beginnen in der Fragestellung immer mit den Worten : wie, warum, was welches….

Anschließend sind Sie gefragt: lässt sich das gewünschte Frisurenergebnis mit dieser Haarqualität realisieren ? Ist die gewünschte Frisur typgerecht ? Ist abgeklärt welche Anforderungen im Homebereich mit der Umsetzung des Frisurenwunsches auftreten ? Ist Ihre Kundin in der Lage diese neue Frisur in der notwendigen Form zu gestalten ?

Es ist zwingend notwendig, dass einer Kundin erklärt wird, welcher Arbeitsaufwand sich hinter dem Frisurenbild mit den wunderschönen großen Locken verbirgt! Zu oft stellen sich Verbraucherinnen minimalstes Styling vor: lufttrocknen – fertig. Das dies nur in Ausnahmefällen möglich ist, in der Regel mit dem Curler nachgearbeitet werden muss ist ihr oft nicht bewusst und führt bei der morgendlichen Frisurengestaltung zu Frust und Wutausbrüchen, Schuld ist der Friseur !

Mit dem Ziel den genauen Handlungsbedarf zu ermitteln müssen auch unbequeme Tatsachen angesprochen werden. Ist die Haarqualität nicht ausreichend gut, so gehört dieser Fakt diplomatisch zur Sprache gebracht. Ihre Kundin verlangt von Ihnen ein optimales Frisurenergebnis. Dieses können Sie natürlich nur bei auch optimalem Haarzustand erstellen, hierfür und auch für die weitere Pflege ist Ihre Kundin allein verantwortlich. Ihnen obliegt die Beratung hierzu !

Perfekte Beratung heißt letztendlich auch Typberatung denn Sie wollen Typgerechte Frisurenbilder verkaufen. Was aber ist typgerecht ? Es ist die Kunst Ihr Gegenüber als Menschentyp zu erspüren, seine / ihre positiven Eigenschaften in den Vordergrund und negative in den Hintergrund zu stellen. Sie müssen in der Lage sein passend zu den natürlichen Vorraussetzungen einen perfekten Formausgleich und optimale Farbharmonie zu schaffen. Hier ist nicht nur Ihr Fachwissen und Ihre Geschmacksbildung notwendig, es müssen auch negative Dinge angesprochen werden. Hierzu sind Diplomatie, Feingefühl und das Vertrauen der Kundin wichtig.

 

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert