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Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9873
Letzte Aktualisierung: 11.12.2017

Reich als Friseur !?

Wenn auch Sie der Meinung sind, eher künstlerische- als kaufmännische Ambitionen zu haben, sollten Sie sich den Schritt in die Selbstständigkeit des Friseurhandwerks gut überlegen. Auch als Künstler brauchen Sie Geld zum leben...


Zahllose Friseure/innen haben in den letzten Jahren diesen Schritt gewagt, zufrieden und glücklich sind dabei nur wenige geworden. Die Mehrheit übt sich stattdessen als Einzelkämpfer im Friseurgewerbe. Der Unternehmerlohn ist oft so kläglich, dass es kaum für ein auskömmliches Leben reicht.

Die Versuchung die Umsätze zu kürzen um dann als Kleinunternehmer zu gelten und keine Umsatzsteuer zahlen zu müssen ist groß. Genau das wissen aber auch die Finanzbehörden und wen wundert es? Umsatzsteuersofortkontrolle und Finanzkontrolle Schwarzarbeit spüren tagtäglich neue, schwarze Schafe auf – Tendenz stark zunehmend.

„Was ich so im Monat im Salon umsetze, davon müsste ich doch gut leben können!“ so die oft gehörten Worte von angestellten Friseurinnen. Es mangelt gravierend an kaufmännischem Wissen und sehr oft fallen junge Friseur-Unternehmer/innen dann aus allen Wolken, wenn sie plötzlich sehen wie viel (oder besser gesagt wenig) vom Monatsumsatz als Gewinn übrig bleibt. „Das kann doch gar nicht sein!“ oder „Davon kann doch kein Mensch leben!!“ hört man dann plötzlich von den Menschen die als Mitarbeiter noch behaupteten, der Chef würde sich eine goldene Nase an ihnen verdienen.

„Die Mehrheit der Friseurinnen ist nicht in der Lage, ein Einkommen zu erzielen, das Ihre per­sönliche Selbständigkeit sichern kann. Sie sind durch ihre Ausbildung nicht angemessen vorbe­reitet, die von Ihnen zu lösenden Aufgaben zu bewältigen“ sagt es unverblümt die in der Deutschen Bibliothek gelagerte Studie von Wolfgang Schweig: Grundlagen einer Berufsdidaktik des Friseurgewerbes.

Passend zu dieser Aussage finden sich in einschlägigen Friseurforen .des Internets haarsträubende und erschreckende Diskussionen und Ratschläge rund um das Thema: „Selbständig werden als Friseur ohne Eigenkapital!“

Ebenso fehlt es den meisten Existenzgründern an Branchenwissen. „Haare geschnitten werden immer“ ist in Zeiten,  in der  nur noch 40% der Bevölkerung zum Friseur gehen, eine völlige Fehleinschätzung. Das in der Friseurbranche ein knallharter Verdrängungswettbewerb tobt, das sich viele Kunden von Friseur abgewendet haben und dafür die Schwarzarbeit dramatisch steigt, davon haben die meisten als Mitarbeiter nichts mitbekommen, müssen plötzlich aber als Unternehmer dieser Situation gerecht werden.

„Art und Qualität der angebotenen Dienstleistungen entsprechen nicht den Wünschen und An­forderungen des Marktes. Friseurinnen sind unzureichend sowie fehlausgebildet und den Her­ausforderungen nicht gewachsen. Friseurinnen ist es in den letzten Jahren immer weniger gelungen, ihre Dienstleistungen auf dem Markt zu positionieren.“ so heißt es in der vorgenannten Studie weiter.

Und auch die weiteren Chancen werden eher kritisch betrachtet: „In Deutschland Friseurin zu sein, hat nur geringes gesellschaftliches Prestige. Da die Ansprüche der Verbraucherinnen oft nicht erfüllt werden können und die Selbsteinschätzung der Arbeitsleistung von Friseurinnen, im Wettbe­werb um Kundinnen, zuweilen in geringen und deshalb ruinösen Preisen ausgedrückt wird, bleibt die Wertschätzung der friseurkosmetischen Dienstleistung - und der sie repräsentieren­den Facharbeiterinnen - durch das soziale Umfeld gering“

NEIN! Niemand will Sie von Ihrem Vorhaben sich selbstständig zu machen abhalten! Wer wirklich gut ist, fachliche, kaufmännische und emotionale Qualität vorweisen kann, der hat auch Heute noch gute Chancen erfolgreich zu werden.

Trotzdem gilt es zuvor einige Dinge und Fragen zu beachten die unerlässlich sind:

  • Wie sieht der Friseurmarkt aktuell aus?
  • Welche Zielgruppe,  welches Salonkonzept ist das richtige für mich?
  • Klären sie die Standortfrage!
  • Die Geldfrage, Eigenkapital und Fördermittel
  • Wie viel Geld will (muss) ich als Unternehmer verdienen?
  • Ist dieses Ziel realisierbar?

 

 

 

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